Dieser Fischer wäre fast gekentert, als er ein riesiges prähistorisches Wesen an der Angel hatte!

Tim am 24. September 2021
YouTube/The Fish Whisperer
Der Angler Chris Hernandez freute sich an diesem Tag auf ein herrliches Angelerlebnis. Es war ein sehr warmer Tag und er saß gemütlich in seinem Kajak und wartete, dass ein Fisch anbiss. Auf einmal stieß etwas gegen sein Kajak, es gab einen gewaltigen Rums und die Rute von Chris wurde nach unten gezogen. Das brachte sein Kajak gefährlich ins Wanken! Chris freute sich, dass musste ein sehr großer Fisch sein, der da angebissen hatte. Aber es kam anders.

Erst mal war er nämlich damit beschäftigt, sein Gleichgewicht zu halten, um nicht über Bord zu fallen. Dann versuchte er, den wohl riesigen Fisch einzuholen. Er sah einen riesigen Kopf und um den Fisch herum bildeten sich Wellen. Chris war wild entschlossen, diesen vermeintlichen Fisch zu fangen und strengte sich an. Was hatte er da bloß an der Angel? Dieses Etwas kämpfte jedenfalls wie verrückt um sein Leben.

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Chris ist zum Glück sehr sportlich, er hatte schon einige Triathlons absolviert und so war er sich sicher, dass er mit diesem Tier zurecht kommen würde. Es musste etwas sehr großes sein und der Kopf des Tieres erinnerte ihn an Wesen, die man in alten Büchern fand. Hatte er hier einen prähistorischen Fund gemacht, ein Wesen, das eigentlich gar nicht mehr existieren dürfte? In diesem Moment hatte er allerdings wenig Zeit, sich viele Gedanken zu machen. Er musste dafür sorgen, dass sein Kajak nicht kenterte!

Das Tier wehrte sich wie verrückt, Chris sagte später, dass es sogar versuchte, mit dem Ende seines Körpers das Kajak loszuwerden. Später im Interview sagte er, dass es wirklich knapp war. Nur wenige Zentimeter trennten sein Kajak vom Wasser, es wäre fast umgekippt! Aber was für ein Tier war so kräftig und trieb sich hier im Fluss herum? Er wusste, dass es hier noch einige Tiere gab, die aus sehr alten Zeiten stammen. War das eines davon?

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Er überlegte kurz, ob es ein sogenannter Löffelstör sein könnte, der dort an seiner Angel hing. Das wäre fatal, denn dieser Fisch steht unter Naturschutz. Jedenfalls in Texas, wo er sich befand. Der Fisch ähnelte dem Löffelstör, aber Chris war sich sicher, dass es keiner war. Er wollte sich ja hier bei seinem Angelausflug nicht strafbar machen, sondern einfach einen guten Tag haben und einen normalen guten Fang machen.

Chris hatte schon sehr oft geangelt und war sehr erfahren. ER überlegte, ob es der kleinmaulige Büffelfisch sein könnte, der hier vorkommt, aber dieser ähnelt eher einem Karpfen und das Tier, was er an der Angel hatte, war sicher größer als ein Karpfen. Also überlegte er weiter, was es sein könnte. Er hoffte, dass er es fangen konnte, um zu wissen, um was es sich handelte. Zur Not müsste er das Tier eben wieder ins Wasser entlassen, wenn es ein geschütztes Lebewesen wäre.

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Chris überlegte kurz, was er über die Fischarten wusste. Der „Kleinmaulige Büffelfisch“ hat einen dunklen Körper oben und einen fast weißen Bauch. Er hat große Schuppen und ein doch großes Maul. Aber das Tier, was Chris kurz gesehen hatte, war größer, viel größer, fast so groß wie ein Hai! Also konnte es nicht der Büffelfisch sein. Aber was war es denn dann?

Er überlegte weiter. Hier in der Gegend war auch der Buntbarsch zuhause. Diese haben bunte Flecken und Stacheln an den Flossen. Die Männchen haben oft eine Art Buckel auf dem Kopf. Nein, sowas hatte er auch nicht gesehen. Da war kein Buckel und keine bunten Flecken. Ja dann blieb ihm wirklich nur der Fang, um rauszufinden, was er hier an der Angel hatte. Das wurde Chris in diesem Moment klar.

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Auch der blaue Wels kommt in den Flüssen und Seen von Texas vor. Diese können auch sehr groß werden und bis zu 50 kg wiegen. Sie sind sehr kräftig und lassen sich auch nicht so einfach fangen. Chris befand sich an einem größeren Fluss, also das könnte hinkommen. Die Welse leben in den größeren Gewässern von Texas. Aber auch das konnte nicht sein. Das Tier, was er am Haken hatte, war viel größer als ein Wels.

Aber welche Tiere leben denn in den Süßgewässern von Texas? Was konnte Chris da an der Angel haben? Es gibt hier viele Fischarten, auch Schildkröten, Schnecken und vieles weitere mehr. Aber all das, was Chris bereits kannte, passte nicht zu dem, was er hier gesehen hatte, was noch immer an seiner Angel zappelte. Er überlegte, kam aber zu keinem Ergebnis. Alle Tiere, die er kannte, ging er durch. Nichts passte.

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Konnte es ein Krokodil sein? Ein Alligator? Denn in Texas gibt es noch viele davon. Und ja, es sieht ja aus wie aus alten Zeiten und es stammt auch aus alten Zeiten. Es ist eines der Lebewesen, was schon seit Jahrtausenden auf unserem Planeten lebt. Alligatoren sind groß, schwer, haben riesige Mäuler und sind dafür bekannt, mit ihrem Unterkörper Feinde zu überlisten. Schuppen, scharfe Zähne, das konnte doch passen? Chris überlegte kurz, ob er einen Alligator an der Angel haben könnte.

Aber in der Regel lassen sich diese nicht so leicht fangen. Erst recht nicht am Tag, mitten in einem Fluss. Normalerweise zieht man dort nur Fische aus dem Wasser, große Fische sind da durchaus auch dabei. Der beste Fang in dieser Gegend fand im Jahr 1984 statt, damals fing ein Angler im Concho River einen riesigen Umberfisch und kam damit in die „Hall of Fame“ der Gegend. Dennoch, was Chris an der Angel hatte, war noch mal größer!

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Der Fischer, der damals den Rekord aufstellte, hieß Stooksberry und er erzählte später, dass er fast 20 Minuten gebraucht hatte, um das Tier in sein Boot zu bekommen. Er wusste, es war ein schweres Tier, der Zug an der Angel machte ihm das klar. Erst dachte er, er hätte aus Versehen den Grund erwischt und war dort stecken geblieben, aber der „Grund“ bewegte sich und so war ihm klar, er hatte einen großen Fisch am Haken.

In diesem Moment war er viel zu beschäftigt, das riesige Tier an Bord zu bringen, dass er sich gar keine Gedanken gemacht hatte, was er da am Haken hatte und das ein Rekord drin war. Er wusste nicht, dass es sogar ein Weltrekord war, als er den Umber endlich an Bord hatte. Leider, denn wenn er es gewusst hätte, wäre der Fisch nicht auf dem Teller gelandet, sondern beim Präparator.

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Im Jahr 1991 gelang einem weiteren Angler ein Rekord. Der Mann namens Wayne Peck zog einen fast 30 Kilo schweren Fels in sein Boot. Es war ein Wettbewerb, das „Open Tournament“ des San Angelo Bass Clubs. Dieser Fang brachte ihm ein Preisgeld in Höhe von 1.000 Dollar ein! Und gleichzeitig einen weiteren Rekord.

Und später, im Jahr 2019 machte dann eben Chris Hernandez den Fang seines Lebens. Er postete auf seinem Facebook Account Fotos und auch Videos der Kreatur, die er gefangen hatte. Er schrieb unter seine Posts: „Ich habe fast 40 Minuten lang mit diesem Mistkerl gekämpft!“ Tierschützer wären jetzt natürlich nicht begeistert, aber Angler sicher schwer beeindruckt. Seine Freunde und die Familie jedenfalls waren ganz stolz auf Chris.

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Er hatte auch ein Video auf Youtube veröffentlicht von diesem denkwürdigen Tag. Er war zum Glück nicht alleine gewesen, sonst hätte das Unternehmen unglücklich enden können. Der Tag war für ihn einfach nur „großartig“ gewesen, wie er später erzählte. Er bedankte sich besonders bei seinem Cousin Luis Manuel, der ihm geholfen hatte, das schwere und kämpfende Wesen doch noch zu fangen. Eine Weile sah es nämlich nicht danach aus, als würde das gelingen.

Auf seinem Facebook Account schrieb er später: „Danke dafür, dass du mir auf die Uferböschung gefolgt bist und dir einen Weg durch all die Bäume und Äste gebahnt hast, um dorthin zu gelangen, wo ich war, um mir zu helfen, dieses Monster aus dem Wasser und an Land zu bekommen. Mann, das Herz hat wirklich gerast vor Aufregung!“

Facebook/Chris Hernandez
Der Cousin hatte nämlich von den Schwierigkeiten, die Chris hatte, erst mal nichts mitbekommen. Chris erzählte später, wie schwer es ihm gefallen war, die Aufmerksamkeit des Cousins zu bekommen, dieser sah in eine völlig andere Richtung. Im Interview sagte er, dass es ihm endlich gelungen war, Luis anzusprechen und ihn um Hilfe zu bitten. Sonst wäre der Fang wohl verloren gewesen.

Als dieser dann aber bemerkte, was los war, half er seinem Cousin, das Tier an das Ufer zu bringen. Das Tier war so schwer! Am Ufer angekommen, mussten sich beide erst mal fallen lassen, so erschöpft waren sie. Und sie bedankten sich bei den höheren Mächten dafür, dass sie diesen Kampf gewonnen hatten. So ein großer Fang! Das würde sicher Schlagzeilen bringen. Und damit behielten sie recht.

Facebook/Chris Hernandez
Chris war wirklich total erschöpft. Er fühlte sich wie nach einer Schlacht. Später im Interview gab er zu, richtig müde gewesen zu sein. Ihm war klar, in dem Moment, als er an der Angel zog, dass dort ein richtig großes Ungetüm hing. Was immer er am Haken hatte, es war groß, es war schwer und es war mächtig. Wie groß es war, sah er erst, als sie das Tier an Land gebracht hatten.

Der Moderator fragte ihn, wie groß das Tier denn gewesen wäre und Chris antwortete: „2,15 Meter lang und 100 Kilo schwer“. Also groß genug, um im Profisport spielen zu können, scherzten dann beide. Sein Glück war es gewesen, dass sein Cousin in der Nähe gewesen war. Dieser war zwar kein Triathlet wie er, aber Vater von 6 Kindern, was ihm wohl die nötige Ruhe und Kraft gegeben hatte.

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Genau konnte Chris später nicht mehr sagen, was ihm die Kraft gegeben hatte, den Kampf mit dem riesigen Tier zu gewinnen. Er meinte, man muss es in diesem Moment einfach ausbalancieren. Du hast das schwere Tier an der Angel und das Kajak hinter dir. Du willst weder, dass das Boot kentert, noch dass der Fang wieder verschwindet. Also muss man in diesem Moment alle Kräfte bündeln. Besser konnte er es nicht erklären.

Später wurde übrigens noch bekannt, was für ein prähistorisches Tier er dort gefangen hatte. Es war ein sogenannter „Alligator Hecht“. Dieser wird so genannt, weil er den Alligatoren wirklich ähnlich sieht. Er hat auch so scharfe Zähne, ähnliche Schuppen und man möchte nicht im Wasser mit ihm kämpfen müssen. Denn der Kampf wäre sicherlich verloren gewesen. Dieser Fisch existiert übrigens wohl schon, als es noch Dinosaurier auf der Erde gab.

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Chris war sehr glücklich über seinen Fang, aber würde er diesen auch essen? Kann man so ein Tier überhaupt essen? Klar, er erklärte später dem Sender NPR: „Das Fleisch eines Alligators ist wirklich sehr, sehr gut. Es schmeckt nicht wie Fisch. Und es hat auch nicht die Konsistenz von Fisch. Es schmeckt wie ein Chicken Nugget. Es ist sehr, sehr lecker, mein Freund." Na dann, guten Appetit nachträglich. Aber was sagte seine Gemeinde zu seinem riesigen Fang?

Er wurde eine richtige Legende, jeder kennt ihn, jeder spricht ihn an. Er ist ja Friseur und dementsprechend kennen ihn viele Leute. Chris erzählte: „Jeder kommt hierher. Es ist ja ein Friseursalon. Es ist also ein großes Ding, weißt du? Und dann heißt es auf der anderen Seite des Friseursalons: 'Hey Chris, ich habe von dem Alligator-Hecht gehört, den du gefangen hast. Mann, der war riesig, Kumpel.'"

Terry Ross
Aber wie lange hält so ein Ruhm? Chris ist das relativ egal. Er ist sich sicher, dass ihn noch viele Menschen auf seinen großartigen Fang ansprechen werden. Sicher werden noch viele zu ihm in den Salon kommen und ihn nach der Geschichte mit dem Alligator Hecht befragen. Und er wird nicht müde werden, die Story immer und immer wieder zu erzählen, sagte er lachend.

Wollt ihr noch etwas zu diesem besonderen Fisch wissen? Aufzeichnungen aus Forschungen ergaben, dass er bereits seit der frühen Kreidezeit auf der Erde lebte. Das bedeutet, dass er es geschafft hat, seit über 100 Millionen Jahren auf der Erde zu leben. Das ist schon beeindruckend, wenn man bedenkt, dass so viele andere Tiere inzwischen längst ausgestorben sind. Der Alligator Hecht ha sie alle überlebt.

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Er ist auch einer der größten Fische, die im Süßwasser ihre Heimat haben. Es wurden allerdings auch schon welche in Salzwasser gefunden. Damals brach ein Duo aus Vater und Sohn, namens Trinidad und Guillermo den Rekord im Angeln, als sie einen Alligator Hecht fingen, der stolze 127 Kilo wog. Das war im Jahr 1951 und sie fingen ihn im Rio Grande River.

Und auch Chris schaffte es nicht, den alten Rekord der beiden zu brechen. Als man die beiden später noch mal besuchte, sagten sie, dass das ein „heiliger Fisch“ gewesen wäre, denn als sie ihn gefangen hatten, war ein Priester bei ihnen gewesen. Die Tochter von Guillermo sagte später, dass ihr Vater das Angeln so geliebt hatte und dass dieser Fang für ihn wohl mit das Größte in seinem Leben gewesen wäre, was er erlebt hatte.

Clinton & Charles Robertson
Noch immer gelingt es erfahrenen Anglern, diesen Fisch zu fangen. Fast ein Jahr nach Chris Fang, schafften es zwei weitere, eines der Exemplare dem Fluss zu entlocken. Sie fingen einen Alligator Hecht, der ungefähr 60 Kilo schwer war und auch knapp 2 Meter lang. Die beiden waren ebenso erschrocken wie zuvor Chris und Luis, als sie merkten, was sie für ein riesiges Ungetüm an der Angel hatten.

Daniel, so hieß der eine von ihnen war damals mit seinem Freund Mark unterwegs, als sie im Fluss auf den Hecht stießen. Sie brauchten auch ewig, bis sie das Tier endlich bergen konnten. Knapp 20 Minuten dauerte der Kampf mit dem Alligator Hecht, bis sie ihn endlich hatten. Sie brauchten zwar nur die Hälfte der Zeit von Chris und Luis, dennoch waren auch die beiden mehr als nur erschöpft, als es vorbei war.

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Daniel erklärte später im Interview: „Das sind wirklich große Fische und sie haben viel Kraft und sie kämpfen bis sie nicht mehr können." Sie berechneten, dass sie ungefähr 20 bis 25 Kilo an Fleisch aus dem Tier holen könnten. Allerdings war das nicht sein erster Alligator Hecht, wie er später auch erklärte. Im Jahr zuvor war es ihm wohl schon mal gelungen, ein etwas kleineres Exemplar zu fangen.

Wer jetzt auch unbedingt einen Alligator Hecht fangen möchte, der sollte sich auf nach Amerika machen. Die Fische tummeln sich im Mississippi River Valley, also dort sind die meisten Exemplare zu finden. Aber auch in anderen Gegenden der USA wird man fündig. In Arkansas, in Florida, in Oklahoma, in Mexiko und eben in Texas, wo Chris seinen gefangen hatte. Allerdings müsst ihr darauf achten, auch wirklich den Alligator Hecht zu fangen. Es gibt noch 4 weitere Hecht Arten dort.

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Aber was genau unterscheidet den altertümlichen Alligator Hecht von den anderen Hecht Arten? Zwar besitzen alle Hechte eine lange Schnauze, aber die Schnauze des Alligator Hechts ist breiter und wesentlich kräftiger als die der anderen Hechte. Zudem ist er mit glitzernden Schuppen bedeckt, die in den Farben Oliv und Braun erscheinen. Das sind so ziemlich die wesentlichen Unterschiede zwischen den Hechten und dem Kumpel aus prähistorischer Zeit.

Er besitzt aber noch etwas, was ihn deutlich von den anderen Hechten unterscheidet: Alle Hechte haben Kiemen, die es ihnen ermöglichen, unter Wasser zu bleiben. Aber der Alligator Hecht hat noch zusätzlich eine sogenannte Schwimmblase, die sich an seinem Bauch befindet. Das gibt ihm die Möglichkeit, sehr lange unter Wasser zu sein und vor allem auch in Gewässern zu überleben, in denen wenig Sauerstoff vorhanden ist.

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Aber ist so ein Alligator Hecht auch aggressiv? Denn Alligatoren sind ja nicht gerade für ihre Freundschaft zu Menschen bekannt. Im Gegensatz zu seinem Reptilien Verwandten ist der Alligator Hecht eigentlich recht angenehm. Er ist nicht dafür bekannt, besonders aggressiv im Verhalten zu sein. Er möchte einfach seine Ruhe haben und klar, wenn man versucht ihn zu fangen, hat er alles Recht der Welt, sich mit Flossen und allem was er hat, dagegen zu wehren. Übrigens stört es Alligatoren überhaupt nicht, ihre Verwandten auch mal als Mahlzeit zu sehen. Sie ernähren sich auch von den Alligator Hechten!

Die Alligator Hechte sind nicht gerade für ihre üppige Population bekannt. Wenn sie Lust haben, dann brüten sie zwischen April und Mai eines Jahres. Es kommt allerdings auch vor, dass es jahrelang keine Brut von ihnen gibt. Wenn es eine gibt, benötigen sie nur wenige Tage, um zu schlüpfen und ernähren sich von anderen Fischeiern oder von Insekten.

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Zum Glück wird ja ständig geforscht. An allen Lebewesen, so auch an Fischen in Fluss und Meer. Denn der Alligator Hecht hatte viele Jahre lang einen sehr schlechten Ruf und man hatte es sich zur Aufgabe gemacht, ihn möglichst auszurotten. Weil er so gefährlich aussieht und weil Fischer sich Mythen erzählten, war er lange DER Feind. Man dachte, er würde die Beute von Fischern einfach abjagen, die Netze zerstören und er wurde sogar als „Müllfisch“ bezeichnet. Bis in die 1950er Jahre hinein hatte er diesen bösen Ruf.

Aber als man die Fische, ihr Leben, ihre Umgebung genauer untersuchte, entdeckte man, dass diese Art eine sehr wichtige Rolle im Ökosystem der Gewässer spielt. Zudem ist der Alligator Hecht eine gefragte Delikatesse, weil er so lecker schmecken soll. In den Südstaaten der USA bekommt man Alligator Hecht Filets und auch Bällchen, welche aus seinem Fleisch geformt wurden. Chris jedenfalls wird seinen Fang mit seinem Cousin Luis niemals vergessen und er wird sicherlich noch viele Jahre die Geschichte des denkwürdigen Tages in seinem Salon erzählen. Jedem, der sie hören möchte.