Ein Loch im Boden enthüllte Artifakte, die 3.400 Jahre alt waren!

Chrissy am 13. November 2020
Als ein Mann sein Auto unter einem Baum parkte, weil es heiß war, konnte er sich noch nicht ahnen, dass gleich die Erde unter ihm einbrechen würde und etwas Geheimes enthüllen würde. Diese Geschichte versetzt uns in eine sehr mysteriöse Vergangenheit. Sie ist ebenso interessant wie faszinierend und sorgt dafür, dass man mehr darüber erfahren will!

Es war ein heißer Tag im August des Jahres 2018. Ein Mann parkte sein Auto unter einem Baum, um es vor der Hitze zu schützen, damit es sich nicht so aufheizte im Innern. Als er ausstieg, bemerkte er, dass der Boden unter ihm nicht sicher war. Er wunderte sich sehr darüber, dachte aber erst mal nicht weiter darüber nach. Wenn dir mal so etwas passieren sollte, steig wieder ins Auto und fahre an einen sichereren Platz! Einfach nach Gefühl gehen. Wenn der Boden unsicher ist und zu weich, dann fahr lieber weg!
Als der Mann in dieser Geschichte sich von seinem Auto entfernte, bebte kurz die Erde und vor ihm tat sich ein großes Loch auf! Er war total erschrocken und wunderte sich. Wie konnte das passieren? Er rannte einige Meter weit weg, weg von dem Loch, denn keiner wusste, wie sehr sich die Erde noch auftun würde? Das Beste war jetzt, erst mal zu flüchten. Dann aber war er neugierig, da nichts weiter mehr geschah und sah in das Loch, dass sich so unvermittelt aufgetan hatte.

Er sah also über den Rand in das Loch und bemerkte, dass etwas in dieser Höhle lag. Es war ihm aber nicht sicher genug, also beschloss er, Hilfe zu holen. Es dauerte nicht lange, bis er sich mit Experten zusammengetan hatte, die für Archäologie zuständig waren. Konnten sie aufklären, was sich in dieser Höhle befand? Diese waren natürlich auch gleich sehr neugierig. Wenn sich der Boden einfach absenkt, musste diese Höhle früher von jemandem erbaut worden sein.
Griechenland hat schon immer viele Forscher und Archäologen angezogen, dieses Land ist einfach sehr geschichtsträchtig. Allerdings in dem Teil, aus dem der Mann angerufen hatte, waren bisher keine besonderen antiken Orte bekannt gewesen. Aber gerade deshalb wurde die Sache für die Forscher interessant. Hatten sie einen wichtigen Ort übersehen? Was für Schätze waren dort verborgen? Mal nachzusehen war auf jeden Fall angebracht!

Dieses Land hat nun mal eine sehr bewegte und auch lange Vergangenheit. Es entstand im Jahr 6500 v. Chr. Und erzählt eine lange und ereignisreiche Geschichte. Griechenland besteht aus 2000 Inseln, Kreta ist die größte von ihnen. Das Land hat eine spektakuläre und auch legendäre Vergangenheit und es war klar, dass sich noch viele Schätze versteckten. Noch heute sind die Menschen fasziniert von den vielen Legenden um Zeus, Hercules und all der anderen Götter des alten Olymp.
Eine der beliebtesten Geschichten aus der Vergangenheit Griechenlands ist die des Minotaurus. Dieser war ein mehr menschliches Geschöpf, hatte aber einen Stierkopf. Der Legende nach sandte König Minos dem Gott Poseidon einen Stier, um diesen zu opfern. Poseidon brachte es aber nicht über das Herz, das Tier zu töten und sorgte, warum auch immer, dafür, dass seine Frau sich in das Tier verliebte. Diese Liebe brachte Minotaurus hervor. Die Frage die du dir jetzt stellst, was hat das mit der Geschichte hier zu tun?

Viel. Denn diese Geschichte ist eine der wichtigsten Griechenlands. Denn König Minos liebte Minotaurus so sehr, dass er ihn mit seinem eigenen Volk fütterte. Theseus tötete den Minotaurus in Zusammenarbeit mit Ariane, der Tochter des Minos. Er konnte diesem Treiben einfach nicht mehr zusehen. Es bestand die Möglichkeit, dass aus dieser Zeit noch Relikte vorhanden waren und die Forscher hofften, dass diese Stelle, an der das Loch entstanden war, vielleicht diese Relikte enthalten würde?
Diese Zeit, also die Zeit des Minotaurus war immer noch sehr mysteriös. Man hatte kaum Belege dafür bis jetzt finden können. Also waren die Forscher voller Hoffnung, dass eben diese neu entstandene Grube Hinweise, Belege für die Existenz Minotaurus enthalten könnte? Sollten sie enttäuscht werden? Schauen wir mal weiter!

Der Mann, der die Grube entdeckt hatte, wusste noch nicht, auf was die Archäologen hofften. Er wunderte sich nur über das rege Interesse daran. Die Leute waren aufgeregt und wollten sich am Telefon genau schildern lassen, was der Mann bereits entdeckt hatte. Dieser konnte noch wenig dazu sagen, er traute sich ohne Hilfe nicht, genauer nachzusehen. Auf was hofften die Forscher denn nun genau?
Kreta war schon immer ein Ort, der viel preisgegeben hatte. Aber mittlerweile, nach so vielen Grabungen und Forschungen war man fast sicher, dass die meisten Geheimnisse der vergangenen Zeiten gelöst und aufgedeckt worden waren. Das war für die Historiker eine traurige Tatsache. Um so schöner war es, wenn jetzt ein neuer Ort auftauchte, an den sie noch gar nicht gedacht hatten!

Die Forscher, die er kontaktiert hatte, waren so sicher, dass sich in der Grube ein Geheimnis befinden musste, dass sie den Mann baten, das richtige Institut anzurufen. Denn das Institut, ein Ministerium für Kulturerbe, verhängt hohe Strafen, wenn sie nicht als erste von einem möglichen antiken Fund erfahren. Ab diesem Moment ging alle schnell. Das Ministerium schickte bereits am nächsten Tag Forscher in die Gegend, um das Loch zu erkunden.
Als die Forscher ankamen, war das sehr aufregend. Der Mann, der das Loch entdeckt hatte, freute sich. Denn er wollte zusehen, was sich denn nun in der Grube befand? Zuerst wurde die Fundstelle gesichert. Die Forscher begannen, weiter zu graben, um zu sehen, was sich darin befand. Alles wurde dokumentiert und fotografiert. Das Ganze war sehr interessant für alle Beteiligten und niemand konnte bis jetzt ahnen, was sie finden würden, ob sich das überhaupt lohnt, jetzt weiter nachzusehen. Es konnte sich ja auch um einen Tierbau handeln. Aber nein!

Die Experten, die jetzt die Grube betraten, stellten schnell fest, dass es sich um ein Kalksteingehäuse handelte, das etwa 2,5 Meter breit war. Es stammte sicher aus der minoischen Ära und war versiegelt gewesen. Das bedeutete: Dieses Gehäuse war 3.400 Jahre alt! Die Forscher sahen auch schnell, dass es sich wohl um ein Grab handeln musste. Faszinierend oder? Was würde man dort jetzt alles finden?
Alles war sehr aufregend! Das kleine Dorf namens Kentri, auf der Insel Kreta, verbarg seit über 3000 Jahren so ein Artefakt! Diese Entdeckung war eine echte Sensation. Alle früheren Zeugnisse der minoischen Zivilisation wurden hauptsächlich im Flachland gefunden. Nicht in den Bergen auf der Insel. Niemand hätte gedacht, dass sich hoch oben so etwas befinden könnte.

Als die Forscher weiter gruben, fanden sie zwei rechteckige Kisten, die nur aus der Bronzezeit stammen konnten. Man wusste, dass Minoer so etwas benutzt hatten. Diese Kisten waren zwar auf den ersten Blick gut erhalten, allerdings wussten die Forscher aus früheren Grabungen, wie leicht sie an der Luft dann doch zerbrechen oder zerbröckeln konnten. Es galt, sehr vorsichtig damit umzugehen.


Diese Kisten sahen auf den ersten Blick so aus, als wären sie aus Holz. Allerdings wussten die Forscher, dass sie aus Ton waren. Solche Artefakte wurden Larnakes genannt. Es waren also altertümliche Särge. Als sie weiter suchten, fanden sie noch viel erstaunlichere Stücke. Das Grab hielt noch einiges an Überraschungen für die Forscher und auch für den Mann bereit, der das Grab überhaupt erst gefunden hatte. Und das nur, weil er sein Auto im Schatten eines Baumes parken wollte!

Die Särge wurden damals nicht nur zusammengeformt, ehe man den Leichnam bestattete. Nein, wie auch im antiken Ägypten versahen die Menschen diese Särge mit allerlei Zeichnungen. Man sah religiöse Motive, Jagdbilder, Meerestiere und einiges andere aus der alten Zeit. Diese Zeichnungen waren nicht gemalt, sondern geschnitzt. Der Künstler hatte großes Talent! Denn man muss ja bedenken, viel Werkzeug, so wie unsere heutigen Künstler das haben, gab es damals noch nicht.
Die Experten fanden aber nicht nur die Särge und ihren Inhalt, sondern auch einige schöne Gefäße aus Ton, die an Gefäße aus dem antiken Griechenland erinnerten. Sie fanden einen großen, enghalsigen alten Becher mit Griffen, dieser war bekannt als Amphore. Der Mann, der das Loch entdeckt hatte, kam aus dem Staunen nicht mehr heraus! Alles war ja ihm zu verdanken.

Diese Amphoren waren sehr typisch für das alte Griechenland. Zur damaligen Zeit dienten Amphoren dazu, Öle, Wasser, Wein und Getreide zu fassen. Es waren also Gefäße zum Lagern, wie wir das heute als Kanister kennen. Amphoren waren auch begehrte Objekte, die man Siegern überreichen konnte. Wie Pokale heute. Aber eine Frage blieb noch offen: Konnte herausgefunden werden, wessen Grab das überhaupt war? Schauen wir mal weiter!
Der Zustand der Grabbeilagen gab Auskunft darüber, welchen Status in der damaligen Gesellschaft die Person hatte, die hier begraben lag. Alles war so gut erhalten, von so guter Qualität, dass dies hier das Grab eines Königs oder eines Mitgliedes der königlichen Familie sein musste. Denn niemand „normales“ bekam so herrliche Schnitzereien auf seinen Sarg und keine so hervorragend gearbeiteten Amphoren als Grabbeigabe.

Sicher war auf jeden Fall, dass die Person, die hier begraben wurde, sehr hochrangig sein musste. Hoch im Rang, aber dann doch nicht königlich. Viele Archäologen kamen zu diesem Ergebnis, als sie die Grabstätte besuchten. Außerdem entdeckten sie, dass dieses Grab für zwei Personen, wohl für Männer, angelegt wurde.
Die größte Hoffnung der Forscher war, Erkenntnisse zu erhalten über den Niedergang der minoischen Zivilisation. Die einen behaupteten, es müsse ein Vulkan gewesen sein, andere dachten, es war ein Tsunami, der das damalige Volk auslöschte. Man freute sich, eine weitere Spur aus dieser Zeit entdeckt zu haben und vielleicht das Rätsel jetzt lösen zu können?

Die bisherigen Forschungen hatten ergeben, dass eine Naturkatastrophe auf jeden Fall der Grund war. Wahrscheinlich sogar ein Vulkanausbruch. Die bisherigen Funde ließen eigentlich keinen anderen Schluss zu. Denn es war bekannt, dass das minoische Volk rund um den Vulkan gelebt hatte. Konnten die jetzt gefundenen Artefakte noch mehr erzählen? Den genauen Grund jetzt offenlegen? Denn in Pompeji zum Beispiel war klar, dass der Vulkan schuld war. Aber hier?
Der Ausbruch auf Santorin war damals extrem heftig. Die Menschen damals verstanden solche Naturphänomene noch nicht und schrieben sie dem Zorn der Götter zu. Sicher ist, dass dieser Ausbruch viele Menschenleben forderte und einiges an Dörfern zerstörte. Durch den heftigen Ausbruch wurde auch das Wetter gestört. Es ist gut denkbar, dass dadurch Ernten ausfielen und deshalb eine gesamte Zivilisation nicht mehr überleben konnte.

Es kann auch gut sein, dass durch den Vulkanausbruch ein Tsunami ausgelöst wurde, der das Land vernichtete. Wissenschaftler haben schon einige Hinweise für diese These in der Vergangenheit gefunden. Naturkatastrophen waren eigentlich immer der Grund dafür, ganze Völker auszulöschen. Dennoch wollten die Forscher jetzt hier in dieser Grube, in diesem alten Grab, weitere Beweise finden. Sie wollten wissen, was die Minoer ausgelöscht hatte!
Tatsächlich fanden sich bei den Grabungen versteinerte Muscheln, die mit Nahrungsresten, Bauteilen und Geschirr vermischt waren. Das würde bedeuten, dass tatsächlich das Meer sich ein ganzes Volk geholt hatte? Denn auch nach dem Tsunami des Jahres 2004 in Asien fand man solche Vermischungen. So konnten die Forscher Parallelen zu diesem Fundort ziehen. Beeindruckend nicht wahr? Die Gegenwarte, die Vergangenheit, alles zu verbinden, muss ein schöner Job sein.

Wenn selbst in unseren Zeiten Tsunamis für einen Bevölkerungsverlust von nahezu 80 Prozent führen können, was im Jahr 2004 der Fall war, dürfte klar sein, dass die Minoer noch mehr überrascht wurden. Sie konnten sich noch viel schlechter retten, zumal sie ja gar nicht verstanden, was hier vor sich ging! Der Schock, die Angst vor der Macht der Götter machte starr. Eine Flucht, unmöglich!
Nach dem das Volk der Minoer ausgelöscht war, übernahmen die Mykener damals dieses Gebiet. Aber dieses Grab hier, das stand zweifelsfrei fest, stammte aus den Zeiten der Minoer. Die Fundstücke werden noch immer untersucht, damit kein Zweifel mehr bleibt. Auch sucht man immer noch nach Hinweisen, was für das Verschwinden eines ganzen Volkes damals wirklich gesorgt hat. War es der Vulkan? War es der Tsunami? Sie werden es herausfinden. Sicher ist, die Artefakte geben viel preis.

Übrigens war die Entdeckung des Grabes tatsächlich ein kolossaler Zufall! Der Boden war nur durch ein geplatztes Bewässerungsrohr aufgeweicht gewesen und eingesunken. Wäre das Rohr nicht geplatzt, wäre das alte Grab vielleicht nie gefunden worden! Der Mann hatte also zur rechten Zeit am rechten Ort geparkt und so für eine archäologische Sensation sorgen können. Wir alle sind gespannt, was die Forscher in Zukunft noch alles entdecken werden.