Ein Rentner fotografiert im Altenheim sein Essen und sorgt für Empörung

Marc am 29. October 2020
1. Rentner fotografiert sein Essen
Jürgen ist ein 65 Jahre alter Mann, der im Altenheim lebt. Seine größte Leidenschaft war das Auflegen als DJ. Nachdem Jürgen jedoch an einem schweren Lungenleiden litt und später stark erkrankte, blieb ihm keine andere Wahl als in Rente zu gehen. Das Problem war jedoch, dass seine Rente nicht für die Miete reichte und so geschah es, dass er seine Wohnung räumen musste und da ihn der Staat mit keiner Wohnung unterstützte blieb ihm nur noch das Altenheim.

Jürgen verlor im Altenheim immer mehr an Gewicht, sein aktuelles Gewicht liegt bei gerade einmal 45 Kilogramm. Er nennt als Grund das Essen im Altenheim, denn nach seinen Aussagen ist die Menge sehr gering und als wäre das nicht schon genug, ist auch noch die Qualität sehr schlecht. So kommt es fast jeden Abend dazu, dass der alte Mann hungrig zu Bett gehen muss.
Die vierte Mahlzeit, die Reiner fotografierte, würde NIEMAND von uns essen!
2. Das Essen muss für alle reichen
Jürgen hatte einfach keine Lust mehr darauf, jeden Abend hungrig ins Bett gehen zu müssen und so entschied er sich eines Abends dazu um eine zweite Portion zu bitten. Nach dieser Bitte wurde er von einer Pflegekraft mit einem sehr rauem Ton angemeckert, dass das Essen für alle ausreichen muss und wenn ihm das nicht genügt, soll er sich seine eigenen Lebensmittel kaufen. Jürgen empfand dies als schlechten Scherz, denn seine Rente reichte gerade so für das Altenheim, wie soll er sich da auch noch seine eigenen Lebensmittel leisten.

Dazu kommt auch noch, dass Jürgen mit seiner schweren Krankheit nicht genügend Kraft hat um zum nächsten Supermarkt zu laufen. Er ist also auf die Hilfe der Pflegekräfte angewiesen, doch diese bekam er leider nicht, sondern nur böse Worte an den Kopf geschmissen. Er hätte niemals geglaubt, dass er irgendwann im späteren Alter einmal hungern müsste.
3. 100 Euro Taschengeld im Monat
Durch seine schwere Krankheit und seinen Gewichtsverlust ist Jürgen sehr schwach und ist darauf angewiesen, dass ihm das Altenheim genügend und qualitativ hochwertiges und gesundes Essen zur Verfügung stellt. Im Altenheim bekommen einige Personen Taschengeld, bei Jürgen liegt dieses bei 100€ monatlich. Dieses Taschengeld wird verwendet um Hygieneartikel zu kaufen wie Rasierklingen, Seifen, Duschgel usw..

Von diesem Geld bleibt meist nicht mehr viel übrig, weshalb es für Jürgen undenkbar ist, jeden Tag auch noch für seine Lebensmittel zu sorgen. Dazu kommt noch, dass Jürgen nicht einmal die Möglichkeit hätte sein Essen selbst zuzubereiten, da er keine Küche hat und die Köche des Altenheims machen für niemanden irgendwelche Extrawünsche. Die Situation für Jürgen ist wirklich zum verzweifeln.
4. Zu wenig Geld für Internet
Jürgen war wirklich verzweifelt und das einzige, was vielleicht helfen könnte wäre, wenn er viele Menschen auf diese schlechten Zustände aufmerksam macht. Da er kein WLAN im Altenheim hat, bat er eine gute alte Freundin alle Bilder die er von seinem Essen gemacht hat ins Internet zu stellen. Jürgen wollte vor allem, dass in Zukunft andere Bewohner nicht das selbe wie er mitmachen müssen.

Er wollte zeigen, wie es fast in jedem Altenheim in Deutschland läuft. Er hoffte, dass wenigstens ein paar Leute auf diese Bilder aufmerksam werden, doch was dann passierte hätte er niemals erwartet. Seine Bilder erreichten mehrere tausend Menschen, um genau zu sein, die Bilder wurden von über 20.000 Menschen gesehen und im Netz weiter geteilt.
5. Unterstützung von einer Partei
Seine Freundin teilte immer mehr Bilder, die ihr Jürgen gab. Die Bilder waren fast immer nur von seinem Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Jürgen hoffte wirklich, dass er durch diesen Schritt in die Öffentlichkeit etwas ändern könnte.

Die Freundin von Jürgen erstellte irgendwann sogar extra eine Seite auf Facebook und schon nach kürzester Zeit hatten sie tausende Follower. Jürgens bekannte heißt Eva und ist zudem auch sehr politisch engagiert. Sie hatte auch das selbe Ziel wie Jürgen, sie wollte nachhaltig an diesen Zuständen etwas verändern und natürlich wollte sie auch Jürgen helfen.
6. Jürgen wünscht sich Unterstützung
Mehr als 20.000 Leute folgen mittlerweile Jürgens Seite mit dem Namen "Jürgen fotografiert sein Essen". Die Seite wächst immer weiter und weiter, was sehr wichtig ist um auf das Thema aufmerksam zu machen. Dieser Schritt in die Öffentlichkeit brachte Jürgen natürlich auch viel Ärger ein, doch das war ihm egal, wenn er dadurch etwas ändern könne. Inzwischen haben auch viele andere Altenheim- und Krankenhausbewohner damit begonnen, Essensbilder zu posten.

Dem Frührentner würde es schon reichen, wenn ihn ein oder zwei von diesen Followern ab und zu im Heim besuchen würden. Er wünscht sich jemanden, der Zeit mit ihm verbringt oder auch mal mit ihm einkaufen geht. Freunde oder Familie hat Jürgen fast keine mehr. Außer seiner Bekannten Eva, die regelmäßig mit dem Frührentner telefoniert.
7. Muss Jürgen das Heim verlassen?
Anfangs wollte Jürgen, dass seine Mission geheim bleibt und nicht bekannt wird, dass er hinter dieser ganzen Sache steckt. Leider konnte er das alles nicht lange geheim halten und das Altenheim bekam Wind von Jürgens vorhaben und sie konfrontierte ihn damit.

Wenige Tage später, nachdem das Heim mitbekommen hatte, was Jürgen getan hat postet er auf Facebook, dass das Altenheim ihn aus dem Heim schmeißen will. Die Verantwortlichen widersprachen Jürgens Aussagen. Man habe zwar über die Bilder gesprochen, ein Rauswurf stand jedoch nie im Raum. Immerhin ist Jürgen ein zahlender Gast und in der Seniorenresidenz nach wie vor willkommen.
8. Ist Jürgen ein Lügner?
Der Frührentner Jürgen machte mit seiner Facebookseite schnell von sich reden. Als sich die Heimleitung einschaltete, kamen jedoch einige Ungereimtheiten ans Licht. Jürgen hatte sich immer wieder darüber beklagt, dass alle Mahlzeiten püriert serviert wurden. Wie sich herausstellte, war dies nur bei Jürgen der Fall. Der konnte aufgrund seiner Lungenkrankheit nämlich gar nicht richtig kauen. Andere Anwohner erhielten feste Portionen.

Jürgens Untergewicht war keine Folge der kleinen Portionen. Wie der Chef der Seniorenresidenz mitteilte, war Jürgen bereits unterernährt eingetroffen. Und das auch nicht vor zwei Jahren, wie Jürgen angegeben hatte, sondern erst kurz bevor er die ersten Bilder ins Netz stellte.
9. Was macht Jürgen heute?
Jürgen beschwerte sich im Netz über das schlechte Essen in seinem Altenheim. Die Heimleitung widersprach jedoch und konnte Jürgens Beschwerden zum größten Teil widerlegen. Nur für die Portionsgrößen fanden die Verantwortlichen keine Ausrede. Hier besteht definitiv noch Verbesserungspotenzial.

Jürgen hat inzwischen schon länger keine Bilder mehr ins Netz gestellt. Seine Facebook-Seite läuft aber weiterhin erfolgreich. Nutzer präsentieren selbst ihre Essenserfahrungen in Altenheimen, Pflegeheimen und Krankenhäusern. Da gibt es Menschen, deren Abendessen aus einem einzigen Knödel besteht. Andere zeigen undefinierbare Speisen und Mahlzeiten, bei denen die Hälfte fehlt. Jürgens Ziel, auf das Problem aufmerksam zu machen, hat er also definitiv erreicht.