Most Wanted! Die am meisten gesuchten Outlaws des Wilden Westens

Nils am 13. August 2021
Wann war denn eigentlich die Hoch Zeit des berühmt berüchtigten Wilden Westens? Die Zeit ab ungefähr 1850 und 1940 war die Blütezeit des sogenannten „Alten Westens“. Diese Phase wird auch als Pionierzeit bezeichnet. Sie war ebenso romantisch wie auch gefährlich. Damals waren viele Menschen auf der Suche nach dem schnellen Glück und Geld, bestiegen die Pferde und überfielen Züge, Banken, also alles, wo sie Geld witterten. Viele davon blieben für immer namenlos, einige davon schafften es aber, bis in die heutige Zeit ihren Namen berühmt zu halten. Natürlich war das nicht deren Absicht.

Also begebe dich mit uns auf die Reise durch die alte und wilde Zeit, lerne die Banditen des Wilden Westens kennen und erfahre, wer die berüchtigtsten waren und was sie zu solchen Berühmtheiten gemacht hat. Nett war die Zeit damals nicht, aber das wusstet ihr ja sicherlich schon. Legen wir mal los.
Billy the Kid (1859–1881)
Henry McCarty hätte wohl nicht so gefährlich geklungen. Wir alle kennen ihn aber unter dem Namen „Billy the Kid“. Er war einer der wildesten Verbrecher der damaligen Zeit und hat es auf mindestens 8 Morde gebracht. Ehe er dann mit nur 21 Jahren selbst sein Leben lassen musste. Das war kein hohes Alter, nicht mal für die damalige Zeit. Seine Geschichte hat eine gewisse Dramatik. Er war ein lieber Junge, verlor aber bereits mit 14 Jahren seine Mutter und kam mit seinem Stiefvater nicht klar. Also zog er durch Saloons und seine kriminelle Laufbahn begann.

Es gab viele Geschichten und Legenden rund um Billy the Kid, eine davon erzählt, dass er eigentlich nur Gutes wollte, unter anderem war er politisch engagiert. Da man ihm aber Kontakte zu allen möglichen Verbrechern nachweisen konnte, verliert sich jede Romantik schnell. Viel wahrscheinlicher ist, dass er ein lieber Kerl war, der einfach mit den falschen Leuten befreundet war und dadurch eben kriminell wurde. Sein Leben endete im Jahr 1881, er nannte sich zu dieser Zeit William H. Bonney. Pat Garrett, der ihn seit langem jagte, erschoss ihn ohne Vorwarnung, als er aus dem Schlafzimmer kam. Sein Grab gibt es übrigens heute noch. Es befindet sich in New Mexico.
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Jesse James (1847–1882)
Auch er wurde nicht sonderlich alt. Jesse Woodson James war der Kopf einer Bande, der James-Younger Bande, die damals dem US Staat Missouri das Fürchten lehrte. Sie waren die am meisten gesuchte Gang und hatten keine Gnade mit ihren Widersachern. Viele Jahre zogen sie raubend und mordend durch die Gegend, wobei man schon auch sagen muss, dass nur diejenigen, die sie verfolgten, ein Problem hatten.

Wie es immer so ist, alles geht nur eine Weile gut. Er heiratete, bekam Kinder, betrieb aber weiterhin mit seiner Bande seine Raubzüge. Und da viele Banditen auch Feinde haben, oftmals aus den eigenen Reihen, geschah es, dass ein Freund ihn verriet. Robert Ford, so war sein Name, verriet seinen Anführer an die Gesetzeshüter. Diesen gelang es, ihn zu stellen und so wurde er im Jahr 1882 mit gerade mal 35 Jahren erschossen.

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Butch Cassidy (1866–1908)
Er hier wurde wenigstens etwas über 40 Jahre alt, genauer waren es 42 Lebensjahre. Viele hätten sich seinen Tod aber schon viel eher gewünscht, denn er zog auch raubend durch die Gegend. Auch er war Kopf einer Bande, der „Wild Bunch“. Ihnen gehörten 4 weitere Outlaws an, natürlich auch der berühmte „Sundance“, der mit bürgerlichem Namen Harry A. Longabaugh hieß.

Butch Cassidy hieß mit bürgerlichem Namen übrigens Robert Leroy Parker und wuchs eigentlich recht brav und normal auf. Er hatte noch 13 weitere Geschwister und verbrachte die Kindheit und auch noch eine Weile danach die Zeit auf der Ranch seiner Eltern, die Mormonen waren. Aber dann entdeckte er, dass Raubzüge lukrativer waren und so begann seine „Karriere“, die viele Jahre andauern sollte. Im Jahr 1908 jedoch wurde er von bolivianischen Soldaten gestellt und hingerichtet.

Raymond Kasprzak
The Sundance Kid (1867–1908)
Wie wir ja spätestens von Butch Cassidys Seite wissen, ist „Sundance Kid“ sein Freund und Partner gewesen. Er starb übrigens ebenso wie sein Freund durch Soldaten Hand. Die beiden lernten sich unter ganz normalen Umständen kennen, wir erinnern uns, Butch Cassidy war ursprünglich Farmer auf der Ranch seiner Eltern. Dann aber freundeten sich die zwei an und beschlossen, gemeinsam schneller an Geld durch Raubzüge zu gelangen.

Mit ihren 3 weiteren Gefährten waren sie jahrelang auf kriminellen Touren. Dann aber, als sie merkten, dass die Suche nach ihnen intensiver wurde, flohen sie nach Südamerika, nach Bolivien um genau zu sein. Dort weiß man nicht genau, was passiert war. Sicher ist nur, dass Soldaten sie stellten und hinrichteten. Ob sie direkt auf frischer Tat ertappt worden waren oder ob sie jemand verraten hatte, ist unklar. Sicher ist, beide hatten ein klägliches Ende.

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Laura Bullion (1876–1961)
Eine Frau? Ja, eine Frau! Die damals 13-jährige Laura war ein großer Fan der „Wild Bunch“, also der Gang, die Butch Cassidy und Sundance Kid angehörte und sie hatte sogar eine Weile ein Verhältnis mit einem der Bande. Es war Ben Kilpatrick. Sie schloss sich also den Männern an und so war es nur natürlich, dass sie früher oder später auch kriminell wurde. Sie wurde als junge Frau für ihre Beteiligung an einem der Streifzüge der Bande verhaftet.

Man war ihr die direkte Beteiligung an einem Überfall auf einen Post Zug vor und sie war einige Jahre im Gefängnis deswegen. Als sie im Jahr 1905 entlassen wurde, war sie geläutert und wollte wohl nichts mehr mit den ehemaligen Freunden zu tun haben. Sie zog nach Memphis, um dort ein neues Leben anzufangen. Das war eine kluge Entscheidung. Denn sie starb dadurch erst im Jahr 1961, wurde also stolze 85 Jahre alt. Ob sie noch lange an ihre Raubzüge mit den „Jungs“ gedacht hat? Da sind wir sicher.

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Bob Dalton (1869–1892)
Wie ihr an den Daten sehen könnt, als Verbrecher wurde man damals wirklich nicht alt. Bob Dalton auch nicht. Er war Anführer der berüchtigten Dalton Bande und zog mit seinen Brüdern Emmett und Gratton und noch weiteren Outlaws von Raubzug zu Raubzug. Die anderen beiden hießen Bill Powers und Richard Broadwell. Sie wollten etwas ganz Großes landen und so überfielen sie am 05. Oktober des Jahres 1892 an einem Tag gleich 2 Banken. Und das zur gleichen Zeit!

Die Banken befanden sich in Kansas, wo man sie bereits kannte. Die Einwohner hatten wohl die „Most Wanted“ Plakate gut im Kopf und so wurden Bob Dalton und seine Brüder plus Gefährten verraten. Alle waren natürlich scharf auf das Kopfgeld und da war die Jagd schnell eröffnet. Bei einer Schießerei, die entstand, als man sie stellen wollte, starben fast alle. Bob Dalton selbst, sein Bruder Gratton, die Freunde Bill und Richard. Sein Bruder Emmett jedoch überlebte, was ein Wunder war. Er hatte 23 Schüsse abbekommen. Er überlebte seine Brüder um ganze 45 Jahre.

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John Wesley Hardin (1853–1895)
Er war kein netter Mann, das muss man gleich mal sagen. Die anderen waren auch nicht nett und schossen nur, wenn es sein musste, aber bei John Wesley saß die Hand am Abzug seines Revolvers schon sehr locker. Bereits mit 15 Jahren erschoss er seinen ersten Gegner. Er war in Streit mit einem Diener seines Onkels geraten. Und so ging es weiter. Wer ihm in die Quere kam, wurde von ihm getötet und darauf war er sogar stolz.
John Wesley Hardin tötete seinen ersten Mann im Alter von 15 Jahren. Als er 1877 wegen Mordes zu 24 Jahren Gefängnis verurteilt wurde, behauptete er, 44 Männer unter die Erde gebracht zu haben.

Als er im Jahr 1878 festgenommen wurde, wegen Mordes natürlich, erzählter er stolz, dass er bereits 42 Menschen auf dem Gewissen hätte. Er wurde zu 24 Jahren Haft verurteilt. Warum man ihn im Jahr 1892 vorzeitig aus der Haft entlassen hatte, lässt sich nur dadurch erklären, dass er brav geworden war. Er hat sogar nach seiner Entlassung eine Anwaltskanzlei eröffnet. Da er aber keine Ruhe geben konnte, kam er in einem Saloon im Jahr 1895 wieder mit jemandem in Streit, das war ein Polizist, der ihm kurzerhand von hinten eine Kugel in den Kopf schoss. Das war dann sein unrühmliches Ende.