Er entdeckte, warum seine Tochter wirklich aus der Schule vertrieben wurde

Alex am 10. September 2021
Als Tony Alarcon eines Tages von der Schule seiner Tochter angerufen wurde, war er sehr überrascht und auch besorgt, dass etwas passiert wäre. Aber die Sekretärin teilte ihm nur mit, dass er seine Tochter doch bitte von der Schule abgeholt werden solle. Er wunderte sich und wollte natürlich wissen, was vorgefallen war. Ging es ihr schlecht? Hatte sie etwas angestellt? Er musste hinfahren, um den Grund zu erfahren.

Es war ein ganz normaler Sommertag, sehr heiß, es hatte am Morgen schon fast 40 Grad, so das Demetra natürlich ein luftiges Outfit für diesen Tag wählte. Demetra war Schülerin an einer normalen Middle School, die keine strenge Kleiderordnung vorschrieb. Also konnte das luftige Outfit nicht der Grund für den Anruf der Schule sein. So dachte es zumindest Tony. Es war überhaupt kein Grund sichtbar. Was war da nur los?
Tony ist kein normaler Durchschnittsbürger, sondern ein recht bekannter Investmentbanker und erfolgreicher Immobilienmakler. Er wusste also genau, wie man mit Menschen umgeht und seine Familie war ihm immer das wichtigste. Wenn Demetra also Ärger haben sollte, war er bereit, für sie zu kämpfen. Er wusste ja, wie schnell junge Menschen in schwierige Situationen kommen konnten. Seine Demetra lag ihm besonders am Herzen.

An diesem Tag allerdings fiel in der Schule etwas vor. Etwas, das Tony sehr verärgerte. Demetra war von der Lehrerin vor die gesamte Klasse gestellt worden und blamiert worden. Vor allen. Das Mädchen war am Boden zerstört. Kein Wunder. Junge Menschen können mit komplizierten Situationen einfach noch nicht so gut umgehen wie Erwachsene. Aber was war nur passiert? Tony sollte es bald erfahren!
Das Mädchen hatte sich an diesem Tag überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, ob es vielleicht zu offenherzig sein könnte? Es war ein heißer Tag, da konnte man schlecht in langen Jeans und Pullovern rumlaufen. Ihr Outfit war leicht, bequem und vor allem luftdurchlässig, was bei großer Hitze ja auch wichtig ist. Auch sein Vater machte sich überhaupt keine Gedanken, dass das Outfit seiner Tochter zu Problemen führen könnte.

Demetra wollte sicherlich niemanden ärgern. Ganz im Gegenteil. Sie wohnen in Kalifornien, da sind heiße Tage normal und jeder schwitzt und ächzt unter der Hitze. Also warum sollte sie nicht etwas leichtes tragen, wenn sie zur Schule geht? Die beiden konnten an diesem Morgen nicht ahnen, dass dieser Tag, dieses Outfit, für einen riesen Streit zwischen dem Vater und der Schule sorgen würde.
Das Demetra Ärger bekommen hatte, vor der ganzen Klasse blamiert worden war, sprach sich natürlich schnell herum. Das ganze ging soweit, dass sogar die lokalen Nachrichtensender davon berichteten! Die Schule stand im Fokus und somit leider auch Demetra. Aber was genau konnte denn so viel Aufsehen erregt haben, dass so viele Leute Interesse daran hatten? Was hatte Demetra anders gemacht als alle anderen Mädchen in ihrer Schule?

Es war nicht zu fassen, dass wegen eines sommerlichen, luftigen Outfits so ein Chaos entstehen würde. Das ganze nur, weil eine Lehrerin offenbar sehr veraltete Moralvorstellungen hatte und es sich nicht verkneifen konnte, das arme Mädchen vor der ganzen Klasse, später der ganzen Schule und sogar im ganzen Ort bloß zu stellen! Demetra hätte mit so einem Wirbel niemals rechnen können. Auch Tony nicht.
Dieser wirklich heiße Tag begann sowieso schon chaotisch. Demetra hatte einen ganz normalen Tag erwartet, aber irgendwas lag in der Luft. Tony und Demetra hätten damit rechnen müssen, dass etwas schief geht. Denn normalerweise trug Demetra „normale“ Kleidung. Sie hätten wissen müssen, dass die Lehrerin ausflippen würde. Diese blamierte sie vor der ganzen Klasse und behauptete, was Demetra anhat, ist keine schulgerechte Kleidung!

Die Lehrerin hatte nichts anderes zu tun, als Demetra vor der ganzen Klasse zu blamieren und sozusagen als Sahnehäubchen dann auch noch zum Direktor zu schicken. Alle Kinder und Jugendliche kennen das. Der Gang zum Direktor ist der Schlimmste. Also blieb auch dem Direktor nichts anderes übrig, als den Vater anrufen zu lassen, damit er seine Tochter abholen könne. Der Direktor wusste noch nicht, dass er diesen Anruf später sehr bereuen würde. Warum hat er nicht selbst gedacht!
Als Tony das Büro der Schule betrat, berichtete ihm der Direktor von den Vorfällen und dass das Outfit seiner Tochter leider nicht in die Schule passt. Entweder er würde seiner Tochter jetzt sofort etwas anderes zum anziehen bringen, oder aber er müsse sie abholen. Tony war entgeistert, er konnte nicht fassen, was der Direktor da von ihm verlangte!

Tony war Profi im Umgang mit Menschen, also atmete er selbst erst mal tief durch und sagte dem Direktor, dass er seiner Tochter Kleidung mitbringen würde, die wohl angemessener wäre. Er fuhr also wieder heim, durchforstete Demetras Kleiderschrank und wählte ein Outfit, welches wohl angemessener wäre. Er wählte eine Jeans Short und ein Top, packte es ins Auto und fuhr wieder zur Schule.
Demetra war alles egal in diesem Moment. Sie war sowieso schon total blamiert. Ihr Vater brachte ihr die Kleidung, damit sie sich umziehen konnte. Das Mädchen zog sich zurück, um ihr Outfit wie gefordert zu wechseln. Der Vater wartete inzwischen mit dem Schulleiter in dessen Büro. Als Demetra wieder ins Büro kam, sagte der Schulleiter, dass er es immer noch zu extrem findet! Tony wurde jetzt langsam richtig böse.

Tony dachte wirklich, dass man den Dampf sehen könnte, der doch aus seinen Ohren kommen müsste, so sauer wie er war. Jetzt fragte er den Direktor ganz ruhig, was genau denn an dem Outfit, auch an dem zuvor, nicht stimmen würde? Alle Bereiche, die wichtig waren, wären sauber bedeckt, also was genau war das Problem? Er als Vater wisse genau, wann ein Outfit zu extrem wäre und das seiner Tochter, auch das zuvor, gehöre sicherlich nicht dazu. Er forderte eine genaue Antwort vom Direktor.
Tony war klar, dass hier mehr dahinter stecken musste. Es gab an der Kleidung seiner Tochter einfach nichts weiter auszusetzen. Also was war los, wollte man sie aus der Schule mobben? Er war wild entschlossen, so lange im Büro des Direktors zu bleiben, bis er eine Antwort hätte! Er wollte einfach wissen, warum die Schule es auf seine Tochter abgesehen hatte. Denn etwas anderes war nicht möglich. Langsam dämmerte ihm der wahre Grund. Er hoffte so sehr, dass er falsch liegen würde.

Der Direktor versuchte Tony zu erklären, dass das Outfit nicht unbedingt zu extrem wäre. Sondern es einfach für den Geschmack der Schule zu kurz wäre. Andere Schüler hätten längere Hosen und züchtigere Tops an, auch wenn es heiß draussen ist. Er selbst fand das Outfit einfach zu extrem für ein junges Mädchen. Tony konnte nicht fassen, was er da hörte. Er war entsetzt!
Nach der Aussage des Direktors war Tony nur noch wütender. Denn er war ja nicht blind. Er sah, dass auch andere Mädchen auf dem Schulgelände luftige Outfits anhatten. Es war ja auch heiß, er selbst hatte vollstes Verständnis dafür. Also warum hatten sie sich ausgerechnet Demetra geschnappt? Er wusste, das sie einen Grund brauchten, um Demetra von der Schule zu bekommen.

Er wusste genau, dass das alles nur ein Vorwand war. Das Outfit war passend, nicht zu kurz und keinesfalls zu offenherzig, so dass man Einblicke erhält, ob man will oder nicht. Das Outfit unterschied sich in keiner Weise von dem der anderen Mädels. Im Gegenteil, manche waren sogar noch kürzer, als das von Demetra. Also musste Tony herausfinden, was hier wirklich lief. Warum man Demetra so angriff. Er war entschlossen, sich zu wehren.
Nach einigen wilden Diskussionen hin und her, als der Direktor merkte, dass er bei Tony nicht landen konnte mit seiner Behauptung, das Outfit wäre kürzer als das der anderen Mädchen, rückte dieser endlich mit der Wahrheit heraus. Er gab zu, dass der wahre Grund für die Wut der Lehrerin der wäre, dass Demetra sich mit den „Falschen“ Jungen in der Klasse abgab. Tony konnte nicht glauben, was er hier hörte! Hatten die alle einen Knall? Er bat ihn, zu wiederholen, was er eben gesagt hatte. Der Direktor machte das auch. Der Umgang Demetras war das Problem. Bzw. der Umgang der Jungen mit ihr.

Als der Chef der Schule merkte, dass Tony jetzt richtig wütend war, bereute er, dass er ehrlich war. Aber er konnte das bereits gesagte natürlich jetzt nicht mehr zurücknehmen. Gesagt ist gesagt. Der wahre Grund für den Ärger war also der Umgang der Jungen mit Demetra und ihr eigener mit ihnen. Angeblich war das Outfit von Demetra schuld, dass einige Jungen sich nicht auf den Unterricht konzentrieren können.
Während Tony jetzt dem Direktor in dessen Büro gegenüber saß, musste er das gehörte erst mal verdauen. Er musste es geistig erfassen, dass seine geliebte Tochter schuld sein sollte, dass andere von ihr abgelenkt wären. Ernsthaft. Wegen eines völlig normalen Sommer Outfits sollte seine Tochter Probleme bekommen, weil andere nicht mit ihr umgehen konnte. Die Frage war ja auch, was wäre in einem anderen Outfit? Wäre sie dann immer noch schuld? Tony sah nicht ein, der Schule das jetzt durchgehen zu lassen.

Als er seine Tochter ansah, die ja neben ihm saß, die ganze Zeit schon, war ihm klar, dass er jetzt handeln musste. Er musste für sein Kind kämpfen und für es einstehen. Er musste auch seiner Tochter zeigen, dass man nicht alle davon kommen lassen darf, wenn sie mit so obstrusen Anschuldigungen ankommen. Er wollte ihr zeigen, dass man sich wehren kann.
Als Tony fragte, wie es jetzt weiter gehen solle, gab der Direktor ihm erneut zwei Wahlmöglichkeiten. Entweder, er würde jetzt Demetra eine Jogginghose besorgen, damit wenigstens die Beine völlig bedeckt wären, oder aber sie würde vom Unterricht, von der Schule, suspendiert werden. Tony wusste, dass das jetzt völliger Quatsch wird. Denn das würde alles nicht funktionieren, auch wenn seine Tochter jetzt im Kaftan zur Schule gehen würde.

Endlich schaltete sich auch Demetra ein. Auch sie war jetzt entschlossen, für Fairness zu sorgen. Sie wies den Direktor darauf hin, dass sie ja wohl nicht als einzige komisch rumläuft, wenn er das so empfindet. Sondern das zum Beispiel auf ihrer Schule gar keine Hüte getragen werden dürfen, aber fast die ganze Schule, also die Jungs, immer wieder welche trägt. Caps und sowas, trotz Verbotes. Sie sah nicht ein, warum diese damit durchkommen sollten und sie nicht. Das wäre ja Diskriminierung, gleiches Recht für alle!
Tony war jetzt total verwirrt. Das Argument seiner Tochter war ja schlüssig. Er wollte jetzt auf keinen Fall nachgeben. Er versuchte auch, dem Direktor zu erklären, dass er selbst am morgen genügend Mädchen in ähnlich luftigen Outfits gesehen hätte, wie seine Tochter es trug. Er wollte jetzt genau wissen, warum sie es auf seine Tochter abgesehen hatten. Es musste noch etwas anderes dahinter stecken.

Vor allem solle der Direktor doch bitte das Wetter bedenken! Es war draußen viel zu heiß, um lange Hosen, wie Jeans oder wirklich Jogginghosen zu tragen. Und nur weil Jungen eventuell abgelenkt werden könnten, müssten sich die Mädchen verhüllen? Vor allem, warum nur seine Tochter Demetra? Das wäre doch nicht die Schuld seiner Tochter, wenn andere so reagieren?
Jetzt kam Tony noch eine ganz andere Idee. Er fragte einfach draußen die Mädchen, was sie über die Sache denken. Die Mädchen bestätigten ihm, dass ja auch andere luftig herumlaufen und das es bei der Wärme auch total unmenschlich wäre, wenn sie gezwungen wären, dicke Outfits, bzw. lange und feste Kleidung tragen zu müssen. Und das nur, weil vielleicht einige Jungs Konzentrationsprobleme bekommen könnten.

Nun hatte Tony genug gehört. Er beschloss, die Medien einzuschalten. Sie lebten doch nicht mehr im letzten Jahrhundert, wo selbst die Badeanzüge der Damen bis zu den Füßen reichen mussten! Das ganze war so absurd, dass er einfach wollte, dass alle davon Wind bekamen. Er wollte für Demetra und auch für ihre Mitschülerinnen kämpfen. Denn es war klar, früher oder später würde es ihnen auch so ergehen wie seiner Tochter.
Die lokalen Medien fanden das Thema sehr spannend und erklärten sich bereit, darüber zu berichten. Tonys Anliegen war einfach: Er wollte, dass alleine die Eltern entscheiden dürfen, was ihre Kinder zur Schule tragen. Alle Eltern achten sowieso darauf, dass nichts zu anzüglich wäre und sie so ihre Tochter in Gefahr bringen. Aber die Schule sollte kein Recht darauf haben, den Kindern und auch den Eltern reinzureden, was diese tragen dürfen!

Da es in der Middle School von Demetra tatsächlich eine Kleiderordnung gab, die der Direktor auch dem Vater gezeigt hatte, fuhr Tony zurück zur Schule und forderte, dass diese veraltete Ordnung sofort geändert wird. Es sollte natürlich schon noch etwas davon bleiben. Dass man nicht bauchfrei tragen darf, keine Spaghettiträger und einfach nicht zu wenig Kleidung. Aber eben nicht zu übertrieben geregelt. Das musste doch möglich sein?
Tony stieß jetzt nämlich auf ein ganz anderes Problem. Die meisten der anderen Eltern unterstützen ihn total. Aber es gab auch andere. Es gab genug Eltern, die auch fanden, dass das Outfit Demetras unangemessen wäre. Sie gaben der Schule recht, dass Kinder, vor allem Jungs, dadurch abgelenkt werden, wenn sie so etwas sehen. Sie befürchteten auch, dass die Kids das völlig ausnutzen würden, wenn es gar keine richtige Kleiderordnung mehr gäbe.

Den anderen Eltern war es wichtig, dass die Kinder einen gewissen „anständigen“ Kleidungsstil pflegen. Sie befürchteten, dass eine Lockerung zu extrem knappen Outfits führen würde und vielleicht dadurch sogar ihrer Kinder in Gefahr kommen. Tony dachte echt, er hört nicht richtig. Die Eltern sollten doch für die richtigen Outfits sorgen! Waren sie dazu nicht in der Lage?
Das ganze Thema machte natürlich die Runde durch die ganze Schule und so erfuhr Demetra, dass es noch ein weiteres betroffenes Mädchen gab. Claire, eine 17jährige Mitschülerin, hatte ein riesen Problem ausgerechnet auf dem Abschlussball bekommen! Das arme Mädchen wurde vor versammelter Mannschaft dafür gerügt, was sie auf dem wichtigsten Ereignis, dem Abschlussball, trug, das muss man sich mal vorstellen! Was genau stimmte denn nicht mit dieser Schule?

Claire und ihr Begleiter hatten sich schon so lange auf den so wichtigen Ball gefreut. Sie bereiteten sich schon Wochen vorher darauf vor, besorgten die Tickets und Claire suchte natürlich nach einem schönen Kleid für diesen wichtigen Abend. Es war wunderschön. Silbern, glitzernd, genau wie sie es sich gewünscht hatte. Wie eine Prinzessin sah sie aus. Nicht im Traum hätte sie gedacht, dass dieses Kleid ihr den Abend und die Erinnerungen an den Abschlussball ruinieren könnten.
Sie wusste genau, wie streng die Schule mit Kleidung war und achtete also genau darauf, dass das Kleid auch ja nicht zu kurz wäre. Es musste eine gewisse Länge haben und diese hatte sie. Also probierte sie das Kleid an, gefiel sich darin, kaufte es und freute sich auf den Abschlussball. So wie alle anderen Teenager in ihrer Schule auch.

Sie hatte auch die Einladung zum Ball gelesen, dort stand auch nochmal klar, dass die Länge eingehalten werden musste. Dass die Kleiderordnung der Schule auch auf dem Ball unbedingt eingehalten werden müsse. Claire machte sich keine Sorgen. Sie hatte das Kleid getestet, es war lange genug also konnte ja nichts schiefgehen. So dachte sie. Und irrte hier total.
Jetzt endlich war der Abend gekommen. Der Abschlussball stand an. Sie war total aufgeregt und freute sich natürlich sehr. Jetzt zog sie nur noch ihr Kleid an und erschrak. Das Kleid war jetzt kürzer! Es hatte ein wenig verändert werden müssen, weil es nicht genau passte und dabei war es kürzer geworden. Sogar so kurz, dass es den Längentest der Schule nicht mehr bestehen konnte. Aber jetzt war keine Zeit mehr! Sie hatte nichts anderes, zog also das Kleid an und hoffte das Beste.

Als Claire vor dem Haus stand, machte sie selbst noch mal den Längentest und bemerkte, dass es wirklich, im wahrsten Sinne des Wortes, jetzt eng werden könnte. Aber sie hatte einfach keine andere Wahl und sie hoffte, dass es einfach niemandem auffallen würde, dass das Kleid einen Tick zu eng, zu kurz wäre. So streng konnte doch niemand sein! Hoffte sie.
Claire kam also endlich an der Kirche an, wo der Abschlussball stattfinden sollte und hoffte, dass alles gut gehen würde. Aber weit gefehlt. Es kam sofort jemand auf sie zu und machte sie darauf aufmerksam, dass ihr Kleid auf jeden Fall zu kurz wäre und das sie den Längentest nicht bestehen würde. Es waren wirklich nur Millimeter, daher hatte sich Claire nicht viele Sorgen gemacht. Aber es fiel offenbar sofort auf. Man erklärte ihr noch mal deutlich die Regeln!

Die Organisatorin des Balls, Ann Duncan, bestand darauf, dass die strengen Regeln eingehalten wurden, sonst würden zukünftig ja alle mit viel zu kurzen Kleidern ankommen. Sie ließ nicht gelten, dass Claire einfach groß war und somit ihre Beine automatisch länger wirkten, als bei anderen Mädchen. Das war der Frau egal. Sie pochte auf die Einhaltung der strengen Regeln. Und das vor allen anderen, die bereits da waren.
Claire versuchte nochmal, die Frau zu überzeugen, dass es sich wirklich nur um Millimeter handelt, aber Ann sah keine Chance, dass Claire an dem Ball teilnehmen konnte. Sie meinte, sie soll halt nach Hause gehen und sich umziehen. Aber Claire hatte kein weiteres Outfit. Also was sollte sie tun? Sie beschloss, trotzdem reinzugehen. Nicht die beste Entscheidung.

Als sie nämlich jetzt in den Ballsall ging, fiel ihr auf, dass auch andere Mädchen kürzere Kleider trugen. Einige waren sogar um einiges kürzer noch als ihres! Sie konnte nicht anders, sie musste lachen. Warum wollte man ausgerechnet sie dafür anschwärzen, wenn doch alle so rumliefen, wie es ihnen passte? Sie wollte jetzt einfach ihren Ball feiern und Spaß haben. Sie bemerkte nicht, dass sich etwas über ihr zusammen braute.
Claire versuchte sich zu entspannen und zu feiern. Allerdings fiel ihr auf, dass sich einige der Mädchen alles andere als wohl fühlten. Der Grund dafür war eine Galerie über ihnen, auf der auffallend viele männliche Studenten und auch Väter standen und ungeniert die Mädchen betrachteten. Diesen war es gar nicht wohl dabei. Es war irgendwie alles sehr seltsam.

Aber die Männer waren nicht da, um die Mädchen zu betrachten, sondern sie sollten dafür sorgen, dass auch ja die strenge Kleiderordnung eingehalten wurde. Sie sollten sozusagen überwachen, dass keines der Mädchen zu anzüglich herumlief. Was für eine alberne und vor allem auch unwürdige Situation. War man wieder im Mittelalter gelandet? Waren die Leute echt nur da, um zu messen, ob die Kleider lange genug waren? Absurd!
Das Mädchen versuchte sich zu entspannen und begann, mit ihrem Freund zu tanzen. Plötzlich stand wieder die Organisatorin vor ihr und nahm sie am Arm. Sie zog sie beiseite und machte sie darauf aufmerksam, dass ihr Tanz viel zu anzüglich wäre. Sie würde die Jungs dazu bringen, schlecht zu denken. Sie solle sofort damit aufhören, sonst müsse sie ihr das Tanzen verbieten. Was für ein Albtraum!

Claire fiel jetzt total vom Glauben ab. Was konnte sie denn dafür, wenn Jungs komische Gedanken haben, wenn sie sie beim Tanzen beobachten? Hätten sie diese nicht auch, wenn sie einfach nur rumsteht und gar nichts macht? Solle sie sich komplett verhüllen und sich gar nicht mehr bewegen? Sie war doch nicht verantwortlich für die Gedanken der anderen, weder für die der Jungs, noch für die der Väter, die laut der Organisatorin auch peinlich berührt wären von ihr.
Es reichte Claire jetzt endgültig. Sie beschloss, sich gegen die Organisatorin und ihre altmodischen Ansichten zu wehren. Alle Freunde, auch die Mädchen, unterstützten sie darin. Es kann doch nicht sein, dass wegen weniger Millimeter ein Aufstand gemacht wird, zumal man immer noch genug anhat? Es konnte auch nicht sein, dass man dann auch noch für das Tanzen gerügt wird? Jetzt kam auch Claires Freund endlich an der Kirche an und war sofort bereit, seiner Freundin zur Seite zu stehen.

Er konnte nicht fassen, was er hörte. Er wollte sofort gehen und sich das Geld für die Tickets zurückholen. Er war wütend und wollte Erklärungen haben. Die Organisatorin allerdings war unerbittlich und pochte immer noch auf die Regeln. Also reichte es ihnen. Sie verließen den Ball und berichteten später auch den Medien darüber. Der ganze schöne Abend war versaut. Der Abschlussball, an den man sich immer erinnern würde, war total ruiniert. Und das nur wegen zu strenger Regeln!