Sie tauchten zu einer Pyramide und fanden einen Pharao, der vor 2300 Jahren lebte!

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Reisner wollte also nach seinen Expeditionen in Gizeh als nächstes das Grab des Taharqa erforschen. Zuerst fertigte er Karten an und untersuchte die Boden Begebenheiten der Region rund um die Pyramiden von Nuri. Dabei entdeckte er ein echtes Problem. Es konnte gar nicht anders sein, als das der Nil, bzw. das Grundwasser viele Pyramiden geflutet haben könnte. Das war natürlich ein großes Hindernis bei seinen Forschungen.
Diese Erkenntnis sorgte dafür, dass Reisner kein weiteres Interesse an den Pyramiden in Nuri entwickelte. Das Problem war nur, dass er als Forscher es nicht für nötig hielt, seine Erkenntnisse mit den Kollegen zu teilen. Er hat seine Entdeckungen nicht öffentlich gemacht. Vielleicht waren ihm die „schwarzen Pharaonen“ dann auch nicht mehr so wichtig, das sie ja doch irgendwie unter den großen Pharaonen Ägyptens standen.
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Alle Welt schien sich nur für die Ägypter zu interessieren. Die Entdeckung des Tutanchamun im Jahr 1922 wurde weltweit bekannt und man kann es auch ein bisschen verstehen. Noch immer fasziniert die Totenmaske des jungen Pharao und uns sind diese Namen wirklich geläufiger als irgendwelche Herrscher im Sudan. Cleopatra, Cheops, das sind Pharaonen, die wir aus dem Geschichtsunterricht kennen.
Es war nicht so, dass gar kein Interesse für Nuri bestand. Aber viele kamen zur Erkenntnis wie Reisner, dass die alten Gräber wohl überschwemmt waren. Da man früher kaum Ausrüstung für solch gefährliche Tauchgänge gehabt hatte, gab man die Forschung dort also erst mal auf. Erst im Jahr 2018 dann war es Creasman, der seine Fähigkeiten als Unterwasser Archäologe einsetzen wollte, um die Geheimnisse der Pyramiden von Nuri zu entschlüsseln.
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Creasman interessierte sich nicht nur für das alte Ägypten, sondern auch für die Geschichte rund um den Sudan und so kam es, dass er von Amerika nach Afrika ging, um beide Gebiete genauer erforschen zu können. Er hatte sich bereits einen großen Namen gemacht mit seinen Forschungen und sein Wissen rund um das Tal der Könige haben ihm viel Anerkennung durch die Fachwelt verschafft.
Jetzt wollte er Nuri genauer erforschen und er suchte sich das Grab des Nastasen aus, dieses wollte er enträtseln. Dieser Herrscher lebte zwischen 335 und 315 vor Christus und sein Grab, seine Pyramide war die, die von außen am wenigsten interessant aussah. Aber genau das weckte Creasmans Entdeckerlust. Er dachte sich, dass genau diese Pyramide am besten geeignet war, um das Ausmaß der Überflutungen durch den Nil an weiteren alten Grabmälern messen zu können.
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Die damalige Kultur wird als napatanische Kultur bezeichnet. Als Nastasen noch regiert hatte, ging diese bereits ihrem Ende zu. Das Zentrum der Macht war jetzt nicht mehr hier, sondern in Meroe. Es gab viele Probleme zwischen den Völkern, viele Konflikte sorgten dafür, dass die Kusch ihre ehemals gute Stellung in der Gegend verloren. Nastasens Ende war wohl auch das Ende einer glorreichen Zeit.
Noch zu Lebzeiten war es Nastasen gelungen, seine Gegner in die Flucht zu schlagen. Ein ägyptischer König namens Khabbash hatte Kusch angegriffen, aber die Nubier konnten ihn und seine Gefolgschaft locker besiegen. Sie übernahmen nicht nur die Leute, sondern auch alles, was diese an Wertsachen besaßen. So kamen sie in Besitz vieler Handelsgüter. Diese Geschichte wurde als wahr überliefert. Nastasen hatte also eine gute und glorreiche Zeit. Nach ihm ging es mit den Kusch bergab.
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