Das Geheimnis um eine ungewöhnliche „Schwangerschaft“

Sina am 13. November 2020
Katie wunderte sich, dass ihr Bauch von Tag zu Tag dicker wurde. Das geschah außergewöhnlich schnell, so dass sie sich natürlich Gedanken machte, ob sie schwanger sein könnte. Allerdings brachten mehrere Schwangerschaftstests nur negative Ergebnisse. Was also konnte die Ursache für das schnelle Wachstum des Bauches sein? Sie hatte weder mehr gegessen, noch irgend etwas anderes umgestellt, so dass keine andere Erklärung als eine Schwangerschaft möglich sein konnte.

Sie ging zum Arzt, dieser untersuchte sie gründlich, fand jedoch auch keine Erklärung für den schnell wachsenden Bauch. Eine sehr beunruhigende Situation, da ja jetzt auch eine doch versteckte Schwangerschaft ausgeschlossen war. Was konnte also die Ursache sein?
Sie war zwar nie besonders dünn, auch nicht übermäßig schlank, allerdings nahm die junge Frau in kurzer Zeit so viel zu, dass jeder dachte, sie kann ja nur schwanger sein! Vor allem eben der Bauch wirkte sehr groß im Gegensatz zum restlichen Körper. Die junge Frau aus Wales wurde immer ratloser. Sie erklärte dem Sender BBC, dass sie sehr beunruhigt war, obwohl der Arzt nichts finden konnte. Es gibt einige Krankheiten, die einen großen Bauch auslösen können.

Aber zahlreiche weitere Untersuchungen brachten kein Ergebnis. Jeder musste hilflos mit ansehen, wie die junge Frau immer runder wurde, die Ärzte konnten sich das einfach nicht erklären. Längst hatte sie so viel zugelegt, dass ihre alte Kleidung einfach nicht mehr passte. Was war nur los mit ihr?
Hatte sie doch etwas umgestellt, heimlich genascht? Einfach nein. Sie ernährte sich schon seit vielen Jahren sehr bewusst, achtete auf Obst und Gemüse, aß wenig Fleisch. Ihr war ihre Figur, ein gesunder Körper einfach immer viel zu wichtig, als dass sie hier plötzlich wegen zu viel Naschens oder ähnlichem so hätte zulegen können.

Auch machte sie viel Sport, das war für sie alltäglich. Sie war Stammgast im Fitnessstudio und bewegte sich noch zusätzlich viel an der frischen Luft. An Sport, an Bewegung mangelte es also nicht und wieder fehlte eine Erklärung für den massiven Bauch.

Man muss sich das mal vorstellen, wie frustrierend das sein muss? Wenn man sich gesund ernährt, nicht nascht, viel Sport macht und dann trotzdem zulegt, als wäre man schwanger oder dem Fresswahn verfallen. Es gab einfach zunächst keine Antwort, es schien, als müsse sie sich ihrem Schicksal ergeben.
Katie ging es dann ähnlich, wie vielen anderen Mädchen und Frauen. Sie begann, sich ständig mit Supermodels und Sportlerinnen zu vergleichen und machte wegen ihres Bauches dabei natürlich keine gute Figur.

Dann sollte auch noch ein großes Familienfest kommen und Katie nahm ihr schönstes Kleid aus dem Schrank. Sie probierte es an und erschrak. Der sich stark vorwölbende Bauch machte ihr ehemals bestes Outfit zunichte. Ein anderes hatte sie nicht, also nicht in diesem Moment.

So wollte sie sich auf keinen Fall zeigen. Sie fühlte sich deprimiert, niedergeschlagen, total unsicher. Etwas, das viele andere Frauen kennen, für Katie aber absolut neu war. Was sollte sie nur tun, das war alles so frustrierend für sie!
Nach diesem Schock Erlebnis gab es für Katie nur noch zwei Möglichkeiten. Entweder sie musste mit aller Kraft dafür sorgen, den Bauchumfang zu verringern, oder sie musste sich mit ihrer neuen Lage abfinden. Das wäre für sie unerträglich gewesen.

Daher entschloss sich Katie für den ersten Weg und achtete noch mehr als sonst auf ihre Ernährung. Sie machte noch mehr Sport, achtete darauf, dass dieser bewusst den Bauch betraf,
machte eine Diät nach der anderen und hoffte. Nichts geschah. Der Bauch ging einfach nicht weg!
Ganz im Gegenteil: Der Bauch wurde immer dicker! Sie konnte es nicht fassen. Je mehr sie sich bemühte, desto mehr schien der Bauch zu wachsen. Katie stand kurz vor der totalen Verzweiflung.
Neben der verständlichen Unzufriedenheit mit ihrer unförmigen Figur bekam sie auch langsam Angst. Sie recherchierte nach Krankheiten, verglich ihre Figur mit anderen. Sie wog sich täglich und hoffte sehnlichst auf eine Abnahme. Aber nichts geschah. Sie nahm immer weiter zu. Jeden Tag zeigte die Waage mehr Gewicht an als am Tag zuvor.

Langsam war also klar, irgendwas stimmt mit ihr nicht. Die Ärzte waren ratlos, sie selbst ja auch, sie machte Sport, sie machte Diät, nichts half! Also was war der Auslöser? Der musste doch zu finden sein. Sie war doch kein medizinisches Wunder, oder doch?

Sie fuhr nur noch selten mit dem Auto. Sie versuchte, so viele Wege wie möglich zu laufen. Immer mehr Sport, immer mehr Bewegung. Das musste doch helfen?
Das Schlimmste an der Situation war für Katie, dass sie die extreme Gewichtszunahme eigentlich nur am Bauch zeigte. Der Rest ihres Körpers blieb relativ normal. Langsam begann Katie aber auch zu fühlen, dass ihr Bauch sich anders anfühlte als sonst. Also nicht nur vom Gewicht her, einfach ein komisches Gefühl.

Jetzt war wirklich Zeit für einen guten Rat. Was sollte sie denn noch tun? Sie war bei den Ärzten, sie machte Sport, sie machte Diät, nichts half. Sie gab aber nicht auf. Ganz im Gegenteil. Sie sprach mit Freunden und Verwandten über ihre Situation und bat um deren Rat.

Die meisten Freunde und auch die Familie rieten dringend dazu, sich weitere ärztliche Meinungen zu suchen, sich weiteren Untersuchungen zu unterziehen, die doch eine Lösung bringen mussten! Würde Katie dem Rat folgen?
Es schien dann so, als hätte sich Katie erst mal aufgegeben. Je mehr man in sie drang, dass sie doch zu Ärzten gehen sollte, desto weniger unternahm sie. Man kann sich das nur mit einer unterschwelligen Angst erklären, dass die Ärzte doch noch etwas Böses finden würden.

Sie fühlte, dass etwas nicht stimmt. Der Bauch wurde immer unförmiger und fühlte sich auch an manchen Stellen ungewöhnlich hart an. Aber sie hoffte, das würde von selbst verschwinden. Sie hoffte, das würde von selbst wieder normal werden. Das war eine fatale Hoffnung von ihr, wie sich später herausstellte.

Katie entdeckte das „positive Denken“ für sich. Sie versuchte, mit der Kraft ihrer Gedanken das ganze wieder zu normalisieren. Man hört ja ständig von Leuten, bei denen das geklappt hat. Also warum sollte es bei ihr nicht funktionieren?
Mittlerweile hatte Katie schon gar keine Lust mehr auf Shopping. Sie musste ihre Oberteile grundsätzlich eine Nummer größer kaufen als früher. Um dann wenige Wochen später das nächste kaufen zu müssen, wieder eine Nummer größer. Das machte ihr keinen Spaß mehr.

Katie war es bewusst, dass sie noch mal einen Arzt aufsuchen musste. Sie hatte aber einfach zu viel Angst davor. Sie fragte nicht mal ihren Vater, der selbst Arzt war, um Rat. Die Angst war zu mächtig in dieser Zeit.

Allerdings konnte das Ganze so auch nicht mehr lange weitergehen. Sie hatte so viel an Lebensqualität eingebüßt, wollte nichts mehr unternehmen, sie fühlte sich nur noch schlecht und elend. Man kann sich kaum vorstellen, was das für eine schwere Zeit gewesen sein muss.
Sie lag Nächte wach und grübelte. Was konnte es nur sein, was sie dermaßen dick machte? Was konnte es sein, dass sie so quälte? Es musste doch eine Antwort geben, einfacher Natur? Es konnte doch nicht sein, dass der Bauch ohne Grund einfach wächst?

Denn so ging es ihr eigentlich gar nicht so schlecht. Sie fühlte sich weder extrem krank oder zu müde. Sie fühlte sich nur nervlich angeschlagen, was bei dieser kuriosen Situation ja auch kein Wunder war. Die Belastung zeigte sich schon deutlich.

Eines Nachts, als sie wieder wach lag und grübelte, kam sie auf einen besonderen Gedanken. Die Idee ließ sie nicht mehr los. Es schien unmöglich zu sein, aber der Gedanke blieb. Hatte sie recht? War sie endlich auf der richtigen Spur? Schauen wir mal weiter.
Nachdem sie also wieder grübelte und immer bei dem einen Gedanken hängen blieb, war ihr fast klar, es konnte nur eine Erklärung geben. Sie war schwanger! Sie führte eine feste Beziehung, also war das ja durchaus möglich. Und da sie alles überdachte, was die letzten Wochen so passierte, gab es eigentlich auch wirklich keine andere Erklärung mehr.

Allerdings gefiel ihr der Gedanke gar nicht so sehr. Ein Kind passte so gar nicht in ihre Lebensplanung. Und war es nicht doch so, dass eine Schwangerschaft durch die Tests und auch durch die Besuche bei den Ärzten längst ausgeschlossen war?

Ihr fielen aber auch Fälle anderer Frauen ein. Wo eine Schwangerschaft lange Zeit unentdeckt blieb. Das kam schon öfter vor, also warum nicht auch bei ihr?
Denn obwohl die vermeintliche Schwangerschaft nicht geplant gewesen war, hätte sie doch auch ihre Reize gehabt. Es gibt nämlich wirklich schlimmere Gründe für einen wachsenden Bauch als ein Baby. Das war auch für Katie klar. Es wäre die schönste Lösung.

Viel schöner als eine schlimme Krankheit. Und wie gesagt, es blieben schon andere Schwangerschaften lange unentdeckt, die Möglichkeit bestand also durchaus. Man hört doch öfter von Müttern, die plötzlich entbinden, ohne etwas gewusst zu haben vorher.

Noch sagte Katie niemandem etwas von ihrem Verdacht. Sie war unsicher und wollte das erst mal für sich klären, ehe sie ihre Familie vielleicht in falsche Vorfreude versetzen würde. Und eines war auch noch unklar: Was würde ihr Freund dazu sagen?
Sie beschloss als, wenigstens mit ihrem Freund über ihren Verdacht zu reden. Er hatte ja ein Recht darauf. Sie waren schon seit vielen Jahren zusammen. Sie vertrauten einander sehr.

Sie wartete also auf einen guten Moment. Sie kochte ein schönes Essen, richtete den Tisch schön her mit Kerzen und allem drum und dran. Dann weihte sie ihren Freund Jamie ihn ihren Verdacht ein, dass sie vielleicht ein Kind bekommen würden.

Zuerst war Jamie nicht so begeistert. Allerdings erkannte auch er, dass ein Baby tatsächlich die schönste Lösung für Katies Probleme wäre. Jetzt wollte er aber auch endgültig Gewissheit. Denn auch ihm waren die Probleme von Katie stark an die Nieren gegangen. Er wollte das nicht noch länger mit ansehen.
Die beiden freuten sich jetzt auch irgendwie bei dem Gedanken, bald Eltern zu werden. Allerdings war das Erstaunen umso größer, als sie einen Test machten, der wieder negativ war. Negativ. Also kein Baby. Wie konnte das nur sein?

Sie holten sich noch einen Test und hofften inständig, dass der erste Test einfach falsch war. Aber auch dieser zeigte nur ein Negativ an. Das ganze wurde immer mysteriöser. Wenn es kein Baby war, was war es dann?

Jamie reichte es jetzt auch. Er gab Katie deutlich zu verstehen, dass sie jetzt um einen Fachmann nicht mehr herumkommen würde. Es musst ein für alle Mal geklärt werden, was hier nicht in Ordnung war. Abwarten, dass sich alles von selbst legt, war keine Option mehr.
Katie war einverstanden. Sie vereinbarte einen Arzttermin bei einem Facharzt. Sie hoffte, endlich eine Antwort zu erhalten. War sie doch schwanger? War sie krank? Sie brauchte einen Grund dafür, dass ihr Bauch immer noch weiter wuchs. Es war nicht normal, das war doch klar!

Der neue Arzt schloss zuerst wieder eine Schwangerschaft aus. Er machte weitere Untersuchungen und Tests, nichts lieferte ein Ergebnis. Ziemlich unverblümt teilte er der armen Katie mit, dass sie eben einfach nur dick sei. unglaublich.

Für Katie brach eine Welt zusammen. Das konnte doch alles nicht sein? Sie hatte mit vielem gerechnet, aber nicht mit so einer harten Aussage. Sie unternahm doch so viel, um nicht noch weiter zuzunehmen!
Nach diesem Arztbesuch war Katie keinesfalls beruhigter. Sie merkte, dass das nicht die Wahrheit sein konnte. Sie ahnte instinktiv, dass irgendwas anderes die Ursache für ihren Bauch sein musste. Sie war allerdings jetzt auch erst mal froh, dass nichts Ernstes los war und lebte ihren Alltag eine Weile so gut es ging weiter.

Unbewusst machte sie sich aber weiter Gedanken. Sie sah ihren Bauch ja auch täglich. Klar, sie konnte den Ärzten vertrauen, aber konnte sie das wirklich? Denn sie spürte, irgendwas stimmte einfach nicht mit ihr, mit ihrem Bauch.

Denn wäre sie schwanger, würde der Bauch natürlich aufhören zu wachsen, mit dem Tage der Geburt. Aber so hatte sie keine Aussicht, dass ihr Zustand sich jemals ändern würde. Mittlerweile war es das zweite Jahr!
Eines Tages, als sie im Büro ihrem Job nachging, wurde ihr übel. Sie hatte sich schon früh am Morgen nicht ganz wohl gefühlt, war aber dennoch zur Arbeit erschienen. Jetzt allerdings war ihr schlecht und sie hatte ein unnatürliches Flimmern vor den Augen.

Sie machte einfach weiter, aber später am Tag war es vorbei. Sie brach in sich zusammen. Sie fiel ihn Ohnmacht. Man vermutete, dass sie einfach ein Kreislaufproblem hatte. Das vermutete auch der Arzt, gab ihr etwas für den Kreislauf und das wars.

Katie war auch der Meinung, dass sie einfach zu viel Stress hatte. Aktuell war auf Arbeit viel zu tun, da kann der Kreislauf schon mal streiken. Sie machte auch viele Überstunden und Pausen waren selten. Also machte Katie einfach weiter, als wäre nichts gewesen.
Dennoch, der Gedanke, dass etwas anderes die Ursache für ihre Ohnmacht sein könnte, ließ Katie nicht los. Nicht ohne Grund. Denn dem ersten Anfall folgten weitere. Sie litt auch immer noch an ihrem stetig wachsenden Bauch und viele Leute fragten sie, wann das Baby denn kommen würde? Irgendwann gab sie einfach einen Termin X an, sie hatte keine Lust mehr auf Erklärungen.

Die Anfälle häuften sich allerdings, sie litt auch unter Atemnot. Auch ihr Gewicht begann sie mehr und mehr zu beeinträchtigen. Die Kollegen rieten ihr, noch mal einen anderen Arzt aufzusuchen. Sie sollte doch endlich mal Klarheit bekommen, was mit ihr los war?

Der neue Arzt schloss wieder eine Schwangerschaft aus. Er machte verschiedene Bluttests und endlich machte er einen Ultraschall. Dieser sollte Gewissheit bringen, was mit Katie los war.
Endlich untersuchte jemand sie genauer! Warum hatte vorher niemand an einen Ultraschall gedacht? Zuerst sah man wieder nach, ob doch ein Baby wartet, aber nein. Was Katie allerdings sehr beunruhigte, dass der Arzt mitten in der Untersuchung stoppte und sagte, dass er einen Kollegen holen würde.

Dieser Kollege empfahl eine andere Untersuchung, um noch genauer nachsehen zu können. Endlich fanden sie die Ursache für Katies Probleme. Es lag an ihren Eierstöcken und an einer dort sitzenden großen Gewebemasse.

Die junge Frau hatte eine über zwanzig Zentimeter große Zyste, die direkt an die Bauchdecke gewachsen war! Endlich hatte sie eine Erklärung für ihren massiven Bauchumfang. Allerdings war die Situation so gefährlich, dass jetzt schnell reagiert werden musste.
In normalen Fällen ist eine solche Zyste an den Eierstöcken harmlos. Sie vergeht tatsächlich meistens von selbst wieder. Es gibt aber auch Fälle, bei denen das Wachstum entartet. Das war bei Katie der Fall. Hätte sie das doch nur früher erfahren, hätte sie sich viel Nerven und Zeit ersparen können.

Katie wurde an einen Spezialisten überwiesen, der ihr alle Möglichkeiten für eine Behandlung aufzeigen sollte. Dieser Arzt erschrak selbst über die Größe der Zyste und machte klar, dass nur eine Operation helfen würde. Außerdem wäre die Gefahr jetzt groß, dass sich weitere Zysten bilden könnten und Organe dadurch in Gefahr kämen.

Die junge Frau musste sich jetzt schnell entscheiden. Ihr blieb ja auch gar nichts anderes übrig, als in die gefährliche Operation einzuwilligen.
Der Tag der Operation kam immer näher. Endlich war er da. Im Frühjahr 2017 wurde Katie operiert. Ihre Mutter war extra aus Australien angereist, um ihrem Kind beistehen zu können. Die ganze Familie wartete auf erlösende Nachrichten im Wartezimmer des Krankenhauses. Allerdings zog sich alles endlos hin, langsam machten sich alle große Sorgen um Katie!

Dann, nach scheinbar endloser Zeit kam die gute Nachricht, dass das Gewebe entfernt werden konnte und es Katie den Umständen entsprechend gut gehe.

Katie war inzwischen zu einer Berühmtheit geworden. Das war ihr im Moment aber egal. Noch völlig benommen von den Narkosemitteln kam sie auf Station, um sich erholen zu können. Endlich war alles vorbei. Sie konnte in Ruhe gesund werden und einer gesunden Zukunft stand jetzt nichts mehr im Wege.