Sie tauchten zu einer Pyramide und fanden einen Pharao, der vor 2300 Jahren lebte!

Laura am 17. September 2021
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Kristin Romey bereitete sich auf ihren Tauchgang vor, denn sie hatte eine wichtige Mission vor sich. Das Wasser war trüb und freiwillig würde wohl sonst niemand darin baden oder tauchen wollen. Aber sie wusste, was sie hier tat. Dieser Tauchgang war sehr wichtig. Romey und ihr Kollege wollten einen alten König finden. Einen Pharao, der vor tausenden von Jahren hier gelebt hatte. So reisten sie also vor wenigen Tagen zur Pyramide, die sich im Norden des Sudans befand.

Sie wussten genau, was sie hier finden würden. Oder sie hofften, es zu finden. Hier musste ein ehemals mächtiger Pharao begraben sein. Nastasen hieß er und war damals der Herrscher über Nubien. Sein Tod liegt mehr als 2.000 Jahre zurück und genau diesen alten König wollten sie jetzt finden.

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Sie standen am Fuße der alten Treppe der Pyramide und dort trafen sie auf Pearce Paul Creasman, ein weiterer Archäologe, der ihnen bei der Suche helfen wollte. Aber er hatte auch eine Warnung im Gepäck. Er sagte zu den beiden Archäologen: "Es ist heute wirklich tief. In der ersten Kammer wird es keine Kopffreiheit geben." Sie standen jetzt schon bis zur Schulter in dem brackigen Wasser.

Creasman selbst war zuvor selbst in das geflutete Grab des alten Nastasen getaucht. Da er sicher war, dort mehr zu finden, hatte er Romey und ihren Kollegen benachrichtigt, damit diese ihn bei der Expedition unterstützen konnten. Er hatte in einer der vielen Kammern der Pyramide einen Sarkophag entdeckt, der noch verschlossen war und wohl seit tausenden von Jahren nicht geöffnet worden war. Allerdings war der Weg dorthin nicht ungefährlich. Sie hatten nur eine kleine Öffnung in einem Gitter, durch die sie sich quetschen mussten, um in die Grabkammer zu kommen.

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Die Pyramide, das alte Grab des Pharao, befindet sich in Nuri, am Ostufer des Nils. In der Nähe liegt die Hauptstadt des Sudans, Khartum. Hier befinden sich 20 Pyramiden, die schätzungsweise alle zwischen den Jahren 650 und 300 v.Chr. errichtet wurden. Aber warum war die Pyramide überschwemmt, sie lag nicht direkt am Nil?

Die Pyramide liegt sogar fast eineinhalb Kilometer vom Fluss entfernt, aber der Grund des alten Grabmals wurde im Laufe der Jahre vom Grundwasser geflutet. Und so kam es, dass die drei wichtigsten Kammern des alten Bauwerkes von Wasser überflutet wurden. Also kein leichtes Unterfangen, den alten König dort zu finden und vielleicht sogar zu bergen. Die Archäologen hatten hier viel Arbeit und eine echte Gefahr vor sich. Wir erinnern uns, der Platz dort ist begrenzt.

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Es gibt wie bereits erwähnt noch viele weitere Pyramiden in Nuri und das Grab des Nastasen war nur eines davon. Die meisten sind trocken geblieben und auch das Grundwasser hat ihnen bisher nichts anhaben können. Diese Bauwerke sind also bis heute Zeitzeugen und wenn man bedenkt, vor wie vielen Jahren sie erbaut wurden, unter Kraftanstrengen, die unvorstellbar sind, darf man schon beeindruckt sein.

So ist es kaum verwunderlich, dass die UNESCO im Jahre 2003 die Pyramiden und auch die umgebenden Orte als Weltkuturerbe ausgezeichnet hat. Der Berg Gebel Barkel, der in der Nähe ist, bedeutet den Bewohnern Nuris sehr viel. Die alten Ägypter betrachteten ihn als heiligen Berg, sie dachte, es wäre das Heim des Gottes Amun.

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Aber nicht nur der Berg ist den Bewohnern Nuris wichtig, sondern sie ehren auch bis heute ihre „alten Könige und Königinnen“. Es sind Zeitzeugen einer ganz besonderen Zeit und diese Pharaos hatten eine ganz besondere Rolle. Man nannte sie einst die „Schwarzen Pharaos“, da sie eigentlich den großen Herrschern in Ägypten untertan waren. Aber als die alten Herrscher Ägyptens alle vergangen waren, wurden die Untertanen Pharaos wichtig für die Bewohner des Sudans. Sie waren die neuen Herrscher und ungefähr 760 v. Christus begann ihre große Zeit.

Natürlich ließen auch sie sich von den alten Herrschern inspirieren und wollten die gleichen Pyramiden haben wie die großen alten Ägypter. Sie glaubten ebenso wie diese an ein Leben nach dem Tode und da gehörte eine Pyramide einfach dazu. Damals gab es in Nuri mehr als 80 dieser „schwarzen Pharaonen“ und ihre Untertanen schafften ihnen mit den Bauwerken ein ewiges Denkmal, allerdings gab es gesamt nur 20 Pyramiden. Warum auch immer.

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Creasman erforschte schon viele Jahre die Bedeutung der schwarzen Pharaonen und ihres Volkes. Das Volk wurde Kuschiten genannt und diese waren damals auf gutes Land gestoßen und hatten es sich zur Heimat gemacht. Das Gebiet rund um Nuri war der einzige Weg durch die gesamte Wüste, auf dem man ständig Wasser durch den Nil bekam. So war eine einzigartige Wander und Handelsroute entstanden.

Als das Reich Kusch ungefähr im Jahr 750 vor Christus das erste Mal die Macht übernahm, nahm natürlich auch der Einfluss auf die gesamte Region zu. Sie hatten einen regen Handel geschaffen, es wurde mit Gold und Elfenbein ein recht wohlhabendes Volk. Aber natürlich, wo Wohlstand herrscht, sind Feinde nicht weit und so kam es, dass die schwarzen Pharaonen ca. 700 Jahre vor Christus von den Assyrern vertrieben werden sollten. Allerdings gaben sie ihr Territorium nicht einfach so auf, sondern konnten sich bis ca. 400 Jahre vor Christus in ihrem Reich behaupten.

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Die größte Pyramide in Nuri ist die des damaligen Pharaos Taharqa. Ihm zu Ehren wurde das größte Bauwerk errichtet und seine Nachkommen nutzten das Gebiet Nuris noch viele Jahre als sogenannte Nekropole, also als eine Stadt der Toten. Mit den Jahren holte sich aber die Wüste ihr Gebiet zurück und viele ihrer Gräber wurden einfach unter dem Sand der Sahara begraben.

Sagt jemandem von euch der Name Taharqa was? Wer sich in der Bibel gut auskennt, der weiß, dass dieser Pharao im zweiten „Buch der Könige“ erwähnt wird. Der Pharao wird dort erwähnt, weil er die Assyrer abwehrte, als diese Jerusalem übernehmen wollten. Ägypten gewann damals also den Kampf um das Gebiet und danach konnten die Kusch eine ganze Weile in Frieden leben und ihren Geschäften nachgehen.

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Die Pyramiden von Nuri mögen zwar von außen aussehen wie ihre Vorbilder in Ägypten, aber es gibt einen großen Unterschied zwischen ihnen. Die alten ägyptischen Herrscher wurden all in ihren Gebäuden begraben, in ihren Sarkophagen bestattet, aber die Pharaonen von Nuri wurden alle unter ihnen bestattet. Das machte es Archäologe natürlich nicht gerade leicht, an ihre Grabkammern zu gelangen. Sie mussten erst mal durch den Boden.

Der erste Archäologe, der soweit graben wollte war George Reisner. In den 1930er Jahren war er der Erste, der sich der Herausforderung stellte, bis durch den Boden der Pyramiden zu graben und so die alten Herrscher zu finden. Bis heute gilt er als die Autorität schlechthin, was ägyptische Geschichte betrifft und auch die nordafrikanische alte Kultur genau erforschte. Die erste Pyramide, die er öffnete, war allerdings in Gizeh, also im „klassischen“ Ägypten gewesen. Danach wollte er die Geschichte Nuris erforschen und machte sich einen großen Namen in der Fachwelt.

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Reisner wollte also nach seinen Expeditionen in Gizeh als nächstes das Grab des Taharqa erforschen. Zuerst fertigte er Karten an und untersuchte die Boden Begebenheiten der Region rund um die Pyramiden von Nuri. Dabei entdeckte er ein echtes Problem. Es konnte gar nicht anders sein, als das der Nil, bzw. das Grundwasser viele Pyramiden geflutet haben könnte. Das war natürlich ein großes Hindernis bei seinen Forschungen.

Diese Erkenntnis sorgte dafür, dass Reisner kein weiteres Interesse an den Pyramiden in Nuri entwickelte. Das Problem war nur, dass er als Forscher es nicht für nötig hielt, seine Erkenntnisse mit den Kollegen zu teilen. Er hat seine Entdeckungen nicht öffentlich gemacht. Vielleicht waren ihm die „schwarzen Pharaonen“ dann auch nicht mehr so wichtig, das sie ja doch irgendwie unter den großen Pharaonen Ägyptens standen.

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Alle Welt schien sich nur für die Ägypter zu interessieren. Die Entdeckung des Tutanchamun im Jahr 1922 wurde weltweit bekannt und man kann es auch ein bisschen verstehen. Noch immer fasziniert die Totenmaske des jungen Pharao und uns sind diese Namen wirklich geläufiger als irgendwelche Herrscher im Sudan. Cleopatra, Cheops, das sind Pharaonen, die wir aus dem Geschichtsunterricht kennen.

Es war nicht so, dass gar kein Interesse für Nuri bestand. Aber viele kamen zur Erkenntnis wie Reisner, dass die alten Gräber wohl überschwemmt waren. Da man früher kaum Ausrüstung für solch gefährliche Tauchgänge gehabt hatte, gab man die Forschung dort also erst mal auf. Erst im Jahr 2018 dann war es Creasman, der seine Fähigkeiten als Unterwasser Archäologe einsetzen wollte, um die Geheimnisse der Pyramiden von Nuri zu entschlüsseln.

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Creasman interessierte sich nicht nur für das alte Ägypten, sondern auch für die Geschichte rund um den Sudan und so kam es, dass er von Amerika nach Afrika ging, um beide Gebiete genauer erforschen zu können. Er hatte sich bereits einen großen Namen gemacht mit seinen Forschungen und sein Wissen rund um das Tal der Könige haben ihm viel Anerkennung durch die Fachwelt verschafft.

Jetzt wollte er Nuri genauer erforschen und er suchte sich das Grab des Nastasen aus, dieses wollte er enträtseln. Dieser Herrscher lebte zwischen 335 und 315 vor Christus und sein Grab, seine Pyramide war die, die von außen am wenigsten interessant aussah. Aber genau das weckte Creasmans Entdeckerlust. Er dachte sich, dass genau diese Pyramide am besten geeignet war, um das Ausmaß der Überflutungen durch den Nil an weiteren alten Grabmälern messen zu können.

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Die damalige Kultur wird als napatanische Kultur bezeichnet. Als Nastasen noch regiert hatte, ging diese bereits ihrem Ende zu. Das Zentrum der Macht war jetzt nicht mehr hier, sondern in Meroe. Es gab viele Probleme zwischen den Völkern, viele Konflikte sorgten dafür, dass die Kusch ihre ehemals gute Stellung in der Gegend verloren. Nastasens Ende war wohl auch das Ende einer glorreichen Zeit.

Noch zu Lebzeiten war es Nastasen gelungen, seine Gegner in die Flucht zu schlagen. Ein ägyptischer König namens Khabbash hatte Kusch angegriffen, aber die Nubier konnten ihn und seine Gefolgschaft locker besiegen. Sie übernahmen nicht nur die Leute, sondern auch alles, was diese an Wertsachen besaßen. So kamen sie in Besitz vieler Handelsgüter. Diese Geschichte wurde als wahr überliefert. Nastasen hatte also eine gute und glorreiche Zeit. Nach ihm ging es mit den Kusch bergab.

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Aber noch lebte Nastasen und nach diesem Sieg über den Khabbash und seine Gefolgsleute ließ er sich selbst ein Denkmal anfertigen. Eine sogenannte Stele, die ca. 1,5 Meter hoch war. Sie bestand aus Granit. Lange Zeit stand dieses Denkmal im Amun Tempel auf dem Berg Gebel Barkal, danach wurde sie nach Dongola gebracht, eine Stadt, die am Nil im Norden des Sudans liegt. Der alte Stein ist mit Hieroglyphen verziert und zeugt bis heute vom großen Sieg des Schwarzen Pharaos Nastasen.

Über ihn selbst wurde wenig überliefert. Also mussten Forscher mehr aufdecken, das ist ja ihre Aufgabe, wie wir finden. Der einzige Weg, um mehr über den alten Herrscher zu erfahren, war der über sein Grab. Und dieses war überflutet. Kein leichtes Unterfangen für die Archäologen, aber sie wollten ihre Arbeit unbedingt tun, mehr erfahren über Nastasen.

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Reisner hatte damals seine Forschungen in Nuri schnell aufgegeben. Aber in seinen Aufzeichnungen stand, dass er eine Treppe entdeckt hatte. Diese gruben er und seine Leute aus und gelangten über die Treppe in die Krypta. Dort fanden sie einige Grabbeigaben, sogenannte Shabtis, diese sollen mit Magie erfüllt sein und für das neue Leben der Toten sorgen.

Weiter wollten sie aber nicht gehen, sie wussten ja, das weiter unten in der Pyramide wahrscheinlich alles überflutet war. Das Risiko wollten sie nicht eingehen, sie hatten auch gar keine Ausrüstung für so ein riskantes Unterfangen. Und so sah niemand mehr nach Nastasens Grab, bis Creasman nach Nuri kam. Auch er musste erst mal wieder die Treppe zur Krypta ausgraben, inzwischen hatte der Sand der Wüste diese längst wieder vergraben. Alleine diese Arbeiten beschäftigten ihn und sein Team fast ein Jahr!

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Er begann seine Forschungen in Nuri im Jahr 2018- Erst im folgenden Jahr gelang es ihm und seinem Team, den Einstieg in das Grab selbst zu finden. Allerdings war niemandem von ihnen nach Feiern zumute, denn sie hatten entdeckt, dass dort unten alles voller Wasser war. Warum war dort so viel Wasser? Ein Grund dafür konnten die Dämme sein, die man entlang des Flusses in den letzten Jahren errichtet hatte.

In einem Interview mit dem BBC erzählte Creasman später, dass seine Leute so weit gegangen waren, wie sie konnten. Die Treppe führte tief hinab und war völlig von Wasser unterspült. Reisner damals hatte noch trockenen Fußes, wenigstens die erste Krypta erreicht gehabt. Jetzt war ab Stufe 40, die Treppe hatte gesamt 65, nur noch Wasser. Also war klar, ohne weitere Ausrüstung würden sie nicht viel erreichen.

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Ihnen war klar, dass sie gut aufpassen mussten. Die Gefahr war groß, sie kannten die Gewölbe ja nicht. Vor allem wussten sie nicht, wie groß die Durchgänge zwischen den Kammern war. Creasman hatte eine Konstruktion aus Stahl anfertigen lassen, die wenigstens den Eingangsraum, die alte Krypta stärkte. Daher die Warnung an die Kollegen zu Beginn. Der Durchgang war wirklich sehr schmal. Wie mochte es dann erst im Inneren aussehen? Sie hatten auch kaum Sicht, das Wasser war durch den Sand der Wüste trüb.

Das größte Problem war aber, dass sie nicht mit normalen Sauerstoffflaschen tauchen konnten. Es war hier unten einfach nicht genug Platz! Sie wären viel zu sperrig gewesen und hätten die Gefahr des Tauchgangs eher noch vergrößert, als diese zu verringern. Also mussten sie sich mit einer Luftleitung zufrieden geben, die nach oben ins Freie führte. Im Januar 2019 starteten sie ihre Untersuchung.

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Als sie endlich bis zur Grabkammer getaucht waren, konnten sie den Sarkophag des Nastasen sehen. Das war sicher ein überwältigender Moment, sie waren ja die ersten, die so weit kamen! Aber mehr konnten sie an diesem Tag nicht erreichen. Sie konnten den Sarkophag nicht öffnen. Keiner von ihnen hätte gedacht, dass es noch ein weiteres Jahr dauern würde, bis sie auf den alten Pharao blicken konnten.

Im Interview mit der BBC erzählte Creasman später: "Es gibt drei Kammern mit diesen schönen gewölbten Decken von der Größe eines kleinen Busses", sagte er. "Du gehst von einer Kammer in die nächste und es ist pechschwarz. Man weiß, dass man sich in einem Grab befindet, auch wenn die Taschenlampen nicht eingeschaltet sind.“ Das war sicher ein erhabener Moment, aber jetzt brauchten sie noch mal viel Geduld.

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Ganz umsonst war dieser erste Tauchgang aber nicht gewesen. Zum Glück hatte Reisner und sein Team damals nicht alles gefunden. Creasman erzählte später im Interview, dass sie noch einige Shabtis gefunden haben. Er sagte: "Die Beigaben waren immer noch dort - diese kleinen glasartigen Statuen, die mit Blattgold verziert waren", sagte er. "Und, während das Wasser das Glas darunter zerstörte, waren die kleinen Goldflocken immer noch da."

Auch fanden sie dort unten einige kleine Ranken aus Gold. All das wäre schon längst weg gewesen, wenn der Zugang zum alten Grab des Nastasen einfach zu erreichen gewesen wäre. Längst hätten Plünderer und Räuber sich alles geschnappt. Das alles war ja aus echtem Gold, also hätte niemand das übersehen und liegen gelassen, wenn der Zugang trocken gewesen wäre. Ein Glück für die Archäologen, so konnten sie diese alten Schätze bergen.

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Die Entdeckung der Grabbeigaben selbst stellte keine große Überraschung für die Archäologen dar. Gold war ein beliebtes Handelsgut der damaligen Zeit und vieles wurde damit veredelt. Die Handwerker des alten Kusch hatten nicht nur schöne Schmuckstücke daraus gemacht, sondern auch Figuren und eben Grabbeigaben mit Gold verziert. Kusch war sehr reich, so reich, dass sie großen Einfluss auf das Nachbarland Ägypten haben konnten.

Bevor Creasman das Grab des Nastasen erforschen wollte, hatten Archäologen unweit von Kusch einen Ort ausgegraben, der wohl damals für die Goldindustrie sehr wichtig gewesen war. Sie fanden dort Steine, die man früher dafür verwendete, um Goldnuggets zu zerkleinern. So konnten die Flocken entstehen, die man in den Grabbeigaben gefunden hatte.

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Creasman hat keine Zweifel, dass man in Nuri noch viel Interessantes finden wird. Sie werden auf jeden Fall noch das Grab des Nastasen ausheben und vielleicht dort noch Schätze finden, die ja neben den Herrschern damals begraben wurden. Und es gibt noch einen weiteren Sarkophag, sie sind sehr gespannt, was sie dort finden werden. Einen weiteren Pharao? Angehörige des Nasasten?

Er wird jedenfalls seine Forschungen keinesfalls aufgeben. Anders als Reisner damals sind ihm die „Schwarzen Pharao“ nicht so unwichtig. Ganz im Gegenteil. Er sagte im Interview mit dem National Geographic: "Ich denke, wir haben endlich die Technologie, um die Geschichte von Nuri erzählen zu können - um die Lücken zu füllen, darüber, was hier passiert ist", meinte er. "Es ist ein bemerkenswerter Punkt in der Geschichte, von dem so wenige wissen. Es ist eine Geschichte, die es verdient, erzählt zu werden." Da dürfen wir also gespannt sein, was Creasman und sein Team noch alles entdecken werden!