Das tiefste Loch auf der Erde wurde nach diesem Fund dauerhaft versiegelt...

Lisa am 05. August 2021
In Russland hatten Wissenschaftler viele Jahre damit verbracht, bis zum Mittelpunkt der Erdkugel zu bohren. Dieses Loch ist mit über 12.000 Metern bis heute das tiefste Loch, dass jemals von Menschenhand erschaffen wurde. Man wollte damals herausfinden, wie tief man bohren kann und was sich im Inneren der Erde so alles verbirgt. Als man jetzt nochmals forschte, was in der tiefen Erde verborgen ist, war das ein Grund, es für alle Zeiten zu schließen.

Denn was sie dort unten fanden, hat sie so erstaunt, dass ihnen nichts anders übrig blieb, als das tiefste Loch, dass jemals erschaffen wurde, für immer zu schließen. So dass niemals mehr jemand dort forschen konnte. Aber was genau war so erstaunlich, dass die Forscher, anstatt weiter zu suchen, alles abbrachen und das Loch lieber schlossen? Das muss schon etwas Besonderes sein, wenn Forscher aufgeben
Forschen nach dem Ungewissen
Seit es Menschen gibt, wollen sie wissen, was sie umgibt, was unter ihnen ist und auch über ihnen. Es werden Satelliten seit den 1950er Jahren ins All geschickt, um mehr über unsere Atmosphäre zu erfahren und auch über die Erde mehr zu lernen. Auch die Tiefe war seit jeher faszinierend. Was verbirgt sie? Was gibt es dort unten alles zu entdecken? Und wie tief kann man bohren?

Inzwischen ist mehr über das Universum und das All bekannt, als über unsere Erde. Jedes Land hat seine Satelliten und es wird geforscht und studiert. Aber was wissen wir über unsere Meere? Was über die Tiefe der Erde? Weniger, als wir über das Universum wissen. Das ist mal Fakt. Also sollte man nicht erstmal die Erde genauer erforschen? Genau das machen Wissenschaftler seit vielen Jahren.
Was liegt unter der Oberfläche?
Wie schon erwähnt, sind viele Forscher davon überzeugt, dass das Wissen über den Himmel über uns inzwischen viel größer ist als das Wissen darüber, was sich unter unseren Füßen befindet. Das kann gut sein und ist irgendwie auch erschreckend. Denn das, was uns am nächsten liegt, nämlich der Boden unter unseren Füßen, hat noch so viele Geheimnisse, die es zu entdecken gilt.

Die meisten von uns wissen, dass es viele Jahre einen regelrechten Wettlauf darüber gab, wer am weitesten ins All fliegen kann und welches Land als erstes mehr erfährt als alle anderen zuvor. Was aber die wenigsten wissen, es gab diesen Wettbewerb auch auf der Erde. Und zwar, wie weit man in die Erde bohren kann. Von diesem Wettlauf hast du vielleicht noch nie gehört?
Bohrungen während des Kalten Krieges
Teams aus amerikanischen Wissenschaftlern wollten in den 50er Jahren herausfinden, wie tief man in die Erde bohren kann. Da zu dieser Zeit der kalte Krieg herrschte, fühlten sich die Sowjets animiert, es ihnen gleich zu tun. Ein regelrechtes Wettrennen begann, ganz unabhängig voneinander zwar, aber jeder wollte besser sein als der Andere.

Das Ziel waren natürlich Messungen, man wollte wissen, wie dicht die Erdkruste ist. Heute vermutet man, dass es ungefähr 48 Kilometer bis zur Mitte der Erde sind und dann im Mantel der Erde mündet. Dieser Kern macht übrigens bis zu 40 Prozent unserer Erde aus. Das ist beachtlich und man wollte mehr darüber erfahren. Verständlich, das ist auch interessant! Das Wissen über den eigenen Planeten sollte auch Vorrang haben.
Zuerst lagen die vereinigten Staaten vorne
Das Projekt „Mohole“, wie es genannt wurde, startete im Jahr 1958. Ein Team von Ingenieuren bohrte in der Nähe von Guadalupe ein Loch in den Ozean. Sie kamen ungefähr 180 Meter weit. Ein Rekord in der damaligen Zeit. Natürlich wollte man noch viel tiefer bohren. Aber dann kam etwas entscheidendes dazwischen und die USA mussten ihre Bohrungen aufgeben. Was war geschehen?

Das Geld ging aus. Das Projekt wurde nicht für wichtig befunden und so wurden alle Gelder gestrichen. Ein herber Rückschlag. Das Mohole Projekt war also Geschichte. Noch lange, bevor sie überhaupt den Mantel unserer Erde erreichen konnten. Jetzt war die Frage, würden die Sowjets auch so schnell aufgeben? Oder würden sie jetzt erst recht weiter machen?
Sie begannen erst später
Erst im Jahr 1970 begannen die Sowjets mit ihren Bohrungen. Sie wählten dafür einen Ort, der wenige Einwohner hatte und auf der russischen Halbinsel Kola liegt. Unter dem Pechengsky Gebiet begannen sie mit ihren Arbeiten. Das sollte leichter zu bewerkstelligen sein, als im Meer zu bohren. So jedenfalls die Hoffnung.

Sie stellten es sich relativ leicht vor und dachten, dass sie alles hätten, um so weit wie möglich in die Erde, durch die Kruste und bis zum Mantel zu bohren. Es sollten mehrere Löcher angelegt werden. Aber so einfach es auch schien, es wurde schwieriger, als sie erwartet hatten. Einfach mal drauflos bohren, in Gebiete, in denen vorher niemand vorgedrungen war. Das war leichter gesagt als getan. Die Natur hat ihre eigenen Gesetze.
Ein großes Ziel vor Augen
Sie hatten sich nämlich große Ziele gesetzt. Sie wollten bis zu einer Tiefe von 150.000 gelangen. Die Ausrüstung war für die damalige Zeit wirklich beachtlich und sie begannen, eine ganze Reihe von Löchern zu graben, ringsum einen großen Hohlraum. Sie mussten liefern, es hing viel davon ab. Auch die weitere Finanzierung des Unternehmens. Denn nur wenn Erfolge messbar waren würde das Geld weiter fließen.

Sie kamen rasch voran und machten schnell Fortschritte. Das Ziel war klar. So schnell wie möglich die Amerikaner schlagen und dabei auch neue Erkenntnisse zu erhalten. Es ging um viel. Um Ehre, um Profit, um die Wissenschaft. Würden sie ihr Ziel erreichen? Motiviert genug waren jedenfalls alle. Die Technik war auch vorhanden. Es sollte also eigentlich gelingen.
Die Amerikaner waren auch wieder am Start
In Washita County, im Staate Oklahoma war eigentlich geplant, nach Erdgas zu bohren. Die Firmen GHK und die Lone Star Company schufen hierfür ein riesen Loch, welches sie das „Bertha Rogers Hole“ nannten. Es wurde ein gigantisches Bohrloch und schon war die USA wieder mit im Rennen um das tiefste Loch auf der Erde.

Dieses Bohrloch ging über 9 km in die Tiefe. Aber dann kam man nicht mehr weiter. Denn, der Meißel blieb plötzlich stecken. Der Grund war die Schwefel Schicht. Hier kam keiner mehr weiter. Das bedauerliche daran, sie bohrten ja nach Erdgas, hatten aber nicht viel davon gefunden und dementsprechend auch nicht fördern können. Das Projekt stand also schnell wieder auf der Kippe. Es sollte ja profitabel werden.
Kein Gas, aber weiter als alle anderen!
Sie hatten zwar ihr Ziel, Erdgas zu fördern, verfehlt. Aber die Firmen konnten trotzdem stolz auf sich sein. Denn, sie hatten mit ihrem Bohrloch einen neuen Rekord aufstellen können. Ganze 5 Jahre hielten sie den Rekord über das bis zu diesem Zeitpunkt tiefste loch auf der Erde. Es war klar, dass die Sowjets sich herausgefordert fühlten. Sie brachen im Juni des Jahres 1979 den Rekord der Amerikaner.

Bis dahin war das Loch der Amerikaner in Oklahoma das tiefste, mit genau 9.584 Metern. Im Juni 1979 schafften es die Sowjets genau 1 Meter weiter. Damit gaben sie sich nicht zufrieden und machten weiter. Im Jahr 1983 schafften sie es, die 12.000 Meter zu erreichen. Ihr Loch war übrigens nur 9 cm breit! Sie bohrten einfach steil nach unten.
Erst mal war Schluss
Man sollte denken, dass die Leute jetzt motiviert waren, gleich weiter zu bohren. Aber nein, man wartete erst mal und legte alle Arbeiten auf Eis. Sie hatten genug Publicity erreicht mit ihrem Rekord, so dass aus der ganzen Welt Forscher und Neugierige kamen, um das tiefste Loch der Welt zu bewundern. Alle waren beeindruckt, wie tief man gelangt war und wollten sich vor Ort von diesem Erfolg überzeugen.

Nach ungefähr einem Jahr nahm man die Bohrungen allerdings dann doch wieder auf. Jedoch musste das Unternehmen schnell wieder gestoppt werden. Die Technik machte nicht mehr mit. Bei einer Tiefe von 12.066 Metern knickte das Bohrgerät plötzlich ein. Es gab kein Weiterkommen mehr. Die Arbeiten mussten erst mal beendet werden, so schade das auch war.
Ein neues musste her
Wie sagt man so schön, wenn eine Sache nicht funktioniert, versuche etwas anderes. Und so gaben sie das bisher gebohrte Loch auf und startete neu. Im Jahr 1989 gelang es ihnen dann, ihren bisherigen Rekord von 12.066 Metern zu erweitern auf über 12.260 Meter. Stellt euch das mal vor. Es ging über 12 km in die Tiefe. Wahnsinn oder? Eine unglaubliche Tiefe, die uns schwer beeindruckt.

Jetzt, als man den alten Rekord gebrochen hatte, war man wieder optimistisch und man war sich sicher, das man bis in das nächste Jahr locker noch den nächsten Kilometer schaffen würde. Was sollte sie daran hindern? Das erste Hindernis war überwunden, die Technik überarbeitet, man war guter Dinge, dass es dieses Mal einfach weiter gehen würde. Aber so kam es dann doch nicht.
Es kam ihnen etwas dazwischen
Die Ingenieure waren sich sicher, dass dieses neue Bohrloch gut war und sie bis zum Jahr 1993 die 14 km Marke knacken würden. Aber, es sollte anders kommen. Denn je tiefer man kam, desto mehr wurde entdeckt und die Tundra birgt viele Geheimnisse, die jetzt kurz vor der Entdeckung standen. Damit hatten sie nicht gerechnet. Aber was fanden sie? Funde konnten doch eigentlich nur für weitere Forschungen sorgen?

Der Bohrer arbeitete sich also munter weiter durch die Erdkruste und je näher man an den Mittelpunkt kam, um das richtig zu verstehen, es fehlten schon noch viele Kilometer, desto mehr war man gespannt, was alles auftauchen würde. Aber plötzlich trat etwas ein, dass die ganzen Mühen in Gefahr brachte. Aber was genau fand man in der Tiefe der Erde? Du wirst staunen!
Die Hitze hatten sie nicht berechnet
Sie hatten sehr wohl mit einer gewissen Hitze gerechnet, je tiefer man kommt, desto heißer wird es im Erdinneren. Bis zu 3 km stimmte auch alles, was sie ausgerechnet hatten. Aber, je tiefer man kam, desto wärmer wurde es. Schneller, als sie erwartet hatten. Das brachte natürlich auch neue Probleme mit sich. Konnte die Technik das aushalten?

Die Ingenieure hatten mit einer Temperatur um die 100 Grad Celsius gerechnet. Aber jetzt, als man über 4 km kam, war die Temperatur bereits bei 180 Grad. Also fast die Hälfte mehr als berechnet. Sie stiegen sogar noch weiter und man näherte sich der 200 Grad Marke. Als sie über 11 km kamen, begann die Technik Probleme zu machen. Es schien, als wäre man hier am Ende der Möglichkeiten.
Sie mussten aufgeben
Die Hitze war noch nicht das einzige Problem. Sie hatten mit hartem Gestein gerechnet, aber im Gegenteil, je tiefer man kam, desto weicher wurde das Material. Die Technik war darauf aber nicht ausgelegt und so kam alles ganz anders, als man es berechnet hatte. Die Bohrer reagierten völlig anders, als erwartet. Die Erde hat wohl ihre eigenen Gesetze, die Menschen zu diesem Zeitpunkt noch nicht kannten.

Sie berieten sich und kamen zu dem Schluss, dass die aktuellen Bedingungen nicht geeignet waren, hier weiter zu bohren. Ihnen blieb nichts anderes übrig, als das Bohrprojekt auf Kola zu stoppen. Es war das Jahr 1992. Nach 22 Jahren mussten sie das begehrte Projekt also stoppen. Ein herber Rückschlag nach so langer Zeit. Wir können uns die Enttäuschung aller gut vorstellen.
Pflanzen aus dem Meer in unglaublicher Tiefe
Natürlich hatte man beim Bohren auch einiges nach oben befördert. Das half den Forschern, die Erde zu untersuchen und man war erstaunt, was man alles zutage förderte. Inmitten der Erde, fernab des Meeres entdeckte man Fossilien, die nur von Meeres Pflanzen stammen konnten. Diese befanden sich in einer Tiefe von ungefähr 4km. Unglaublich oder?

Das besondere an diesen Fossilien war, dass sie erstaunlich gut erhalten waren. Man muss ja die Tatsache bedenken, dass sie in Gestein eingeschlossen waren und das sehr lange. Die Forscher vermuteten, dass sie über eine Milliarde Jahre alt waren. Eine unglaubliche Dauer von Zeit und das lieferte natürlich auch Aufschluss, was hier früher war. Also ehe es Land geworden war.
Es gab aber noch viel mehr, was man entdeckt hatte. Sie hatten so tief gebohrt und waren sich sicher, zu wissen, welche Gesteinsarten dort unten warteten. Sie hatten fest damit gerechnet, dass ungefähr zwischen der Marke 2 und 4 km eine Oberfläche aus Granit wäre, die sich dann in Basalt verändern würde. Das wäre nur logisch gewesen. Das hatte man vorher schon alles erforscht gehabt.

Aber die Natur hat ihre eigenen Gesetze und pustet den Menschen gern mal in die Suppe. Auf der Kola Halbinsel, wo sich das tiefe Bohrloch befand, war alles ganz anders. Sie fanden kein Basalt, sondern etwas, dass komplett anders war. Die Forscher waren erstaunt und mussten all ihr Wissen noch mal überprüfen. Davon lebt ja die Forschung. Kenntnisse ständig überprüfen. Was heute stimmt, kann morgen überholt sein.
Kein Basalt, sondern Wasser
Sie kamen nicht zur Basalt Schicht. Es gab einfach nur Granit. Egal wie tief sie gebohrt hatten. Also war ihnen klar, dass sich die Erde an dieser Stelle anders verschoben hatte, als es durch seismische Bewegungen zu erwarten gewesen wäre. Allerdings war das noch nicht die einzige Überraschung. Denn es hätte ja hart sein müssen, oder zumindest sehr weiches Gestein. Das war es aber nicht. Es wurde flüssig. Ihr werdet denken, klar. Magma.

Aber nein. Das war kein Magma, Was man ja hätte erwarten können, sondern in tausenden Metern Tiefe floss Wasser. Richtiges Wasser. Damit hatte nun wirklich niemand rechnen können. Sie waren verblüfft und auch schwer beeindruckt. All ihr Wissen musste komplett neu überdacht werden. Eine Herausforderung!
Überreste der Sintflut?
Als das bekannt wurde, dass dort unten, in vielen Kilometern Tiefe Wasser war, mutmaßten einige, dass dies der Beweis für die damalige Sintflut wäre. Aber die Forscher hatten natürlich eine andere Meinung. Das musste ein Druck Problem sein. Also das Wasser in der Tiefe der Erde musste ja irgendwo her kommen. Druck war die einzige Lösung.

Der Druck der Erde auf das Gestein bewirkte wohl, dass Wasser daraus heraus gepresst wurde und sich so richtige Seen bilden konnten. Und da alles luftdicht war, konnte es ja nicht entweichen und wurde so als unterirdischer See eingeschlossen. Das klang schlüssig und die Theorie der Sintflut war wieder vom Tisch. Aber was würden sie jetzt machen? Weiter bohren? Stoppen? Was würde man unter dem Wasser finden?
Das Ende der Sowjetunion
Jetzt kam auch noch etwas politisches dazu. Die Sowjetunion zerfiel. Die Bohrung auf Kola musste im Jahr 1995 gestoppt werden und wurde nicht mehr wieder aufgenommen. Heute ist dieser Bereich als unsicher eingestuft, man kann also nicht einfach hinfahren. Die nächstgelegene Stadt ist Zapolyarny, diese liegt ungefähr 10 Kilometer vom Bohrloch entfernt. Dort werden Relikte aus der glorreichen Zeit ausgestellt und man kann sie dort bewundern. Zeugen einer spannenden Zeit.

Bemerkenswert ist, dass der Rekord bis heute nicht gebrochen wurde. Noch heute ist das Bohrloch auf Kola das tiefste, dass jemals von Menschen erschaffen wurde. Aber auch irgendwie schade, dass alles gestoppt werden musste oder? Man darf sich die Frage stellen, warum bisher niemand versucht war, den damaligen Rekord zu übertreffen.
Nach wie vor gibt es Wettbewerbe darum
Es hätte uns ja auch gewundert, wenn niemand mehr daran Interesse hätte, wie tief man kommt. Es ist noch nicht vorbei. Auf den Meeren versuchen die Plattformen des Ocean Discovery Programs weiterhin, so tief wie irgend möglich in die Meeresböden zu gelangen. Die Technik entwickelt sich ja ständig weiter und inzwischen weiß man ja auch mehr über die Beschaffenheit der Böden.

Aber trotz der modernen Technik, trotz allen Wissens, ist alles immer noch nicht so einfach, wie man denken könnte. Je tiefer im Meer man bohrt, desto schwieriger werden die Umstände und nach wie vor muss die Technik vor der Natur weichen, weil sie einfach nicht mehr weiterkommen und feststecken. Unglaublich oder? So wird es wohl noch dauern, bis das letzte Rätsel des Erdinneren gelöst werden kann.
Weit unter dem Meer
Nicht alle Forschungen dienen dazu, die tiefsten Tiefen zu erreichen. Man möchte auch noch andere Dinge erfahren. Vor kurzem wurde ein zwei Mann U-Boot in den eisigen Gewässern am Südpol eingesetzt, um mal zu sehen, was das kalte Meer an Geheimnissen birgt. Aber was hoffte man dort zu entdecken? Einfach mal eine Sightseeing Meerestour? Wir stellen uns gerade vor, wie kalt das Meer dort ist.

Das Ziel dieser Mission war es, weiter zu tauchen, als je ein Team zuvor getaucht war. Sie waren bereits öfter getaucht, aber was sie dort unten, im eiskalten Meer entdeckten, war einfach nur unglaublich und ließ alle mit staunenden Gesichtern zurück. Wärt ihr gerne dabei gewesen? Was haben sie denn dort unten entdecken können, was man noch nicht wusste?
Kein bekanntes Gebiet
Dieser Tauchgang benötigte eine lange Vorbereitung. Man musste genau berechnen, wann man abtauchen konnte. Also den perfekten Zeitpunkt und den richtigen Platz im Meer dafür zu finden. Denn, das war kein einfaches Unternehmen. Ganz klar. Es ist kaltes Eismeer und es geht steil in die Tiefe. Da muss alles sitzen, um die 2 Leute in ihrem U-Boot nicht in Gefahr zu bringen.

Wir wissen so viel mehr über das Universum, so vieles über unsere Erde, an der Oberfläche wohlgemerkt und über den Luftraum. Aber das Meer ist bis heute eine der Flächen, die am wenigsten erforscht sind. Was in vielen tausend Metern Tiefe ist, wissen wir noch gar nicht. Aber jetzt haben es sich Forscher zur Aufgabe gemacht, das endlich herauszufinden. Kann doch nicht sein, dass man so wenig über den Meeresboden weiß.
Wir wissen mehr über Mond und Mars
Habt ihr gewusst, dass es genaue Berechnungen vom Mars gibt, aber keine von unseren Ozeanen? Fast alles auf der Marsoberfläche ist inzwischen bekannt und auch in Karten eingeteilt. Im Gegensatz zu unseren Meeren. Wohlgemerkt ist der Mars von unserem Planeten ungefähr 200 km entfernt! Unglaublich oder? Das wir lieber in die Ferne schweifen, als erst mal unseren eigenen Planeten genauer zu erkunden.

Gut, man kann auch einfach beides gleichzeitig erkunden. Die Planeten in unserem Sonnensystem liefern uns ja auch wertvolles Wissen. Darüber allerdings sollte man den eigenen nicht vergessen. Und so tief, wie man denkt, ist der Ozean ja eigentlich auch gar nicht. Man schätzt, dass er an seiner tiefsten Stelle ungefähr 3,5 km tief ist. Es sollte doch leicht sein, bis dahin zu gelangen, mit der heutigen Technik?
Die Eisberg Allee
Das so ein Tauchgang in der Arktis nicht ganz einfach ist, war uns von vorne herein klar. Auch der Platz, der dafür gewählt wurde, ist nicht ohne Gefahrenpotential. Die Wissenschaftler hatten lange gebraucht, bis sie endlich den perfekten Ort dafür gefunden hatte. Aber genau der hatte es auch in sich. Denn der Name alleine verrät schon die Schwierigkeiten.

Sie erwählten für diese Mission die sogenannte „Iceberg Alley“, was natürlich Eisberg Allee bedeutet. Dieser Name sagt bereits alles. Du hast eine Straße, inmitten von Eis. Das es einfacheres Gelände gibt, ist auch uns klar. Das die Gefahr auch nicht ohne ist, ist auch klar. Links und rechts, nichts als Eis und nur eine Gasse in der Mitte, die einen Wiederaufstieg möglich macht. Das war sicherlich kein einfaches Unterfangen.
Eine Gegend aus Eis
Die Straße in diesem Eis ist ein Kanal, ganz nahe am nördlichsten Ende der Antarktik. Eine weitere Schwierigkeit ist, dass die Eisbrocken nicht immer fest sind. Sie wandern. Die Gasse bleibt zwar größtenteils, wird aber mal weiter und mal enger. Und wieder wissen wir, warum die Vorbereitungszeit so lange gedauert hat. Hier muss man echt alles berechnen, um so eine Mission glücklich absolvieren zu können.

Es erforderte also viel an Berechnung, um herauszufinden, an welcher Stelle man das U-Boot absenkt und wo es wieder auftauchen soll. Wir stellen uns das wirklich spannend vor. Einerseits so eine geniale Herausforderung, unter so viel Eis zu tauchen und andererseits die Gefahr, unter dem Eis verloren zu gehen. Ist die Mission geglückt?
Kein leichtes Unternehmen
Die ganze Mission erregte natürlich viel Aufmerksamkeit. Man beschloss, die Crew bei ihrer Fahrt zu begleiten und einen Dokumentarfilm darüber zu drehen. James Honeyborne, der der Regisseur und Produzent des Filmes war, berichtete später von mehr als nur einer Schwierigkeit bei dieser Aktion. Das können wir uns wirklich gut vorstellen! Es ist die Antarktis, kein kuschelig warmes Gewässer im Mittelmeer.

Der BBC erzählte er später in einem Interview, dass alleine das Durchqueren der Eisberg Allee schon nicht einfach war. Es war wie in einem riesigen Spiel der Space Invaders, berichtete er. Aber nicht nur das Ankommen an der richtigen Stelle war schwierig, sondern auch andere Dinge, mit denen sie so nicht gerechnet hatten.
Beeindruckende Welt unter dem Meer
Das ganze Team war nervös. Würden die U-Boote dem Druck standhalten? Hatten sie alles bedacht, richtig berechnet? Unter Wasser gibt es einen starken Druck, das ist ja auch der Grund, warum man eben nicht einfach mal tausende von Metern tauchen kann. Je tiefer man sinkt, desto stärker wird der Druck auf die Kammern. Sie versuchten es jetzt und sanken ungefähr 900 Meter in die Tiefe.

Und jetzt war erst mal aller Druck, alle Sorgen weg. Sie müssen gestaunt haben wie die Kinder, als sie sich dort unten umgesehen hatten. Viele unbekannte Wesen tummeln sich in der Tiefe des Meeres und sie waren einfach nur noch fasziniert. Eine herrliche, unbekannte Welt tat sich ihnen hier auf. Wir sind hier fast ein wenig neidisch, das war sicher ein herausragender Moment.
So viel Leben in diesem eisig kalten Meer!
Man kann es sich wirklich kaum vorstellen. Oberhalb des Meeres ist alles kalt und praktisch wie ohne Leben. Aber hier unten, weit im Meer, dort gab es Leben ohne Ende! Die seltsamsten Meerespflanzen und Tiere, die man sich nur vorstellen kann. Für die Leute in ihrem kleinen U-Boot muss es wie eine Welt aus einem Traum gewirkt haben. Sowas hatten sie noch nie gesehen. Sie waren tief beeindruckt.

Später sagte ein Teammitglied: „In den Tiefen der Antarktis gibt es mehr Leben auf einem Quadratmeter als in den gesamten Riffen Australiens zusammen!“. Wir können uns die Gründe dafür gut vorstellen. Dort oben wohnt niemand. Wer sollte das Meer vernichten, wer sollte es leer fischen? Wir hoffen, dass noch vieles erforscht wird und weiter hoffen wir, dass wir endlich anfangen, alles Leben, ob auf Erden oder unter Wasser, bestmöglich zu schützen und zu bewahren!