Dieser 13-jährige Junge baute sich sein eigenes Haus für nur 1500 Dollar!

Nils am 03. December 2020
Fast jeder hat den Traum vom eigenen Haus. Die meisten schaffen das ihr Leben lang nicht. Das Haus mit den eigenen Händen zu bauen, wäre natürlich das Größte. Für Erwachsene wäre das ja normal. Aber Luke Thill hatte diesen Traum schon mit 13 Jahren und hat sich diesen auch erfüllt, mit gerade mal 1500 Dollar Materialkosten! Platz im Garten seiner Eltern hatte er genug.

Das ein so junger Kerl sowas schafft, ist wirklich beeindruckend. All die Herausforderungen, die so ein Hausbau mit sich bringt, hat er gemeistert. Diese Geschichte ist so inspirierend, dass wir uns gut vorstellen können, dass einige von Euch Lust bekommen, auch ihr eigenes Tiny House zu bauen. Schauen wir uns die Geschichte mal genauer an.

Luke Thill aus Iowa war gerade mal in der achten Klasse, als er die Idee hatte, sich sein eigenes Häuschen zu bauen. Es sollte 8 Quadratmeter groß sein und alles enthalten, was man so braucht. Sein Ziel war es weniger, ein richtig großes Haus zu haben, sondern ein Versuch, ob er das in seinen jungen Jahren auch schaffen würde. Er hat sich alle handwerklichen Fähigkeiten selbst beigebracht und dann fehlte nur noch das nötige Geld.

Was steckte aber hinter der Idee? Fühlte er sich nicht wohl im Elternhaus? Nein, ganz im Gegenteil. Ihn hatte einfach der Ehrgeiz gepackt, als er zufällig ein Video bei Youtube sah, in dem sich junge Leute für wenig Geld ihr eigenes Tiny House bauten. So kam er von einem Video ins Nächste und war von der Idee, sein eigenes zu bauen, begeistert. Also recherchierte er und beschloss für sich, dass er das auch schaffen könnte.
Während der Sommerferien, in denen andere Kinder die Zeit für Ferienlager nutzen, oder um einfach zu zocken, wollte er seinen Traum wahr werden lassen. Er hatte ja genug Zeit und nun fehlte nur noch das Geld. Er erzählte ihnen von seiner Idee, in ihrem Garten sein eigenes kleines Tiny Häuschen errichten zu wollen. Greg und Angie, seine Eltern, waren vom Tatendrang des Jungen begeistert, also gaben sie ihm die Erlaubnis, sein kleines Heim auf ihrem Grundstück errichten zu dürfen.

Lukes Vater hatte allerdings einige Regeln für ihn; Luke musste die Kosten selbst stemmen, also dafür auch arbeiten. Wenn er schon sein eigenes Häuschen wollte, sollte er das auch selbst finanzieren. Das klingt ein wenig streng, aber Greg wollte wohl nur sichergehen, dass das kein Laune Projekt war und Luke nach wenigen Tagen aufgeben würde. So dumm war das gar nicht. Allerdings hat er seinen Sohn hier wirklich unterschätzt. Ihm war es ernst.
Vater Greg sagte später im Interview, dass es ihm wichtig war, dass Luke die Verantwortung für sein Projekt wirklich komplett selbst übernimmt. Natürlich stand er ihm dennoch mit Rat und Tat zur Seite. Ihm war aber wichtig, dass das meiste Luke selbst machte. Damit er später auf sein Werk stolz sein konnte. Er beriet ihn lediglich bei der Stromversorgung und allem, was technisch war, damit sich hier keine bösen Baufehler einschleichen konnten.

Für Luke war es eine wunderbare Chance, etwas anders zu machen als seine gleichaltrigen Freunde. Er wollte ein Projekt fürs Leben schaffen und darauf war sein Vater sehr stolz. Das sein Sohn etwas mit eigenen Händen schaffen wollte, beeindruckte ihn sehr.
Luke wollte starten und so begann er, das nötige Geld zu erarbeiten. Er arbeitete in der Nachbarschaft, mähte Rasen und half bei anderen Arbeiten mit. Allerdings nutzte er auch die Kraft des Internets und sammelte Geld für sein Projekt. Auch schaffte er es, Nachbarn zum Tausch von Leistungen zu überreden. Er half ihnen bei ihren Arbeiten, diese wiederum halfen ihm beim Bau seines Häuschens. Bei einem Nachbarn mähte er Rasen, dieser gab ihm dafür einen Teppich für sein Zimmer. So zog er alle Register, um seinen Traum vom eigenen Häuschen wahr werden zu lassen.

Lukes Vater ist noch heute unheimlich stolz auf den Einsatz seines Sohnes. Es gab auch Momente, wo das Geld ausging, aber Luke zog los und arbeitete bei weiteren Nachbarn, um sein Häuschen weiter finanzieren zu können. Er gab nicht auf, das war einfach eine tolle Sache!
Luke machte aber nicht nur Jobs, um das Material für sein Haus zu beschaffen, er bemühte sich auch, alte Dinge zu recyceln! Er nutzte auch Materialien, die eigentlich zum Wegwerfen gedacht waren. Es sollte alles auch so klimafreundlich wie möglich von statten gehen. Das sprach sich herum! Ein Freund seines Onkels besorgte im auch noch alte Fenster, die er natürlich gut gebrauchen konnte. So sparte er Geld und schonte die Umwelt. Denn die Fenster wären auch noch mal richtig teuer geworden. Das half natürlich sehr. Ein Haus ohne Fenster, das wäre ja auch gar nicht gut gewesen.

Am Ende war es tatsächlich so, dass Lukes Häuschen zu 75 Prozent aus altem Material bestand. Wahnsinn oder? Welcher Häuslebauer kann das von sich behaupten? Sicher die wenigsten. Er wird jetzt sicherlich ein gutes Vorbild sein für viele, die auch ihren Traum vom eigenen Häuschen haben und wenig Geld zur Verfügung.
Wer jetzt denkt, dass das Haus von Luke groß ist, irrt natürlich. Es ist gerade mal 1,70 Meter breit und 3 Meter lang. Dennoch war Platz genug für eine kleine Veranda und ein Loft. Er hatte seinen Bauplan schlau erstellt. Die Verkleidung besteht aus Vinyl und Zedernholz. Aber nun lasst uns ins Innere sehen! Unglaublich, was Luke auf so kleinem Raum alles geschaffen hat. Er hat eine voll ausgestattete Küche und einen Tresen. Eine Sitzecke mit Hocker hat ebenso Platz wie ein Klapptisch. Auch ein Fernseher hat noch Platz.

Damit innen nicht noch mehr Platz gebraucht wird, hat er außen eine Leiter angebracht, die nach oben in sein Schlafzimmer führt. Greg, der Vater von Luke, erklärte später, dass die Stadtverwaltung das Häuschen von Luke als „Luxushütte“ bezeichnet hat.
Wo etwas entsteht, gibt es auch Neid. Luke hatte nicht nur Unterstützer. In der Schule musste er sich einiges anhören, seine Freunde waren entweder neidisch oder hielten ihn für einen Spinner. Die Aufmerksamkeit, die Lukes Bau entfesselte, erweckte auch Neid. Davon ließ sich Luke aber nicht abbringen. Es gab auch viele Unterstützer. Und da der Ort, wo Luke lebt, gerade mal 58.000 Einwohner hat, war er schnell bekannt wie ein bunter Hund. Von allen wurde er angesprochen. Viele waren so begeistert, dass sie ihn um Rat fragten bei ihren eigenen Bauprojekten. Er hatte inzwischen auch einen Youtube Kanal, wo man alle Fortschritte verfolgen konnte.

“Alle anderen Tiny-House-Bauer sind älter als ich”, sagte Luke. Er hatte einige Zeit andere Projekte verfolgt und dachte sich: “Es gibt niemanden, der so jung ist wie ich. Also ist es vielleicht interessant für andere, dass ich den ganzen Prozess auf Youtube dokumentiere.”
Wenn man ihn heute fragt, steht er zu seiner Entscheidung. Er ist Vorbild geworden für viele andere. Auch andere in seinem Alter begannen, ihre eigenen kleinen Häuschen zu errichten. Er inspirierte also viele andere, es ihm gleichzutun. Eines Tages erschrak er allerdings sehr, als der Schuldirektor ihn in sein Büro rief. Was hatte er angestellt? Bisher war er noch nie in das Büro bestellt worden. Er hatte ein wenig Angst!

Aber es gab keinen Grund dafür. Der Schuldirektor war einfach begeistert, hatte er inzwischen doch auch von der Geschichte gehört und ein Journalist hatte sich bei der Schule gemeldet. Eine Zeitung wollte über Luke schreiben. Es war phantastisch!
Luke sieht natürlich im Nachhinein auch noch die Probleme, die er beim Bau hatte. Jeder Bauherr kennt das. Es gibt Momente, in denen einfach alles schief geht. Material fehlt oder kommt zerstört an. Sowas kennt jetzt auch Luke. Er wollte Buntglas lackieren, allerdings lief der Lack, weil er zu flüssig war über das Glas hinaus und tropfte herunter. Luke machte das Beste daraus und nahm den überlaufenden Lack einfach als Fixierung für seine Arbeitsplatte an der Wand. So hatte er aus einem Problem sogar noch eine Lösung gemacht.

Letzten Endes legte er eine klassische Arbeitsplatte über die misslungene Lack Oberfläche, die ein Gelenk hat, an der ein versteckter Stauraum befestigt ist. Ganz schön clever von einem 13 Jährigen oder?

Der Junge ist inzwischen aber nicht nur ein kleiner Baumeister, sondern er entdeckte auch seine Liebe zum kochen! Natürlich sind das noch keine Menüs, aber er ist stolz auf seine ersten Mahlzeiten, die er selbst im Haus zubereitet hat. All das teilte er auch gleich mit seinen Youtube Fans.
Lukes Haus wurde von vielen gefeiert! Die Stadtverwaltung allerdings bezeichnete sein Häuschen nach wie vor als „bessere Hütte“. Das war der Tiny House Fan Gemeinde allerdings sehr egal. Sie luden ihn zum Tiny Fest ein, als Redner! Er war einfach Vorbild geworden, weil er erstens so viel recycelt hatte und zweitens ja so unglaublich jung war. Er war tatsächlich der jüngste Bauherr der Tiny House Gemeinde. Allerdings hatte er eines nicht: Eine Toilette! Das wäre auch noch machbar gewesen, man darf aber nicht vergessen, sein Häuschen steht ja auf dem Grundstück der Eltern. Also konnte er auf Bad und Toilette erst mal verzichten.

Wie lange brauchte Luke eigentlich? Fast ein Jahr. Bis alles fertig war. Aber ist auch klar, wenn man alles selbst macht, jedes Schräubchen selbst reindreht, das dauert seine Zeit. Aber nutzt er das Häuschen auch? Aber sicher! Er schläft schon noch einige Nächte in der Woche im Haus der Eltern. Aber im Häuschen kann er chillen, seine Freunde einladen, seine Hausaufgaben machen. Er hat es geschafft, das zählt.
Sein Haus ist klein, keine Frage. Aber wer hat schon ein Haus mit riesigem Garten? Er kann dort ja auch Partys veranstalten. Natürlich gehört ihm der Garten nicht alleine. Er teilt ihn sich mit seiner Familie. Aber das Haus, das gehört ihm komplett alleine. Luke hat natürlich auch Schlagzeilen gemacht. Die zwei größten Zeitungen Iowas berichteten über ihn. Lokale TV Sender ebenso. Selbst „Good Morning America“ berichtete über den kleinen Bauherrn. Seine Geschichte war aber auch faszinierend.

„Good Morning America“ wollte aber nicht nur ein Interview mit ihm, sondern sie kamen auch vor Ort, um sein Häuschen zu begutachten. Nach dem die Show ausgestrahlt worden war, kam sogar ein bekannter Designer auf ihn zu. Luke konnte es nicht fassen, er war sein großes Idol!
Derek Diedricksen, der Designer, ist einer DER Köpfe der Tiny House Gemeinde. Als er auf Luke zukam, glaubte dieser zu träumen. Denn Derek war eine seiner größten Musen gewesen, als es noch um die Planung ging. Seine lobenden Worte waren wie Balsam für Luke. Die beiden verstehen sich so gut, dass sie auch immer noch in Kontakt sind und sogar gegenseitig ihre Projekte verfolgen und besprechen. Luke ist inzwischen ja selbst Muse und Inspiration für viele geworden

Sein Bruder Cole findet ihn zum Beispiel mega. Er beschloss, es seinem Bruder gleichzutun und baut jetzt seinen eigenen Camping Anhänger. Auch er verwendet dafür überwiegend recyceltes Material und hat auch seinen eigenen Youtube Kanal. Einen großen Vorteil hat er, im Gegensatz zu Luke davor: Luke kann ihn perfekt beraten.
Lukes Youtube Kanal hat inzwischen über 9000 Fans. Er stellt nicht nur seine eigenen Projekte vor, sondern auch andere der Tiny House Gemeinde. Eine davon ist seine eigene Mutter. Auch diese hat sich inspirieren lassen und renoviert aktuell einen Camper aus den 70er Jahren. Später erzählte Luke auch noch, was die Inspiration hinter seiner Idee war. Er hatte keine Privatsphäre im Haus der Eltern. Jetzt kann er sich auch mal zurückziehen, wenn es ihm danach ist. Etwas, was sich viele Gleichaltrige wünschen.

Als er seiner Youtube Fan Gemeinde damals sein Haus zeigte und alles erklärte, ging er auch auf die Kosten ein. Gesamt benötigte er ca. 1200 Euro, rundete aber sicherheitshalber auf 1500 Euro auf, um auch ja nichts zu vergessen. Ihm ist Transparenz wichtig. Wer es ihm gleichtun will, soll wissen, was das Ganze kostet.
Es ist ihm auch wichtig zu betonen, dass das ganze damals kein Ego Projekt war. Er wollte gar nicht so viel Aufmerksamkeit. Allerdings nutzt er diese jetzt schon, um darauf aufmerksam zu machen, dass man viel erreichen kann, wenn man nur will. So ist er Vorbild für viele andere Jugendliche. Er zeigt, dass man seine Zeit auch mit Sinnvollem verbringen kann. Beeindruckend oder?

Luke sagt auch, dass für ich noch lange kein Ende in Sicht ist. Das hier war nur ein Pilotprojekt. Er möchte in den nächsten Jahren Geld ansparen und sich an ein größeres Haus wagen. Auch möchte er einen Camper bauen. Er hat inzwischen so viel gelernt, dass ihm das sicher nicht sehr schwer fallen wird. Aus den Fehlern des ersten Hausbaus hat er gelernt, es wird ihm also beim nächsten Projekt vieles leichter fallen.
In einem Interview mit den ABC News sagte Luke: „In einigen Jahren will ich ein großes Haus bauen und auch richtig darin leben.“ Keiner zweifelt daran, dass er das schaffen wird. Er ist diszipliniert und zielstrebig, wenn er sich etwas in den Kopf setzt, dann schafft er das auch. Das hat er ja bereits bewiesen.

Wenn man ihn heute fragt, was das Beste an seinem ersten Projekt war, sagt er ganz bescheiden: „Mein Vater und ich sind wirklich dicke Freunde geworden in dieser Zeit“. Obwohl Vater Greg selbst viel zu tun hatte, hat er seinem Sohn immer geholfen und ihn mit Rat und Tat unterstützt. Dafür wird ihm Luke sein Leben lang dankbar sein! Es ist aber auch ein schönes Beispiel dafür, was in einer Familie alles möglich ist, wenn alle zusammenhalten.
Tiny Homes sind für Luke aber nicht nur ein Spaß oder Spielerei. Er denkt, dass in Zukunft noch viele Menschen die Vorzüge erkennen werden, die diese kleinen Häuschen bieten. Minimalismus wird immer mehr in Mode kommen, kleiner, aber feiner Wohnraum wird immer mehr benötigt. Auch das Tiny Houses mobil sind, hat viele Vorteile. Es gibt inzwischen auch immer mehr Leute, die ihre großen Häuser verkaufen, um in ein kleines Tiny House umzuziehen! Eine Frau hat sogar ihr 300 qm großes Haus dafür verkauft. Sie möchte einfach übersichtlich leben. Sie war in ihrem großen Heim nicht mehr glücklich.

Der Zeitgeist geht klar zu Tiny Homes. Renee McLaughlin, die ihr großes Haus damals in ein Tiny House eintauschte, organisiert jetzt jedes Jahr die Tiny Feste, zu der sie auch Luke eingeladen hatte. Sie lebt die Philosophie der Tiny Home Bewegung eindrucksvoll.
Viele lachen über sie, aber das ist Renee egal. Sie fragt dann, ob den Leuten eigentlich klar ist, wie viel Belastung ihr großer Besitz ist? Viele sind verschuldet, können kaum die anfallenden Kosten tragen. Ist es das wert? Sie selbst spart jetzt nicht nur jede Menge Geld, sie ist mit ihrem Tiny House auch mobil und hat dennoch alles, was sie braucht. Sie hat ihr Häuschen stylisch und gemütlich eingerichtet. Alles möglich in der jetzigen Zeit.

Eines muss man allerding sagen. Wer jetzt denkt, alles ist so easy, lass uns die Wohnung kündigen und ein Tiny House bauen, sollte erst mal die Bürokratie bedenken. Es gibt vor allem bei uns in Deutschland leider einige Hürden. Auch mobil darf es gar nicht sein und es muss gewisse Maße haben, um überhaupt als Adresse geführt werden zu dürfen. Also nicht einfach loslegen, erst mal erkundigen!
Tiny Houses sind also nicht nur eine komische Spielerei. Es steckt die Philosophie dahinter, dass weniger einfach mehr ist. Das Minimalismus Lebensqualität schafft. Klar, das ist nichts für jeden. Aber es werden immer mehr, die die Vorzüge der Tiny Houses erkennen.

Allerdings ist die Zahl der Tiny House Besitzer selbst in den USA noch überschaubar. Es sind gerade mal 3000 Tiny Houses eingetragen. Allerdings leben diese einfach herrlich: Da so ein Tiny House im Schnitte gerade mal um die 25000 Euro kostet, hat dort so gut wie niemand Schulden. Für ein „normales“ Haus nehmen die Leute oft Kredite auf, die sie noch in 30 Jahren bezahlen müssen. Und dass es noch günstiger geht, hat Luke vorgemacht.
Ein minimalistisches Haus hat also nur Vorteile: Keine Schulden, kein unnötiger Krimskrams und ein herrlich einfaches Leben! Wäre das auch was für Dich, wenn es hier problemlos möglich wäre?