Regeln, die alle Hells Angels befolgen müssen. Die 11. ist am härtesten!

Laura am 24. June 2021
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Es gibt wohl kaum jemanden, der noch nie von den Hells Angels gehört hat. Die berühmt berüchtigte Biker Gemeinschaft ist immer wieder in den Medien vertreten, meistens mit negativen Nachrichten. Sind sie berechtigt? Und wie ist es eigentlich, in so einer Gang zu sein, welche Regeln gibt es dort? Wir verraten dir die wichtigsten Regeln, die bei den Hells Angels zu beachten sind.

Alles in Etappen
Wer daran interessiert ist, zu den Hells Angels zu gehören, muss zunächst mal in deren Clubs rumhängen. Das ist wortwörtlich gemeint. Diese Interessenten werden wirklich Hang Arrounds genannt. Mit den Jahren, ja, es kann wirklich so lange dauern, werden sie zu Interessenten „befördert“. Und selbst dann kann es noch Jahre dauern, bis sie Mitglieder werden können.

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Es wird gewählt
Es bestimmt nicht einer, ob ein Mitglied aufgenommen wird, sondern alle. Die gesamte Charta stimmt darüber ab. Die Dauer, wann das der Fall ist, ist völlig offen. Wenn einer der höheren Angels das Gefühl hat, das könnte passen, dann besteht die Chance auf eine Mitgliedschaft. Keine Minute eher. Und dann müssen die Interessenten dem ganzen Club, also der jeweiligen Charta, beweisen, warum sie sich dafür eignen. Sie müssen sich also gut erklären, was sie wertvoll für den Club macht.

Kleiderordnung
Natürlich gibt es auch eine Kleiderordnung. Bunte Kleidung wirst du bei den Mitgliedern kaum finden. Sie haben meistens zu ihren typischen Westen schwarze Jeans an und schwarze Oberteile. Shorts sind verboten, aber das ist auf einem Motorrad sowieso die falsche Kleidung. Diese Kleiderordnung sorgt auf jeden Fall dafür, dass alle bei den Hells Angels ziemlich gleich aussehen. Ein gutes Gesamtbild, das ist ja für alle Clubs, egal welcher Art, wichtig.

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Die Weste ist heilig
Es gibt für ein Mitglied wohl kaum eine höhere Auszeichnung als die berühmte Weste, bei uns auch Kutte genannt. Diese ist ein Heiligtum und wird mit Ehrfurcht und Sorgfalt behandelt. Wenn einer der Angels festgenommen wird, wird er seine Weste einem anderen Mitglied übergeben, damit diese beschützt wird, bis er wieder da ist. Selbst wenn einer mit dem Motorrad stürzt, ist ihm das Wichtigste, dass der Weste nichts passiert. Ja, das ist mal Hingabe.

Kodex der Stille
Eigentlich gibt es auf der ganzen Welt viele Hells Angels. Aber warum ist so wenig über sie bekannt? Man denkt immer nur an Rocker Gangs, an gefährliche Biker, die wenig Gutes vollbringen. Aber warum stellt das niemand klar? Es gibt nur wenige Bücher, die über die Hells Angels geschrieben wurden. Es ist ein klares Gesetz bei ihnen, dass mit Außenstehenden nicht über Internas geredet wird. Und wenn, dann niemals über andere Mitglieder. Ehrensache also.

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Ordnung auf der Straße
Wenn die Hells Angels gemeinsam ausfahren, gibt es eine gewisse Ordnung, die automatisch eingehalten wird. Die ältesten Mitglieder fahren zuerst und nacheinander dann die Ränge. Ganz hinten fahren die Hang Arrounds mit. Je mehr sie aufsteigen, desto weiter vorne fahren sie mit. Wenn wir ehrlich sind, eine ganz normale Rangordnung oder? Das kann man in jeder Firma so beobachten.

Ausschließlich Harleys
Man wird bei den Hells Angels sicher kein anderes Motorrad entdecken als eine Harley Davidson. Das ist ein Gesetz, an dem es nichts zu rütteln gibt. Kein Interessent hätte eine Chance, wenn er eine andere Maschine bevorzugen würde. Der Grund ist übrigens simpel: Als die Hells Angels gegründet wurden, war die Harley die günstigste Maschine. Sie war günstig und leicht zu reparieren. Also hatte das ursprünglich nützliche Gründe.

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Solidarität mit allen Mitgliedern
Wer denkt, die Hells Angels sind einfach nur raue Gesellen, der irrt. Ihre Verantwortung anderen Mitgliedern, egal welchen Ranges, nehmen sie sehr ernst. Solidarität ist das Wichtigste. Das bedeutet, wenn zum Beispiel einer der Engel von der Polizei angehalten wird, werden die anderen nicht weiterfahren, sondern anhalten. Alle halten an. Wir können uns gut vorstellen, dass sie dadurch nicht allzu oft aufgehalten werden, nur um mal Papiere oder sowas zu kontrollieren.

Kein Kontakt zu anderen Clubs
Die Hells Angels sehen sich als exklusiven Club und das sind sie ja auch. Die anderen MCs sehen sich ja auch als einzigartig. Dementsprechend werden die Clubs untereinander keinen Kontakt pflegen. Es ist sogar unerlaubt, mit einem Mitglied eines anderen Clubs befreundet zu sein. Wenn einer gerne zu den Hells Angels möchte und sie bekommen heraus, dass er Kontakte, egal welcher Art, zu einem anderen Club hat, dann war es das mit der Chance auf eine Aufnahme.

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Keine Mitgliedschaft für Polizisten
Es wundert uns ehrlich gesagt wenig, dass die Aufnahme im Club für Polizisten unmöglich ist. Sie dürfen nicht, aber wir vermuten, sie wollen auch gar nicht. Ein bisschen ist es aber doch verwunderlich, da sie schon auf ihren guten Ruf achten. Da wäre ein Polizist als Mitglied doch gar nicht schlecht. Auf der anderen Seite können wir uns auch vorstellen, dass es der Karriere bei der Polizei nicht dienlich wäre, wenn herauskäme, dass einer aktives Mitglied bei den Hells Angels ist.

Keine Frauen bitte
Wie bei vielen exklusiven Clubs, ist auch bei den Hells Angels ein Gebot wichtig. Keine Frauen. Bitte keine Frauen. Es gibt keine weiblichen Mitglieder bei den Hells Angels. Natürlich gibt es Partnerinnen, Ehefrauen und sowas. Aber sie sind keine Mitglieder und sie werden auch keine. Die Frage nach dem Warum stellt sich, ist aber schwer zu beantworten. Wir vermuten, einfach aus Tradition heraus. Aber das ist nur vermutet.

Einmal ein Hells Angel, immer ein Hells Angel
Wer einmal dort aufgenommen wird, ist für immer Mitglied. Das muss jedem klar sein, allerdings will auch keiner raus. Es ist eine Ehre, dort überhaupt sein zu dürfen. Da dies keine kurze Angelegenheit ist, also mal kurz Mitglied und dann immer weg, ist nun klar, warum die Aufnahme dort so lange dauert. Es braucht Jahre, um überhaupt ein vollwertiges Mitglied zu werden und dann ist das fürs Leben.

Eine eigene Abteilung
Die Abteilungen, also Ableger von den Hells Angels, nennen sich Charter. Wer eine eigene Charter gründen möchte, braucht hierfür eine Gruppe von anderen. Diese sollten schon lange zusammen sein und das bedeutet noch lange nicht, dass sie sich Hells Angels nennen dürfen. Jeder einzelne von ihnen muss Mitglied werden, erst dann kann es sein, dass eine eigene Charter entstehen darf. Aber das bestimmt alleine die Obrigkeit bei den Hells Angels. Niemand anderer.
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Mit den Medien plaudern? Das macht keiner von ihnen
Das Hells Angels nicht mit Außenstehenden über Club Insider Dinge sprechen, wissen wir ja schon. Aber mit den Medien darf überhaupt niemand reden. Niemals. Unter keinen Umständen. Wenn du also jemals ein Interview mit einem Hells Angel sehen solltest, darfst du dir sicher sein, dass ist ein Fake. Denn kein Hells Angel würde freiwillig oder überhaupt mit einem Journalisten reden. Erst recht nicht über Club Angelegenheiten, egal welcher Art.

Die Regeln müssen beachtet werden
Viele denken ja, dass die Hells Angels völlig anarchisch leben. Das stimmt so aber nicht. Natürlich leben sie das „normale“ gesellschaftliche Leben ab, aber sie haben kein gesetzloses Leben, wie es gerne geschildert wird. Sie haben nur ihre eigenen Regeln, die streng von allen Mitgliedern befolgt werden. Wenn jemand diese Regeln bricht, fliegt er hochkant aus dem Club. Er wird nicht entfernt, wie man das denkt, aber verbannt und das ist die schlimmste Strafe. Jeder Kontakt zu anderen Engeln ist dann strengstens verboten.

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Jeden Tag Ausfahrt
Natürlich fährt nicht der ganze Club jeden Tag aus, aber es ist praktisch Pflicht, jeden Tag eine Runde mit dem Motorrad zu drehen. Meistens sind aber andere dabei, so dass man immer wieder eine ganze Gruppe an Hells Angels fahren sehen kann. Es ist ja auch ein Motorclub, was sollen sie auch sonst machen? Es ist auch eine Art Pflicht, möglichst immer mitzufahren.

Teilnahme bei Veranstaltungen
Es gibt auch regelmäßige Treffen und Veranstaltungen des Clubs, wo die Anwesenheit der Mitglieder nicht nur erwartet wird, sondern praktisch auch Pflicht ist. Vor allem Hang Arrounds und Interessenten sollten unbedingt darauf achten, immer da zu sein und Präsenz zu zeigen. Nur die wichtigsten Gründe entschuldigen ein Fernbleiben. Ansonsten ist das ein No Go, nicht da zu sein, wenn der Club sich trifft.

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Nicht Mitglieder sollten niemals das Logo der Hells Angels tragen
Viele sympathisieren mit den Hells Angels und wollen sich auch damit schmücken. Sie besorgen sich Patches oder Aufkleber. Aber das ist wirklich keine gute Idee. Nur vollwertige Mitglieder dürfen das Logo tragen. Es kann also gut passieren, dass jemand von einem der Engel mal ernsthaft angesprochen wird, warum er das Logo trägt, obwohl er kein Mitglied ist. Daher lass es einfach. Bringt nur Ärger.

Wie eine große Familie
Das es eine eingeschworene Gruppe ist, das sieht jeder Außenstehende auf den ersten Blick. Da passt kein Blatt dazwischen und kein Fremder rein. Es ist aber mehr als nur eine Gemeinschaft, ein Club. Für Mitglieder sind die anderen Hells Angel wie Familie. Wie Brüder. Sie sind füreinander da und kümmern sich umeinander. Sie sind sich treu ergeben und oftmals ihnen näher als ihren eigenen Familien.

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Man kann die Hells Angels unterstützen
Dies auf keinen Fall, in dem man ihr Logo trägt, das hatten wir ja vorhin bereits. Aber es gibt Ausrüstungsgegenstände, die vom Club verkauft werden an Fans. Du kannst einfach mal auf ihre Webseite gehen und schauen, was man als Supporter so alles kaufen kann. Was du dort kaufen kannst, darfst du auch tragen und anderen zeigen. Aber wirklich nur das, was du dort direkt erwerben kannst. Nicht mit fremden Federn schmücken, aber sie durch normale Käufe unterstützen. Das ist möglich.

Keine Drogen!
Wundert es euch, dass die Hells Angels keinerlei Drogen nehmen? Uns irgendwie nicht. Der Grund ist klar. Wie soll man Motorrad fahren, wenn man nicht nüchtern ist? Solche Outlaws sind die Angels einfach nicht, dass sie stoned durch die Gegend fahren. Nüchtern zu sein ist praktisch Gesetz. Ergibt auch Sinn. Ja, so harte und böse Jungs sind das gar nicht, auch wenn das in den Medien gerne so dargestellt wird.

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Je mehr Patches = desto höher der Rang
Wenn du die Hells Angels auf ihren Motorrädern beobachtest, wirst du sehen, dass die, die vorne weg fahren, wesentlich mehr Patches auf ihren Westen haben als alle anderen. Sie haben alle verschiedene Aufnäher. Und je höher der Rang ist, desto mehr Patches werden es. Ist ein bisschen wie bei der Armee. Je höher man steigt, desto mehr Abzeichen gibt es. Das bedeutet, wenn jemand nur den Haupt Patch auf dem Rücken hat, ist er wohl noch nicht lange dabei.

Die Webseite der Hells Angels darf nicht einfach verlinkt werden
Wer immer auf die Idee kommt, auf seiner Webseite einfach mal die Hells Angels Webseite zu verlinken, sollte sich das gut überlegen. Denn es braucht das Einverständnis des Clubs. Einfach mal verlinken, ist nicht erlaubt, bzw. nicht gewollt. Das hat auch was mit Respekt zu tun. Du möchtest auch nicht einfach verlinkt werden, außer du willst unbedingt Werbung machen. Aber Werbung brauchen die Angels nun wirklich keine.

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Nimm es wie ein Mann
Wie in vielen exklusiven Clubs ist es auch bei den Hells Angels normal, dass Interessenten erst mal einigen Prüfungen unterzogen werden. Egal was es ist, der Interessent muss das aushalten. Das kann ziemlich heftig werden. Aber wenn er in den Club will, muss er da durch. Sollte er auf die Idee kommen, sich dafür zu rächen oder so, dann war es das mit der Chance auf eine vollwertige Mitgliedschaft. Es werden einfach nur die Besten aufgenommen. Ist so und sollte jedem vorher klar sein.

Frauen werden mit Respekt behandelt
Du hast sicher schon die wildesten Storys gehört, wie schlimm es bei den Hells Angels ist und dass sie mit Frauen nicht zimperlich sind. Das ist aber nicht wahr. Sie mögen noch so hart wirken, aber eines ist ihnen wichtig. Frauen werden mit dem größten Respekt behandelt. Ganz klar. Kein komisches Verhalten ihnen gegenüber. Wer sich hier falsch verhält, muss ganz klar mit dem Ausschluss aus dem Club rechnen.