Ein kleiner Elefant war in ernsten Schwierigkeiten und bekam unerwartete Hilfe

Natalie am 15. July 2021
Auch Elefanten, so stark sie sonst sind, können an einen Punkt gelangen, an dem sie nicht mehr weiterkommen und ihnen auch kein anderes Tier aus der Herde helfen kann. In dieser Geschichte geriet ein kleines Kalb aus einer Elefantenherde in große Bedrängnis und kein anderes Tier konnte ihm helfen. So kam es, dass die Herde sich zu etwas entschloss, was sie normalerweise nie tun würden.

Die größten Tiere fernab des Wassers sind Elefanten. Sie sind majestätisch und haben keinerlei Probleme mit Menschen. Sie halten sich von ihnen fern und bleiben normalerweise immer unter sich, in ihrer Herde. Menschen gegenüber sind sie misstrauisch, dies aus gutem Grund. Manchmal aber gelangen selbst unabhängige Tiere, wie sie, in solch große Not, dass sie den Kontakt zu Menschen suchen müssen. Wie in dieser Geschichte.
Indien ist ein dicht bevölkertes Land. Aber auch hier gibt es natürlich Landgebiete und dort leben viele Elefantenherden, die sich frei bewegen können. Sie haben ihre Ruhe vor den Menschen und die Menschen wiederum, die in diesen Dörfern leben, lassen sie in Ruhe. Eine friedliche Co Existenz, die durch nichts gestört wird. Jeder achtet den anderen, jeder hat seinen Bereich. So ist es normalerweise.

Da jeder seinen Bereich hat, ist keiner für den anderen auf irgendeine Weise eine Bedrohung. Die Grenzen des jeweiligen Lebensbereiches werden von beiden Seiten geachtet. Man siehst sich sozusagen nur aus der Ferne und daran hatte sich bis jetzt auch nie etwas geändert. Bis eines der Tiere in Not geriet und ihnen gar nichts anderes übrig blieb, als Kontakt zu den Menschen aufzunehmen.
Diese Geschichte fand im Süden Indiens statt, genauer am Urulanthanni River. Hier ist die Natur noch üppig und alles ist dicht bewachsen. Die Elefanten leben in den Wäldern und laufen frei umher. Die Menschen halten immer Abstand, wenn sie in den Wäldern unterwegs sind und ihre Arbeiten verrichten. Sie achten sehr darauf, die Tiere nicht zu stören. Die Menschen kannten inzwischen auch die Routen der Tiere ganz genau und erfreuten sich immer, wenn sie durch die Wälder streiften, mit lautem Getöse und viel Lärm natürlich.

Eines Tages machte sich die Herde wieder auf den Weg, um an den Fluss zu gelangen. An diesem hielten sie sich gerne auf. Um zu baden, Wasser zu trinken. Sie kannten den Weg in und auswendig und hatten keine Probleme, den Pfad über den Fluss zu überqueren. Allerdings hatten sie jetzt ein neues Junges dabei, welches den Weg noch nicht kannte. Und so kam es, dass sie die Hilfe der Menschen brauchen würden.
Ihr Jungtier rutschte ab und steckte am Rand des Flusses fest. Die Herde erkannte natürlich sofort, dass das Kalb in großer Gefahr war. Sie versuchten alles, um es aus dem Loch zu befreien. Aber das Tier war fest von einer Schlammschicht eingeschlossen und so steckte es fest! Das Kleine selbst versuchte alles, um sich frei zu kämpfen, aber vergeblich. Es steckte richtig fest. Das Jungtier begann laut zu weinen und zu jammern und die großen Tiere waren total hilflos, weil sie nicht wussten, wie sie helfen konnten.

Allen blieb nichts weiter übrig, als dem kleinen Elefantenbaby bei seinen Bemühungen zuzusehen. Es versuchte, wieder aus dem Loch zu kommen, aber vergebens. Sie waren total hilflos und wussten wohl, dass sie ohne Hilfe von außen nicht weiter kommen würden. Also entschlossen sie sich wohl untereinander, einen völlig ungewöhnlichen Weg einzuschlagen. Etwas zu tun, was sie sonst nie tun würden.
Sie versuchten das Jungtier zu unterstützen, in dem sie laut trompeteten und stampften. Aber alles schien vergebens. Das Jungtier wurde immer schwächer und die Herde wurde jetzt total unruhig. Was konnten sie tun? Es wurde bereits dunkel, die Dämmerung setzte ein. Sie begannen, am Rand des Ufers hin und herzulaufen. Total hilflos. Wir können uns diese schwierige Situation wirklich gut vorstellen.

Elefanten sind sehr kluge Tiere. Sie hatten die Situation genau begutachtet und waren wohl zu dem Schluss gekommen, dass sie nicht helfen konnten. Egal was sie anstellen würden, das junge Tier würde nur noch mehr im Schlamm versinken und im schlimmsten Fall dort auch ertrinken. Das kleine Kalb wurde immer schwächer und die Elefantenherde wurde jetzt sehr unruhig. Sie hatten Angst, ihr neuestes Mitglied zu verlieren. Was konnten sie nur tun?
Diese wunderbaren Tiere sind vor allem dafür bekannt, mitfühlend zu sein. Sie sorgen sich umeinander und kein Tier wird einfach im Stich gelassen. Also keines aus der Herde. Sie sorgen sich umeinander und achten darauf, dass keines von ihnen in Gefahr gerät. Wenn sie ihre Routen ablaufen, achten sie darauf, dass die älteren vorne weg laufen und die jüngeren sie von hinten bewachen. Niemand bleibt einfach zurück. Alle sind füreinander da. Egal ob es dann für eines selbst gefährlich wird.

Diese ganze Situation brachte auf jeden Fall alle in der Herde in eine schwierige Lage. Das kleine Kalb steckte fest und keines der anderen Tiere war bereit, es einfach im Stich zu lassen. Sie machten laute Geräusche und liefen am Ufer des Flusses auf und ab. Etwas anderes fiel ihnen einfach nicht ein. Es sind eben doch Tiere. Aber, das war noch nicht alles, was sie versuchten. Natürlich nicht. Sie wollten ja das Kleine retten.
Da die Hitze an diesem Tag groß war, verlor das Kleine schnell an Kraft. Die Sonne schien erbarmungslos und es sah fast so aus, als könnte nichts und niemand das Kleine noch retten. Die Elefanten gingen immer noch am Ufer auf und ab. Völlig ratlos und verzweifelt. Als das Kleine jetzt auch noch seine Augen schloss, war die Herde endgültig mit ihren Nerven am Ende. Sie schrien laut und trompeteten wie wild. Es klang einfach nur furchtbar und auch beängstigend.

Die Tiere hofften wohl instinktiv, dass die Menschen auf sie aufmerksam werden würden, wenn sie sich so laut verhielten. Sie rafften sich also wirklich dazu auf, die Menschen auf sich aufmerksam zu machen. Tatsächlich war das auch ihre einzige Chance, das kleine vor dem sicheren Tod in diesem Schlammloch zu bewahren. Würden die Menschen aufmerksam werden? Konnten sie ihnen helfen?
Natürlich war klar, dass die Menschen alleine vom Trompeten der Tiere nicht auf sie aufmerksam werden würden. Sie trompeten oft. Aus Freude, auf ihrer Tour durch den Wald. Und da die Herde wirklich mit ihrem Latein am Ende war und wusste, sie würden es nicht schaffen, aus eigener Kraft das Jungtier zu befreien, mussten sie besonders laut sein und auf sich aufmerksam machen, damit Hilfe von Menschen möglich wurde. Sie konnten und wollten ihr Kleines nicht einfach aufgeben. Verständlich für uns Menschen oder?

Als die Großen aus der Herde so laut wurden und immer noch mehr trompeteten, erwachte auch der Überlebenswille des Jungtieres erneut. Es versuchte nochmals, sich aus dem Loch zu befreien, aber vergebens. Es konnte ein Stück höher steigen, rutschte dann aber gleich wieder zurück. Es muss ein furchtbarer Anblick gewesen sein, vor allem für die hilflosen anderen Tiere.
Die Bewohner des nahe liegenden Ortes waren verwirrt. Sie kannten ja ihre Mitbewohner aus dem Wald gut. Aber solche Geräusche hatten sie noch nie gemacht. Erst warteten sie ab, ob das wieder abebben würde, aber im Gegenteil, die Tiere wurden immer lauter. Den Bewohnern war klar, irgendwas stimmte dort nicht. So laut waren die Elefanten noch nie gewesen und vor allem auch nicht so lange! Irgendwas war passiert. Sie mussten nachsehen, was das war.

Einige von ihnen beschlossen, doch mal nachzusehen, was da im Wald los war. Das Geräusch kam aus dem Wald, aber andere erkannten auch, dass es vom Ufer des Flusses kommen musste. Es war fast einen Kilometer entfernt, also könnt ihr euch vorstellen, wie laut die Tiere auf sich aufmerksam machten. Ein paar zogen jetzt los, um dem Geräusch nachzugehen. Ein bisschen Angst hatten sie aber schon.
Einige der Bewohner zogen also los, um die Quelle des Lärms auszumachen. Als sie am Ufer des Flusses ankamen, sahen sie sofort, was los war. Sie sahen die Herde, die einen unglaublichen Lärm machte, aber noch erkannten sie den Grund dafür nicht. Warum waren sie so laut? Waren sie in Gefahr durch eine Herde an Raubtieren? Sie mussten jetzt selbst gut aufpassen. Denn Raubtiere konnten natürlich auch für sie gefährlich werden.

Also blieben sie im sicheren Abstand zu den Elefanten und beobachteten erst mal, was dort los war. Da aber nichts weiter geschah, die Tiere einfach nur am Ufer auf und ab liefen, wurden einige von ihnen mutiger und traten näher, um zu sehen, was da los war. Sie hielten aber trotzdem Abstand, denn auch die Elefanten konnten ihnen natürlich gefährlich werden.
Normalerweise bleiben die Menschen den Elefanten fern. Es ist wie eine heimliche Absprache. Die Tiere haben ihren Bereich, die Menschen haben ihren eigenen Bereich. Aber jetzt, in dieser Situation, mussten sie einfach näher treten, dabei aber aufpassen, dass die Herde nicht wütend werden würde. Allerdings verhielten sich die Tiere ganz anders. Anstatt wütend zu werden, wurden sie ruhiger, als sie die Menschen sahen.

Die Bewohner des Dorfes erkannten jetzt auch endlich die Lage, in der sich die Herde und vor allem das kleine Tier befand. Sie sahen, dass es in diesem Schlammloch um sein Leben kämpfte. Ihnen war aber auch klar, dass sie das nicht mit ihren Händen würden lösen können. Sie brauchten Hilfe. Aus dem Dorf und auch die zuständige amtliche Stelle für Elefanten musste informiert werden.
Ein paar blieben vor Ort, in sicherem Abstand zur Erde, andere liefen schnell zurück in den Ort, um Hilfe zu holen. Es wurde schon langsam dunkel. Das Baby in dem Schlammloch wurde jetzt ruhiger. Es hörte auf, sich selbst befreien zu wollen. Alle warteten jetzt offenbar auf Hilfe. Sowohl die Tiere, als auch die Menschen, die vor Ort war. Sie brauchten einfach die richtige Ausrüstung, um das Tier aus dem Schlammloch befreien zu können. Hoffentlich würde das rechtzeitig gelingen!

Endlich sahen die Menschen, die am Schlammloch geblieben waren, dass Hilfe ankam. Es näherten sich Autos. Nach einer gefühlten Ewigkeit waren endlich die Retter da. Sie sahen sich die Herde jetzt alle erst mal aus der Ferne an, aber diese blieb ruhig. Sie schien zu ahnen, dass nur diese Menschen jetzt noch ihr Kleines retten konnten. Die einzige Chance. Sie waren klug genug, das zu erkennen.
Jetzt kamen auch die zuständigen Beamten an. Forst und Wildhüter machten sich ihr eigenes Bild und überlegten gemeinsam mit den anderen Anwesenden, wie sie dem kleinen Elefanten helfen könnten. Sie mussten jetzt erst mal dafür sorgen, dass die anderen Tiere den Platz verließen, da sie schon Angst hatten, dass diese doch noch unruhig werden könnten und ihnen somit auch gefährlich. Auch brauchten sie die passende Ausrüstung. Mit den Händen war hier nichts auszurichten.

Im Moment war aber klar, an diesem Abend, in dieser Nacht konnten sie nichts mehr machen. Es war zu dunkel und es war keine Ausrüstung vor Ort. Also blieben sie gemeinsam mit der Herde vor Ort, um die Nacht abzuwarten. Im Morgengrauen wollte man dann mit der Rettungsaktion beginnen. Das Kleine war zum Glück nicht in akuter Gefahr. Ertrinken konnte es nicht, da es im Schlamm feststeckte.
Sie hatten aber noch am Abend Unterstützung aus der Stadt angefordert. Als die Sonne aufging, hörten sie von Weitem Fahrzeuge, die langsam näher kamen. Die Rettung nahte. Zum Glück! Sie hatten sogar einen Bagger dabei. Allerdings musste jetzt erst mal alles sorgfältig geplant werden, damit das Kleine nicht in noch mehr Gefahr kam. Als sie sich alle so die Lage ansehen, waren sie schon am Zweifeln, ob die Rettung gelingen könnte.

Als die Rettungsaktion begann, steckte das Kleine schon fast einen ganzen Tag in diesem Schlammloch. Die Elefanten warteten geduldig, was die Menschen jetzt unternehmen würden. Sie verhielten sich ruhig und waren in keiner Weise beängstigend oder gar bedrohlich. Sie wussten offenbar, dass nur diese Menschen jetzt noch helfen konnten. Sie selbst waren völlig hilflos.
Jetzt waren auch die anderen Bewohner des nahen Ortes neugierig geworden und immer mehr Menschen versammelten sich am Ufer des Flusses. Aber jetzt mussten alle aufpassen. Denn diese Masse an Menschen konnte für die hier wartende Herde ja doch noch Aufregung und somit eine Gefahr für alle bedeuten. Sie mussten jetzt wirklich vorsichtig sein und durften keine zu große Unruhe in diese schwere Situation bringen.

Sie machten den Bagger bereit und besahen sich nochmals die Situation. Der Schlamm hatte das Elefantenkind fest umschlossen. Vorsichtig begaben sich einige der Helfer zu dem Jungtier, um es erst mal vom gröbsten Schlamm zu befreien. Sie mussten ringsum das Tier den Schlamm entfernen, das Loch größer machen. Damit sich das Elefantenkalb selbst bewegen und somit auch befreien könnte. Das ganze dauerte viele Stunden!
Viele der Anwesenden munkelten, warum das nicht schneller ginge. Aber die Beamten und auch die Arbeiter wussten genau, was sie taten. Sie arbeiteten mit Vorsicht, um das Kleine nicht in noch mehr Gefahr zu bringen und auch, um die anwesende Herde nicht zu beunruhigen. Alles musste mit größter Sorgfalt geschehen. Die Elefanten blieben ruhig. Sie ahnten, dass alles nur zum Wohl ihres Kleinen geschah.

Die Absicht der Arbeiter war, eine Art Pfad zu erschaffen, auf dem sich das Kleine dann selbst aus dem Loch ziehen konnte, eine Art Rampe also. Das war aber nicht so einfach, da der Schlamm immer wieder zurück rutschte und die Gefahr für das Jungtier so wieder größer wurde. Es war wirklich eine sehr schwierige Rettungsaktion. Hoffentlich würde sie gelingen, ehe dem Kleinen die Kraft ausging!
Langsam aber sicher schaffte es der Bagger, einen Pfad zu erschaffen, auf dem sich das Kleine dann selbst würde befreien können. Alle halfen jetzt zusammen, um dem Kleinen die Rettung zu ermöglichen. Das Kleine schien jetzt neuen Mut zu schöpfen, es sah lebhaft aus und freute sich offenbar über die vielen Helfer. Aber wie verhielt sich der Rest der Herde? Hatten sie Angst oder hatten sie neuen Mut geschöpft?

Die Bewohner des Dorfes halfen so gut sie konnten mit, um den Pfad zu schaffen. Sie schaufelten mit Schlamm und Dreck vom Rand weg, damit die Rettung schnell vorangehen konnte. Die Elefanten wiederum freuten sich offenbar auch, denn sie nahmen ihre Wanderung entlang des Ufers wieder auf. Sie gingen auf und ab und machten freundliche Geräusche. Offenbar vertrauten sie den Menschen und warteten jetzt nur noch auf den Moment, dass das kleine Tier das Schlammloch verlassen würde.
Die Maschinen waren natürlich nicht gerade leise. Aber der Lärm schien die Herde nicht zu stören, sondern sie sahen einfach nur ruhig zu. Der zweite Tag der Rettung lief und die Bewohner sahen, dass wirklich alle Tiere noch da waren. Nicht eines hatte sich entfernt. Die ganze Herde wartete hier auf das Kleine. Die Menschen versuchten übrigens wirklich alles, sie arbeiteten mit Schaufeln und Händen.

Als es gerade schien, dass alles gut gehen würde, gab der wichtigste Bagger auf. Es wurde erst total laut, dann verstummte der Lärm. Der Bagger war aus. Nichts ging mehr. Das konnte doch nicht wahr sein! Das wichtigste Gerät durfte jetzt nicht einfach ausfallen. Was konnten sie jetzt nur tun? Ohne diesen Bagger würde nichts weiter gehen. Jetzt, wo alles so gut aussah, durfte das einfach nicht scheitern.
Die Arbeiter merkten schnell, was passiert war. Der Motor war einfach überhitzt und deshalb ausgefallen. Aus dem Bagger stieg jetzt auch Rauch auf. Ausgerechnet jetzt, wo man so weit war und die Rettung am Gelingen war! Aber jetzt ging es nicht anders. Sie mussten erst mal warten, ob der Motor vielleicht einfach nur abkühlen musste. So wurden jetzt Snacks gereicht und die Arbeiter ruhten sich erst mal aus. Sie konnten im Moment nichts anderes tun. Das Elefantenbaby steckte fest, ihm konnte im Moment auch nichts passieren.

Die Elefanten hatten übrigens auch Snacks bekommen, damit sie nicht ihre Kraft verloren. Man hatte Bananen besorgt. Aber jetzt, da alle satt waren und sie sahen, dass die Rettung nicht weiter ging, wurden die Tiere unruhig. Die Menschen allerdings begutachteten den Bagger und waren sich einig, dieser musste jetzt erst mal repariert werden. Eine Zwangspause war also unumgänglich. So leid es ihnen auch tat. Aber ohne den Bagger konnten sie nichts tun!
Nach ewiger Zeit, so schien es allen zumindest, lief der Bagger wieder. Viele der Bewohner hatten sich zusammengetan, um ihn zu reparieren und es gelang! Sofort wurde die Aktion wieder gestartet und alle nahmen ihre Arbeit wieder auf. Es musste noch eine Menge an Schlamm und Dreck entfernt werden, um den notwendigen Pfad zu erschaffen. Es nutzte alle Eile nichts, die Arbeit musste sorgfältig verrichtet werden.

Sie wollten diesen künstlichen Graben erschaffen, damit das Elefantenkind aus eigener Kraft aus der Grube klettern konnte. Aber jetzt dauerte alles zu lange. Das Kind wurde immer schwächer und auch die Elefanten wurden langsam unruhig. Sie trompeteten und liefen auf und ab. Sie waren offensichtlich ungeduldig jetzt. Es sollte vorbei sein, sie wollten ihr Kind gesund wieder haben!
Es klingt auch alles einfacher, als es war. Ein bisschen Schlamm weg, ein bisschen Dreck weg schaufeln und das Tier wäre frei. Aber es war so viel Schlamm, welcher bewegt werden musste und sie mussten ja auch darauf achten, dass das Baby nicht verschüttet werden würde. Sie mussten ja ringsum alles entfernen, damit das Elefantenkalb nicht noch mehr versinken würde oder gar völlig verschüttet. Alles nicht so einfach, wie es aus der Ferne klingt.

Aber nach vielen Stunden harter Arbeit war es endlich soweit. Das Kleine hatte neuen Mut geschöpft und es gelang ihm, aus der Grube zu klettern und auf dem bereiteten Pfad den Schlamm zu verlassen! Die großen Tiere kamen jetzt näher, allen voran zwei Erwachsene, die wohl die Eltern des Kleinen waren. Die anderen Tiere jubelten förmlich. Sie weinten und trompeteten gleichzeitig. Das war für die Menschen natürlich der schönste Moment!
Jetzt umkreisten alle Tiere das Kleine und herzten und liebkosten es. Die Menschen beobachteten die Szene mit einer Mischung aus Freude und Bewunderung. Dieser Zusammenhalt, das alle hier geblieben waren und keines daran dachte, einfach abzuhauen, dass erfreute die Leute wirklich sehr. Das ist gelebte Solidarität! Jetzt passten übrigens die Tiere auch gut auf ihr Kleines auf, damit es auch ja nicht wieder in den Fluss rutschen würde.

Obwohl alle sicher total erschöpft waren, hatten sie eine lebendige Freude in ihren Wesen und die Menschen sahen förmlich die Freude, die im Gesicht des kleinen Tieres stand. Es waren sogar Tränen. Unglaublich oder? Von wegen, Tiere haben keine Gefühle. Die großen Tiere freuten sich sichtlich und das kleine Tier war offenbar einfach nur dankbar für seine Rettung. Es wurde gekuschelt und geherzt, sicherlich ein wunderbarer Anblick.
Das junge Tier genoss die Aufmerksamkeit und die Liebe, die es von der Herde erfuhr. Es war ein furchtbares Erlebnis für das Kleine gewesen, das ist mal sicher. Es steckte über einen Tag in diesem Schlammloch und hatte sicher Todesangst. Jetzt allerdings war es in Sicherheit und die Reise, die Tour konnte weitergehen. Das Kleine lief inmitten der Herde. Alle passten wohl auf, dass es nicht wieder verloren gehen konnte.

Die Menschen dachten sich, dass die Elefanten jetzt auch etwas gelernt hatten. Sie hatten unterschätzt, wie gefährlich es für ihre Kleinen werden konnte. Sie selbst hatten unzählige Male diesen Fluss problemlos überquert. Aber das die kleinen Tiere nicht wussten, dass man abrutschen konnte, das wussten sie jetzt erst. Sie hatten auf jeden Fall auch ihre Lektion gelernt und würden sicher fortan ihre Kinder in ihre Mitte nehmen.
Natürlich waren auch die Menschen total erschöpft. Sie hatten über einen ganzen Tag hinweg alle Kraft in die Rettung dieses Tieres gesteckt. Sie waren müde und eigentlich wollten sie nur noch nach Hause. Aber wie die Elefanten miteinander umgingen, wie sie das kleine Tier herzten und geradezu küssten, das rührte sie alle so sehr, dass sie den Zug der Herde beobachten wollten, bis sie außer Sichtweite waren.

Sie sahen mit Gänsehaut zu, wie sie alle dicht an dicht zum Wald gingen. Dann drehte sich die Herde zu ihnen um. Was hatten sie jetzt vor? Würden sie doch noch wild werden? Sie stellten sich alle in einer Reihe auf und hoben ihre Rüssel. Die Menschen waren verwirrt. Was bedeutete das? Alle gemeinsam trompeteten jetzt und den Menschen traten die Tränen in die Augen. Sie bedankten sich bei ihren menschlichen Rettern!
Das war also der Grund. Sie hatten sich aufgereiht, ihre Rüssel erhoben, um sich bei ihnen mit einem lauten und freudigen Trompeten zu bedanken. Einfach nur herrlich oder? Einen schöneren Dank hätten sie sich niemals vorstellen können. Den Bewohnern war klar, sie würden das ihr Leben nicht vergessen und noch ihren Kindern und Enkelkindern erzählen, was hier passiert war.

Durch dieses Danke fühlten sich die Menschen bestätigt. Sie würden weiterhin in friedlicher Co Existenz mit diesen wunderbaren Tieren leben und niemals würde einer von ihnen auch nur daran denken, den majestätischen Dickhäutern zu schaden. Inder sind übrigens eines der Völker, die wirklich Tiere ehren und für die es selbstverständlich ist, diesen in Not auch zu helfen. Sie freuten sich total über die gelungene Rettung und machten sich fröhlich auf den Heimweg. Das, was hier passiert war, würden sie niemals vergessen und das Dankeschön und die Wärme der Elefanten auf ewig in ihren Herzen tragen.