Diese seltsamen Hygienepraktiken aus der Vergangenheit sind unglaublich

Nils am 17. November 2020

Heute sind für uns Hygienegewohnheiten selbstverständlich. Vor allem in den jetzigen Zeiten achten wir noch viel mehr auf gute Hygiene als früher. Bis zu den 1940er Jahren hatte man wenig Möglichkeiten hygienisch zu arbeiten, zu leben und auch zu operieren. Die damaligen Hygienezustände waren sogar ziemlich grauenhaft. Was natürlich auch erklären könnte, warum die Leute früher nicht so alt wurden wie heute! Jetzt in unseren Zeiten sind Körperpflege, Hände waschen, vor allem auch nach einem Toilettengang selbstverständlich.

Früher, als es noch keine elektrischen Zahnbürsten und fließendes Wasser gab, hatten die Leute weniger Hygiene, sogar kaum eine. Es gab kein fließendes Wasser und dass man Keime durch kochendes Wasser töten kann, erfuhr man auch erst sehr viel später. Wie gesagt, kein Wunder, dass die Leute nicht so alt wurden wie heute. Viele starben bereits im Kindesalter. Kaum verwunderlich. Viele Frauen sogar im Kindbett, auch klar. Wenn bei Entbindungen kaum auf Hygiene geachtet wurde, konnte das schnell schiefgehen. Lass uns jetzt einen Blick werfen auf die Hygiene Zustände der Vergangenheit!

Ein paar Blutegel Blutsauger nennen wir heute nur die, die uns Geld abnehmen. Die uns übers Ohr hauen in finanziellen Dingen. Früher waren das echte Tiere. Diese gibt es auch heute noch! Und zwar Blutegel. Diese Tierchen wurden früher benutzt, um Menschen, die krank waren, die Krankheit abzusaugen. Das Blut sollte durch die Egel gereinigt werden.

Bis in die 1900er Jahre war das gängige Methode. Ganze Eimer voll mit diesen Tierchen wurden auf die Patienten losgelassen. Man war sicher, dass das nützt. Besser als der vorher praktizierte Aderlass war das wohl, zumindest war man dieser Meinung. Man darf aber auch sagen, dass das heute noch ab und zu angewendet wird. Allerdings nicht mehr Eimerweise, sondern es wird mit einzelnen Tierchen gearbeitet.

Zwei zum Preis von einem Wenn du heute zum Friseur gehst, möchtest du einzig eine neue Frisur haben. Oder Farbe. Oder Dauerwellen. Du gehst zum Friseur, der das am besten kann und den du wahrscheinlich schon kennst. Kein anderer als der Friseur sollte an deine Haare, damit das Ergebnis auch wirklich gut wird. Wie war das früher?

Im Mittelalter war das ein wenig anders. Es gab zwei Arten von Friseuren. Man nannte sie damals noch Barbiere. Der eine war für zeitraubende und gefährliche Operationen zuständig, ja, du liest richtig. Der andere Barbier war wirklich für die Haare zuständig und auch für den Bart beim Manne. Nur dafür? Nein. Wenn Zähne schlecht waren, dann ging man auch zum Barbier. Denn dieser war nicht nur für Frisur und Bart zuständig, sondern für das Aussehen des Gesichtes. Und da gehören die Zähne eben dazu! Zähne ziehen beim Friseur, das wäre heute undenkbar!

Alles auf dem Kopf Eine starke Frisur ist einfach oder? Man nimmt eine Dose Haarspray oder auch Haarlack, sprüht ein bisschen auf die Haare und die Frisur sitzt. Voluminöses Haar ist einfach zu bekommen. Ganz klar. Es gibt auch Gel, welches für starken Halt sorgt. Aber was machte man früher? Ja, die Leute ließen sich immer etwas einfallen!

Für festen Halt sorgte eine sehr komische Alternative zum heutigen Lack und Spray: Um ihren Frisuren Halt zu geben, nahmen die damaligen Damen einfach Schweinefett, tränkten das mit ihrem Lieblingsparfum und schmierten sich das in die Haare. Da Haare waschen ja nicht jeden Tag möglich war, blieb diese Pampe oft wochenlang auf dem Kopf. Leider gab es einen Nachteil dieser Methode: Das Schmalz lockte auch Tierchen an ..

Auf Tuchfühlung gehen Wenn Kinder klein sind, sogar noch Babys, ist es völlig normal, dass Mama oder Papa in einer Badewanne mit dem Kind sitzen. Oder mit einem Geschwisterchen. Da wird schon noch ein und das selbe Badewasser geteilt.

Es ist ja ansonsten auch viel hygienischer, wenn jeder sein eigenes Badewasser hat. Aber im Mittelalter war so eine Wannenfüllung ein Riesenaufwand! Man musste literweise Wasser kochen und in Krügen die Wanne füllen. Das dauerte ewig! Daher gab es zu diesen Zeiten Gemeinschaftsbadehäuser. Diese Wasserbecken ähnelten den heutigen Swimmingpools. Nur mit dem Unterschied, das die Leute nicht wie heute sauber ins Wasser gehen, sondern dass sich alle in dem selben Wasser wuschen..Das hier von Hygiene keine Rede mehr sein konnte, versteht sich von selbst. Viele wurden krank nach diesen Bädern. Kein Wunder!

Drastische Maßnahmen ergreifen In unserer Zeit gibt es zwei Arten von Menschen, vor allem von Männern: Diejenigen, die ihre Glatze stolz zur Schau tragen, sie vielleicht sogar bewusst rasieren und dann gibt es die, die alles dafür tun würden, um wieder Haare auf dem Kopf zu haben.

In den frühen 1900er Jahren gab es viele, die einfach keine Lust mehr hatten auf lästige Haarpflege. Sie wollten ihre Haare loswerden! Allerdings, diese einfach abzurasieren, wäre ja zu einfach gewesen. Also legten sich diese Menschen 20 Stunden in ein Röntgengerät, um alle Haarwurzeln abzutöten, bzw. dieses ließ die Haare einfach ausfallen. Als bekannt wurde, dass Röntgenstrahlung in Massen krank machen kann, beendete man diese Praxis.

Blass und teigig Die junge Königin Elisabeth galt lange als größte Stilikone der Welt. Also nicht unsere heutige, sondern die aus dem Mittelalter, die Tudor Erbin. Auch jungfräuliche Königin genannt. Viele Frauen wollten genau so blass aussehen wie sie und taten viel dafür. Viel zu viel!

Die Damen dieser Zeit wollten genau so edel blass aussehen und ihrer Königin so ähnlich wie möglich sehen. Also nutzten sie Bleischminke, um das Gesicht so glatt und weiß wie möglich aussehen zu lassen! Es hatte den gewünschten Effekt, die Haut war makellos glatt und auch schön bleich, allerdings war Bleischminke giftig. Viele Frauen starben daran. Ein sehr hoher Preis dafür, um gut auszusehen oder? Im Sarg kann sich niemand mehr daran erfreuen.

Augenbrauen am Fleck Auch heute noch sind Augenbrauen ein sehr wichtiges Merkmal im Gesicht. Die Mode geht hier immer eigene Wege. Einmal sollen die Brauen so schmal wie möglich sein, aktuell trägt man sie wieder relativ natürlich. In früheren Zeiten waren die Augenbrauen auch wichtig und man tat viel, damit sie perfekt aussahen.

In den 1700er Jahren waren die Frauen auch sehr auf ihr Aussehen bedacht und die Augenbrauen fanden sie besonders wichtig. Die Augenbrauen wurden abrasiert und stattdessen das Fell der Maus, mitsamt Haut in Form geschnitten und aufgeklebt. Gruselig oder? Zum Glück kam das ganz schnell aus der Mode. Furchtbarer Gedanke, tote Tiere im Gesicht zu tragen!

Ein lebendiger Boden Welchen Bodenbelag hast du? Laminat? Parkett? Einen Teppichboden? Im Mittelalter hatten Hausbesitzer einen Binsenboden. Dieser wurde aus den Blättern der Binsenpflanze hergestellt. Das klingt erst mal harmlos, diese Mode hatte allerdings einen Haken.

Dieser Binsenboden war zwar wunderbar weich, beinahe wie ein heutiger Teppich, allerdings war er ja natürlich, was Tiere jeglicher Art anzog. Auch Pilze und Bakterien fühlten sich darauf pudelwohl. Stell dir vor, du hast einen Boden bei dir daheim, auf dem es krabbelt und wuselt. Du würdest ganz sicher ganz schnell den Kammerjäger rufen! Gut, dass man sowas heute nicht mehr verwendet. Seltsam, dass die Leute sowas damals nicht bedachten, oder war es ihnen einfach egal?

In der Zeit zurückgehen Jedes Mädchen, jede Frau hat genug Möglichkeiten, für Hygiene während ihres Monatszyklus zu sorgen. Es gibt genug Produkte, mit denen alle glücklich sind. Klar, es ist immer noch lästig, aber es gehört eben dazu. Denkt mal an die Frauen im Mittelalter, was denkt ihr, hatten sie zur Verfügung? Sehr wenig.

Diese Produkte, wie wir sie heute kennen, gab es nicht. Unsere Omas mussten mit Tüchern dafür sorgen, dass die Außenwelt von ihrem Monatszyklus nichts mitbekommt. Im Mittelalter nutzten Frauen natürliche Stoffe. Und zwar Moos. Man mag sich das nicht vorstellen! Moos ist sicher nicht frei von Ungeziefern. Nicht auszudenken, welch Leben da herrschte in diesem Bereich..Dieses Moos diente als Polsterung, damit die Wäsche verschont blieb. Gruselig oder?

Pfleger des Stuhls Kaum jemand möchte in aller Öffentlichkeit auf Toilette gehen. Selbst Kabinen in öffentlichen Gebäuden sind vielen nicht privat genug und sie gehen lieber zuhause auf Toilette. Man möchte hier seine Ruhe haben. Man nennt es ja nicht umsonst das „stille Örtchen“. Hier will man seine Ruhe haben, nichts anderes. Oder bist du da anders?

Das war nicht immer so! Während der Herrschaft Heinrichs VIII waren die Dinge so: Wenn er auf Toilette musste, hatte er einen speziellen Diener, der nach dem Geschäft des Königs dafür sorgte, dass alles schön sauber war. Das bedeutete, Heinrich musste nicht selbst für Sauberkeit sorgen. Wir wollen uns das gar nicht so genau vorstellen!

Die Zähne zusammenbeißen Viele haben Zahnersatz. Veneers, also Verblendungen sind normal. Falsche Zähne waren irgendwie immer populär, gilt das Lächeln doch als Visitenkarte eines jeden Menschen. Das war wohl auch schon immer so. Vor allem in Zeiten, in denen schlechte Zähne durch mangelnde Hygiene normal waren.

In früheren Zeiten waren Porzellanprothesen sehr teuer, Elfenbeinprothesen noch teurer und der normale Bürger brauchte eine Alternative. Also kamen die „Waterloo Teeth“ auf den Markt. Es gab damals Zahnärzte, die die Zähne toter Soldaten entfernten und daraus ein neues Gebiss fertigten für die noch lebenden. Tröstlich, dass nur intakte Zähne verwendet wurden? Nein, auch nicht. Der Gedanke, die Zähne eines Toten im Mund zu haben ist nicht schön.

Verzweifelte Zeiten, verzweifelte Maßnahmen Wenn wir auf Toilette gehen, denken wir doch gar nicht darüber nach, mit was wir uns säubern. Wir haben Toilettenpapier zur Hand und gut. Das ist für uns Alltag, wir kennen es nicht anders. Aber wie war das früher? Was verwendeten die Leute, als es noch kein Toilettenpapier gab? Sehen wir mal!

Seit 1888 gibt es Toilettenpapier. Vorher mussten die Menschen etwas verwenden, was nicht so toll war, vor allem nicht weich. Sie nahmen einfach alles, was irgendwie geeignet war. Alte Zeitungen, Blätter, Stöcke, die mit Tüchern umhüllt waren und ähnliche Hilfsmittel. Meistens nahmen sie aber einfach ihre Hand, wenn nichts anderes da war. Nein, auch das möchte man sich gar nicht erst vorstellen.

Sich sommersprossig fühlen Sommersprossen gelten als etwas Besonderes. Viele Rothaarige haben welche und es ist einfach hübsch! Es war letztes Jahr und vorletzes sogar beliebt, sich welche tätowieren zu lassen. So hübsch findet man inzwischen diese Sprossen, die nur die Natur zaubern kann.

Aber auch dieses Schönheitsideal war mal anders. Früher wollten die Leute eine reine, klare Haut haben, ohne Flecken oder ähnliches! Sie rieben mit Schwefelstücken über ihre Körper, um Male und Flecken, also auch Sommersprossen loszuwerden. Sie wurden regelrecht abgekratzt. Furchtbar oder? Auch heute gibt es noch Bleichcremes mit Spuren von Schwefel, diese sind aber keinesfalls so gefährlich wie früher!

Zum Beeindrucken gekleidet Wenn deine Wäsche schmutzig ist, packst du sie in die Waschmaschine. Richtig? Zur Not geht man in den Waschsalon. Wir sind also versorgt, Wäsche waschen immer möglich. Aber wie war das denn früher? Wie konnte man für hygienisch reine Wäsche sorgen?

Auf dem Land wuschen die Frauen ihre Wäsche einfach im Fluss. Sie hingen die Stücke an der Sonne auf, was gar nicht dumm war. Denn Sonne hat einen hygienischen Effekt. Aber es gab auch eine Zeit, in der man Wäsche in Urin wusch. Ja, richtig gelesen. Denn Urin galt als DER Fleckentferner schlechthin! Ach was sind wir froh, dass diese Zeiten vorbei sind. Oder wünscht du dir diese „Guten alten Zeiten“ zurück?