Die Unglaubliche Geschichte der Giraffenfrau - Schockierende Bilder!

Tom am 23. February 2021
Die Frau mit dem Giraffenhals zeigt sich nach 5 Jahren
Fast jeder hat wohl schon mal davon gehört, dass es in manchen Stämmen auf der Erde Frauen gibt, die einen Giraffenhals durch das Tragen von vielen Ringen haben. Es gibt einige Theorien dafür, warum sie das machen. Entweder ist es ein Schönheitsideal, dem noch immer einige Frauen auf der Welt folgen oder aber es sollte ursprünglich ein Schutz davor sein, an Sklavenhändler verkauft zu werden. Aber gibt es heute wirklich noch Frauen, die sich das antun? Ja!

Ursprünglich stammt diese Art der „Verschönerung „vom Volk der „Padaung“. Das ist ein Volk, welches in den Bergen zwischen Myanmar und Vietnam lebt. Es wird dort vermutet, dass der straffe Halsschmuck seine Trägerin vor Bissen von Tigern schützen soll. Ach und solltest du jemals gehört haben, dass eine Frau durch Genickbruch sterben musste, wenn die Ringe abgenommen werden, dann sei dir jetzt gesagt, dieser Mythos ist falsch.
Schönheitssymbol
Aber tragen nur Frauen diese Ringe? Nein. In einigen Kulturen auf der Welt tragen auch Männer diese Ringe. Allerdings viel weniger als Frauen. Wie verhält sich das eigentlich anatomisch? Wird der Hals tatsächlich länger oder ist das Einbildung? Er wird nicht länger, sondern anders herum wird das Schlüsselbein immer weiter nach unten gedrückt. Das klingt schon alleine schmerzhaft.

Viele der Frauen der Padaung tragen von Kindesbeinen an diesen schweren Halsschmuck. Dadurch wird natürlich das Schlüsselbein deformiert und die Schultern nach unten gedrückt, was den Hals also automatisch länger wirken lässt, als er eigentlich ist. Leider hat sich diese „Mode“ in der Welt herumgesprochen, so dass sich viele Touristen auf den Weg machen, um diese besonderen „Giraffenfrauen“ auch mal selbst ansehen zu können. Das wird natürlich auch ausgenutzt, was Touristen anlockt, bringt Geld, also wird dieser zweifelhafte Schönheitswahn wohl nicht so schnell enden.
Überzeugung
Aber auch ohne Touristen würde das wohl ewig so weiter gehen. Denn, in diesen Kulturen werden lange und schlanke Hälse als sehr attraktiv angesehen und somit werden auch weiterhin Ringe getragen, um das zu erreichen. Man kann es zu Recht als Körpermodifikation bezeichnen, was unter anderem früher dafür sorgte, dass die britischen Kolonialherren die Padaung der Mon-Khmer Gruppe zugeordnet hat.

Ihre Sprache ist der des Volkes Karen recht ähnlich, also kann man sie ihnen zuordnen. Ihre Vorfahren wanderten laut Überlieferungen vom Süden Chinas nach Myanmar ein und blieben dann bis heute dort. An ihren Bräuchen und Traditionen halten sie bis heute fest. Das alleine ist schon Grund genug für Touristen, sie zu besuchen. Klar, alles was anders ist als bei uns, ist interessant.
Gefahren und Risiken
Natürlich gab es inzwischen viele Menschen, die sich besorgt zeigten über diese fragwürdige Tradition und für die Frauen schlimme Folgen für deren Gesundheit fürchteten. Allerdings weiß man inzwischen, dass der Hals ja nicht wirklich länger wird, sondern durch die Ringe nur verlängert wirkt. Mädchen erhalten meistens mit ca. 5 Jahren ihren ersten Ring, der ca. 10 cm hoch ist.

Das ganze wird in einem feierlichen Ritual gemacht. Ein Schamane führt ein Orakel durch, um den idealen Tag für die Zeremonie zu finden und ältere Frauen führen dann feierlich die Zeremonie durch, während der der erste Ring angelegt wird. Außerdem erhalten die Mädchen auch Armreifen und Spiralen und die Knie. Ca. alle 2 Jahre werden diese Ringe und Spiralen dann durch schwerere ersetzt. Man bedenkt also durchaus das Wachstum, damit sich die kindlichen Körper langsam daran gewöhnen können.
Kulturell
Das Ringe tragen gehört für die Frauen der Kayan zu ihrer Kultur, es ist Teil ihrer eigenen Identität. Wenn ein Mädchen dann 15 Jahre alt ist, bekommt sie noch zu den bereits vorhandenen Ringen eine Schulterspirale dazu. Diese ist flacher als die Spirale am Hals und hat natürlich auch einen größeren Durchmesser.

Man fragt sich schon, warum ein junges Mädchen sowas freiwillig mitmacht. Aber es gehört eben dazu und sie kennen es ja nicht anders. Alle Frauen in ihrer Kultur, also in ihrem Lebenskreis tragen sie und wer will schon eine Ausnahme bilden? Wir fragen uns ja auch nicht, warum unsere Mädchen immer noch zu gewissen Anlässen Kleider tragen zum Beispiel. Es gehört eben dazu. Und so geht es den Mädchen dort mit den Ringen um Hals und Schultern.
Lebenslanges Ziel
Hier seht ihr Sydney Smith. Sie war schon immer von der Kultur der Frauen mit dem langen Hals fasziniert und beschloss, es ihnen gleich zu tun. Sie wollte auch so einen schönen schlanken Hals wie ihre Vorbilder und beschloss daher über 3 Jahre lang 11 Ringe aus schwerem Kupfer um den Hals zu tragen. Diese Ringe wiegen knapp 10 Kilo und drücken mächtig auf die Schultern. Sie hat sich auch Ringe um die Beine und die Arme legen lassen, diese wiegen ca. 20 Kilo.

Natürlich ist sie jetzt nicht mehr so frei wie früher, das Bewegen ist stark eingeschränkt. Das Schlucken fällt ihr schwer, auch die Hygiene an den Stellen, wo die Ringe liegen, kommt zu kurz. Aber sie weiß, dass die Frauen in Myanmar auch ihren Alltag mit den Ringen zubringen und hat sich von ihnen abgeschaut, dass man sich Lappen unter die Ringe schiebt, wenn man zu stark schwitzt.
Motivation
Aber wie kam die junge Frau eigentlich auf die Idee, ausgerechnet diese Mode für sich zu nutzen? Sie hatte schon immer einen sehr schlanken und auch langen Hals, was dafür sorgte, dass man sie in der Schule „Giraffenmädchen“ nannte. Sie war nicht beleidigt darüber, sondern eher stolz. Und dann entdeckte sie, dass es eben Völker gibt, die das auch als schön empfinden und hier mit Ringen nachhelfen.

Eine Besonderheit der Frauen, die diese Ringe tragen, ist übrigens, dass sie tatsächlich aufhören den Hals zu drehen. Sie drehen den kompletten Oberkörper, wenn sie sich bewegen. Das führt natürlich dazu, dass die Halsmuskeln schnell abbauen. Dadurch klingen ihre Stimmen sehr leise und auch dumpf.
Experimentieren
Schon als junges Mädchen wollte sie die „Giraffenfrauen“ nachmachen, in dem sie sich nachts Drähte um den Hals wickelte, die sie aus Kleiderbügeln gewann. Ihre Eltern verlachten das, dachten, das wäre nur eine Phase, aber Sydney wollte unbedingt ihren Vorbildern nacheifern. Sie schlief auch mit dem Kopf auf einem kleinen Schemel, anders könnten sie nicht gut ruhen.

Die Frauen tragen ja auch Ringe an den Beinen, was natürlich den Gang erschwert und sie langsam werden lässt. Die Frauen müssen beim Sitzen ihre Beine ausstrecken. Anwinkeln wäre gar nicht möglich. Allerdings bringt das auch ein Problem. Die meisten dieser Frauen gehören dem Buddhismus an und in dieser Religion gilt das Sichtbarsein von Fußsohlen als unschicklich. Das macht die Sachen natürlich schwierig für die Frauen.
Anhang
Sydney für ihren Teil hatte sich erkundigt, ob die schweren Ringe für die Frauen gesundheitliche Schäden verursachen und da sie feststellte, dass dem nicht so war, die Frauen hatten normale Lebenserwartungen und sonst auch keine Probleme. Also beschloss sie, diese Ringe auch über Jahre zu tragen.

Viele denken, dass die Frauen nicht normal trinken können, weil sie den Kopf ja nicht nach hinten biegen können. Also müssen sie immer mit Strohhalm trinken? Nein, natürlich nicht. Sie halten das Glas nur höher und gut ist es. Sydney war gespannt, wie es ihr mit den Ringen ergehen würde und ob sie doch gesundheitliche Probleme bekommen würde. Sie hoffte nicht, denn sie wollte die Ringe unbedingt tragen.
Langsam und stetig
Hatte Sydney eine Verbindung zu dem Stamm, die diese Ringe tragen? Nein, sie war ein ganz normales westliches Mädchen und dementsprechend konnte sie damit nicht als kleines Kind beginnen. Also würde es für sie schwieriger werden als für die Kayan Frauen, die die Ringe von klein auf tragen. Diese leben übrigens jetzt im Landesinneren der Insel Borneo.

Sie bauen Reis an und leben sehr traditionell. Sie lieben ihre Kultur, ihren alten Glauben und ihre Traditionen werden liebevoll von Generation zu Generation weiter gegeben. Sie werden auch oft zur „Bahau Gruppe“ dazu gezählt, zusammen mit den „Kenyah“. Das alles bewunderte Sydney und sie wollte aus der Ferne ein kleiner Teil von ihnen sein. Mindestens jedoch wollte sie so einen schönen schlanken langen Hals haben wie die Frauen dort.
Der Anfang
Zu Beginn genoss Sydney sogar den Druck, den die schweren Ringe auf Nacken und Schultern ausübten. Sie sah darin einen Trost an trüben Tagen und an normalen Tagen erheiterte es sie. Seit 2011 trägt sie eine eng sitzende Kette aus Kupfer. Auch das trägt sie gerne und genießt das zusätzliche Gewicht sogar. Wir sind doch normalerweise froh, wenn uns nichts drückt, oder?

Aber wie ergeht es dem Volk der Kayan eigentlich? Nicht so gut. Sie haben immer wieder Probleme mit Nachbarvölkern, die es auf ihre Region abgesehen haben. Der Stamm der Iban expandierte schnell und zog Richtung Norden von Borneo. Sie wollen das Gebiet der Kayan für sich. Aber bisher haben die Kayan es immer wieder geschafft, ihr Revier zu verteidigen.
An die Ringe gewöhnen
Als erwachsene Frau gewöhnt man sich nicht ganz so einfach an neue Dinge wie man es als Kind tut. So erging es auch Sydney mit den Ringen. Sie war ja bereits völlig ausgewachsen, als sie damit begann, diese schweren Ringe zu tragen. Sie konnte auch nicht so schnell weitere Ringe an den Hals legen, das ging einfach nicht. Sie brauchte Jahre dafür.

Nach einigen Jahren hatte sie 10 Ringe am Hals. Die Sache machte sich, wenn man das so nennen kann. Denn wir können uns das kaum vorstellen. Man denke nur an einen harten und arbeitsreichen Tag. Da ist jeder normalerweise froh, wenn er alles, was schwer und belastend ist, endlich ablegen kann. Wer also legt sich freiwillig Gewichte an den Körper und das dauerhaft? Aber gut. Sehen wir mal, wie es ihr weiter erging.
Schüchternes Mädchen
Verwirrend ist, dass Sydney eigentlich so gar nicht der Typ ist, der sich gern mit auffälligen Sachen zeigt. Viele tragen ja ihre Tattoos und Piercings zum Beispiel erst recht so, dass sie jeder sieht. Aber Sydney war es in der ersten Zeit sogar unangenehm, wenn sie die Ringe in der Öffentlichkeit trug. Sie tat sogar alles, um diese zu verstecken. Sie bemühte sich, nicht aufzufallen. Seltsam für so eine Vorliebe. Man sollte annehmen, dass sie die Ringe mit Stolz trug. Aber nein, die erste Zeit auf keinen Fall.

Sydney war zwar insgeheim sehr stolz auf ihre Ringe und auf ihren scheinbar immer länger werdenden Hals. Aber sie wollte das nicht nach außen tragen in der ersten Zeit, sondern für sich selbst behalten. Es war tatsächlich nicht, um damit Aufmerksamkeit zu erregen, sondern einzig und allein für sie selbst. Das ist wirklich ein Zeichen dafür, dass sie davon überzeugt war.
Genie
Aber wer hat ihr eigentlich die Ringe verpasst? Denn anders als in Borneo hatte sie ja keinen Schamanen zur Hand, der das Ritual befeuern könnte und auch kein Team aus alten Damen, die das ganze feierlich anlegen. Also wer hat das gemacht? Sie hatte einen Freund, der ihr die Ringe geschmiedet hat. Er lötete sie direkt an ihren Hals. Allerdings hat er auch an einen etwaigen Notfall gedacht. Eine spezielle Schraube, die zur Not dafür sorgen konnte, dass die Ringe zügig abgenommen werden können.

Es ist übrigens nicht ganz wahr, dass die Gesundheit so gar keinen Schaden nimmt. Klar. Die Frauen in Borneo tragen das von Kindesbeinen an. Da gewöhnt sich der Körper ja an die schweren Gewichte. Aber gesund kann das nicht sein, das war schon klar. Die Ärzte rieten Sydney, die Ringe wieder abzunehmen, weil Schultern, Rippen und auch Schlüsselbein unnatürlich verformt werden würde, was automatisch zu Problemen führen würde. Also mindestens nach einigen Jahren. Hat sie den Rat angenommen?
Risiken
Ihr Freund ging sehr behutsam mit ihr um, als er ihr die Ringe direkt am Hals anbrachte. Allerdings, wenn gelötet wird, wird das heiß. Tatsächlich bemerkten beide erst viel zu spät, dass sie Sydney bei der Prozedur verbrannten. Zwar nicht stark, aber es war schmerzhaft für sie. Allerdings kam es nicht in Frage, dass die Ringe wieder abgenommen werden. Also litt sie still vor sich hin.

Allerdings nach Jahren war Schluss mit lustig. Sie bekam langsam Probleme und nahm die Ringe wieder ab. Sie trägt bis heute Spuren davon an ihrem Körper und versucht diese zu überschminken. Dennoch ist sie dankbar für diese Erfahrung. Aber wie kam es zum Sinneswandel? Sie wollte sie doch für immer tragen?
Eine weltweite Sensation
Kennt jemand noch „Ripley“? Das war und ist ein weltbekannter Zeitungscartoon, der bis heute seit dem Jahr 1918 erscheint. Dort landet alles, was auf der Welt so richtig kurios und sensationell ist. Tja, selbst Sidney schaffte es in diesen Comic. Das einzig und allein wegen ihres Giraffenhalses. Ob das nun ein guter oder ein zweifelhafter Ruhm ist, bleibt eurer Meinung überlassen.

Sie wurde zur Sensation, ohne das ja zu wollen. Wir erinnern uns, zu Beginn ihrer Reise als Giraffenfrau tat sie alles, um ihre Ringe zu verstecken. Sie wollte damit nicht auffallen. Aber das ist ihr offenbar nicht gelungen, wenn sie sogar in Comics thematisiert wurde. Aber wie erging es ihr mit der medialen Aufmerksamkeit?
In den Medien
Wenn ein Medium anfängt, machen alle anderen weiter. Das ist doch mit jeder Sensation so. Und so wurde Sydney völlig unfreiwillig Gegenstand vieler Medien auf der ganzen Welt. Es war einfach nicht üblich, dass man sich so ein Los auferlegt, vor allem dann nicht, wenn man nicht mal Teil der Kultur ist. Also kannte bald jeder die Giraffenfrau Sydney.

Aber wie reagierten die Menschen darauf? Viele von ihnen waren fasziniert, aber auch erstaunt. Nicht wenige allerdings reagierten mit völligem Unverständnis. Man versteht schon nicht, wie ein so traditionelles Volk sich sowas antun kann. Also sich schwere Gewichte um den Hals legen und um alle Gelenke. Aber eine moderne junge Frau? Das konnten die wenigsten gut finden. Es grenzte ja auch ehrlich gesagt schon fast an Selbstquälerei. Langer schöner Hals hin oder her. Der Preis ist wahrlich sehr hoch dafür. Für viele Menschen zu hoch.
Comicfigur
Also stand Sydney, ohne es zu wollen, im Mittelpunkt. Sie begann jetzt auch, das zu genießen und ihre plötzliche Bekanntheit hatte auch Vorteile. Sie bekam ein Angebot, sich doch komplett als Giraffe bemalen zu lassen und das nahm sie an. So entstand dieses Bild, was ihr auch sehr gefällt. Hübsch ist es ja, keine Frage. Wer hat schon die Gelegenheit, sich in eine Giraffe zu verwandeln?

Inzwischen trägt sie die Ringe nur noch für besondere Anlässe und für Foto Shootings. Allerdings wird sie ihren Ruf als „Giraffenfrau“ wohl auch nie mehr loswerden. Aber das möchte sie auch gar nicht. Was war aber der Anlass, dass sie die Ringe nicht mehr ständig trug? Wie kam es dazu? Wurden die Ringe doch zu schwer?
Fortschritte
Dieses Bild bekam den Namen „Fortschritt“ und man sieht auch deutlich, wie lang der Hals inzwischen aussieht. Also für uns sieht das ehrlich gesagt eher massiv unbequem und auch schmerzhaft aus. Man spürt förmlich, wie der Hals künstlich in die Länge gezogen wurde. Es war ihr ernst mit ihrem Vorhaben, zur Giraffenfrau zu werden. Das ist wohl klar.

Aber wie erging es ihr mit den Ringen? Machte sich das schmerzlich bemerkbar oder war es reine Gewöhnungssache? Man sagt ja, dass man sich praktisch an alles gewöhnen kann. Wie sieht es dann mit solchen Gewichten am Hals aus, lernt man das lieben oder bekommt man langsam Probleme? Schauen wir mal, wie es ihr erging. Bequem sieht es ja wirklich nicht aus.
Zu schwer
Langsam wurde es für Sydney tatsächlich im wahrsten Sinne des Wortes zu schwer. Nicht nur, dass sie ständig gebucht wurde, sie war ja jetzt eine Sensation, sondern auch der Druck durch die Ringe wurde ihr langsam wirklich zu viel. Sie merkte, dass sie das nicht ewig würde durchziehen können. Nicht ohne gesundheitliche Folgen.

“Ich verbrachte fünf Jahre meines Lebens mit Ringen um meinen Hals und wurde dadurch sehr introvertiert und isoliert”, sagte sie in einem Interview. Das kann ja nicht Sinn und Zweck der Sache sein. Ursprünglich wollte sie einfach etwas besonderes für sich machen. Sie konnte ja nicht ahnen, dass die Angelegenheit so anstrengend und auch schmerzhaft werden würde. Also wie würde sie jetzt weiter machen? Die Ringe ablegen und nie mehr anlegen?
Es ist es nicht wert
Eigentlich stellt man sich das gar nicht so schwer vor, wenn man sie so sieht. Es sieht sogar irgendwie hübsch aus. Aber es gibt viele Menschen, die beim bloßen Anblick an Folter denken. Es ist ja eine permanente Haltung, man kann den Kopf kaum drehen. Schon alleine die Vorstellung gefällt vielen nicht. Sydney bekam jetzt auch langsam Probleme. Was sie anfangs mochte, wurde langsam zur Qual.

Ihr großes Vorbild waren ja die Frauen aus Myanmar. Sie war geradezu süchtig danach, es ihnen gleich zu tun. Sie liebte zu Beginn den Druck und auch den Schmerz, den die Ringe ausübten. Aber langsam wurde sie nachdenklich. Sollte man die Schönheit wirklich über die Gesundheit stellen? Sie war sich nicht mehr sicher.
Medizinische Probleme
Der Orthopäde Dr. Jonathan Nissanoff aus Südkalifornien sagte, er würde niemandem raten, es Sydney nachzumachen. Er würde niemandem empfehlen dies zu tun, da die Nerven im Nacken ernsthaft Schaden nehmen können. Vor allem, wenn die Ringe dauerhaft getragen werden. Es leidet ja die komplette Halsmuskulatur und somit der gesamte obere Bewegungsapparat. Vor allem, Sydney war ja kein Kind mehr, als sie damit begann.

Er erklärte, dass es keinen Sinn macht. Bei Kindern wächst ja noch alles und kann sich somit angleichen. Sydney allerdings war zum Zeitpunkt, als sie sich für die Ringe entschied, bereits ausgewachsen. Somit passt sich nichts mehr an, sondern wird nur noch verbogen und die Haut wird gedehnt. Was ohne Ringe sicher zu unschönen Falten führt.
Nicht aufgeben
Sydney wusste nicht mehr, was sie tun sollte. Sie ertrug die Ringe eigentlich schon gar nicht mehr, allerdings verdiente sie damit inzwischen ihr Geld. Gutes Geld. Sie hatte viele Shootings und auch öffentliche Auftritte. Sollte sie darauf verzichten? Irgendwie gefiel ihr der Gedanke nicht. Was wäre sie ohne ihre Ringe? Würde sie dann noch Geld verdienen können?

Auf der anderen Seite stand natürlich die Frage, war es das alles wert? Sollte sie wirklich ihre Gesundheit aufs Spiel setzen, nur wegen Geld? Würde sie nicht am Ende sowieso in Vergessenheit geraten und hatte dann völlig umsonst alles kaputt gemacht und so auch keine Chance auf eine andere Karriere mehr? Fragen über Fragen. Wie würde sie sich entscheiden?
Gesundheit zuerst
Da Sydney immer mehr Probleme bekam und auch Ärzte ihr dringend rieten, die Ringe abzunehmen, gab sie es schließlich auf. Die Ringe wogen immerhin knapp 3 Kilo und sie waren kein Schmuck mehr, sondern inzwischen selbst für Sydney nur noch eine Belastung. Ihr blieb also gar nichts anderes übrig, als dem Druck der Ärzte nachzugeben, wollte sie nicht dauerhafte Probleme riskieren.

Auch jetzt, Jahre später, leidet sie noch unter den Folgen ihrer damaligen Schönheitssucht. Sie musste lange Zeit die gebliebenen Abdrücke der Ringe überschminken. Sie hatte lange Zeit Schmerzen, da die Halsmuskulatur ja total geschwächt war und somit jede Bewegung weh tat. Erst durch langes Training gelang es ihr, das halbwegs in den Griff zu bekommen.
Sie beherrschten ihr Leben
Sie wurde natürlich gefragt, was die Gründe waren, die Ringe doch wieder abzunehmen. Sie sagte, dass es in den USA nicht funktioniert, mit 15 Ringen um den Hals ein normales Leben zu leben. Sie war ja eben nicht im Stamm der Kayan zuhause, sondern in einer modernen Welt. Der gesellschaftliche Druck war enorm, ebenso wie der gesundheitliche natürlich.

Sie hat das ganze 5 Jahre durchgehalten. Sie litt still und dachte, das ist okay so. Sie hatte kaum mehr Freunde und kaum noch Kontakt zur Außenwelt. Lediglich für Shootings und Termine verließ sie ihr Zuhause. Das lief also. Geld technisch war alles okay. Aber der Preis war für sie auf Dauer einfach zu hoch. Sie war zwar berühmt, aber nicht glücklich. Von Wohlbefinden keine Spur.
Ihr Leben hat sich verändert
Aber wie denkt sie heute darüber? Sie meint, ihre Lieblingstiere waren immer Giraffen gewesen. Letzten Endes war es diese Liebe und Berichte über die Frauen von Borneo, die ihre Leidenschaft weckten, es ihnen gleich zu tun. Das Bedürfnis, so zu sein, so auszusehen, war einfach zu groß, als sie ignorieren zu können. So ist dann also alles gekommen.

Sie ließ sich, wie wir bereits wissen, also die Ringe direkt an ihren Kopf anpassen. Bzw. an ihrem Hals. Alles schien ja zu Beginn gut zu laufen. Sie mochte das Gefühl der Gewichte und auch den Druck auf den Schultern. Allerdings war sie natürlich von Beginn an eingeschränkt. Du kannst nicht mehr einfach den Kopf drehen und senken. Aber optisch war es natürlich schon irgendwie toll.
Alles über die Ringe
Aber was hat sie während ihrer aktiven Zeit mit den Ringen eigentlich alles gemacht? Sie war wirklich sehr gefragt und trat sogar im Zirkus auf. Sie hatte unzählige Interviews und Foto Shootings. Unter anderem wurden von ihr auch Bilder für den Playboy gemacht. Das diese gut bezahlt werden, weiß man ja. All das würde nun aufhören, das wusste auch Sydney.

Wenn man sie fragte, wie sie auf die Idee kam, sich so schwere Ringe anzulegen, antwortete sie stets, dass einzig ihre Liebe zu den eleganten Giraffen mit ihren langen schlanken Hälsen sie inspiriert hätten. Das Volk der Kayan tat ihr übriges. Sie fand das hübsch und sehr feminin. Also wollte sie so sein wie sie. Wie hoch der Preis war, konnte sie ja nicht gleich wissen.
Wohin ging Sydney
Wenn wir ihn immer hörten, den alten Spruch, dass man für Schönheit leiden muss, dachten wir doch niemals daran, dass man sich schwere Ringe um den Hals legt oder? Man denkt an so Kleinigkeiten, dass es beim Haare kämmen ziept oder so. Dass man sich kiloschwere Dinge um den Hals legt, darauf kommt doch kein normaler Mensch. Allerdings war Sydney nicht die einzige, die sich für die Schönheit viel antat.

Es gibt genug andere Beispiele von Leuten, die sich total oft operieren lassen, um auszusehen wie Ken oder Barbie. Man erinnert sich an Frauen, die sich Rippen entfernen lassen, nur damit der Oberkörper schöner aussieht. Es gibt viele Beispiele dafür, was Menschen sich alles antun, nur um schön auszusehen oder irgendwelchen Schönheitsidealen zu folgen. Sydney ist mit Sicherheit nicht die Schlimmste unter ihnen.
Endlich Frei
Für Sydney war die Reise als „Giraffenfrau“ also nach 5 Jahren zu Ende. Sie erkannte für sich, dass das alles den Preis nicht wert war. Sie hatte Schmerzen, war isoliert und ihr war auch klar, dass der Ruhm nicht ewig anhalten würde. Die Probleme mit der Gesundheit allerdings ein Leben lang bleiben könnten. Also beschloss sie, ihre Ringe ein für allemal abzunehmen. Sie wollte auch gar nicht mehr nur darauf reduziert werden.

Aber wie war die erste Zeit ohne ihre Ringe? Total unangenehm, wie man sich ja vorstellen kann. Der Hals war ja viele Jahre gestützt worden und jetzt fehlte der Halt plötzlich. Alles tat weh, jede Bewegung war ein Albtraum zu Beginn. Jedoch, wenn man sie fragt, auf diese Erfahrung würde sie nicht verzichten wollen.
Nicht praktisch
Sie war nicht alleine, auf ihrer Reise zu einem normalen Leben. Sie hatte Ärzte, die ihr halfen und auch Physiotherapeuten, die ihr halfen, Stück für Stück wieder Muskeln am Hals aufzubauen und so endlich wieder für einen schmerzfreien und relativ normalen Leben zu verhelfen. Das war nicht gerade leicht für Sydney. Die erste Zeit litt sie arg unter Schmerzen, aber mit der Zeit wurde es besser.

Und wie erging es ihr weiter? Sie baute sich ein normales Leben auf, fernab von ihrem Ruf als Giraffenfrau, der sie natürlich dennoch weiter begleiten würde. Das würde niemand vergessen, wer sie war. Aber das war ihr egal. Sie lernte auch einen netten Mann kennen, den sie heiratete und mit dem sie ein Kind hat. Also ein fast normales Leben, als wäre es nie anders gewesen.
Noch immer die Giraffenfrau
Sie selbst sieht sich auch heute noch als die „Giraffenfrau“. Sie bereut es nicht, das Experiment gewagt zu haben. Auch wenn der Preis so hoch war. Sie hat einiges an Geld damit verdient, worum es ihr ja anfangs gar nicht ging. Wir erinnern uns, sie wollte nicht mal, dass andere ihre Ringe sehen und versteckte sie die erste Zeit unter langen Pullovern.

Ihr Ziel war es, den längsten Hals der Welt zu haben, hat allerdings ignoriert, dass das gar nicht möglich war. Denn sie war ja bereits erwachsen, als sie damit begann und so konnte nichts mehr mit wachsen, weil ja alles schon ausgewachsen war. Also war dieses Ziel eigentlich von Beginn an zum Scheitern verurteilt. Aber das wusste sie ja zu Beginn nicht und so begann ihre Reise zur Giraffenfrau anfangs voller Freude.
Tribut fordern XXXXX
Sie hatte auch schwere Blutergüsse auf den Schultern und dem Schlüsselbein. Kein Wunder, jahrelang waren die schweren Ringe darauf gelegen, das musste ja zwangsläufig Spuren hinterlassen. Sie hatte Glück, das nicht mehr Schäden entstanden sind. Allerdings brauchte sie eine lange Therapie, um ihre Körperhaltung wieder „normal“ werden zu lassen und um schmerzfrei zu werden.

Aber sie würde die Entscheidung für die Ringe jederzeit wieder treffen. Sie sagt selbst, dass sie die Zeit stark verändert hat, auch auf spiritueller Ebene. Sie war reifer geworden und sie lernte die Menschen dadurch kennen. Sie wollte aber jetzt ein normales Leben führen, also heiratete sie und wurde Mutter eines bezaubernden Kindes.
Schmerz
Wenn man sie fragt, wie sie sich gefühlt hat, nachdem man ihr die Ringe abgenommen hat, antwortet sie, dass sich ihr Hals so anfühlte, als wäre er so schmal wie ein Zahnstocher. Als könnte er nichts mehr halten. Erst recht nicht den schweren Kopf. Sie musste sich Tag für Tag animieren, die Muskeln wieder aufzubauen, was ein schmerzhafter und auch langer Prozess war. Alles hat eben seinen Preis.

Vermisst sie die Ringe? Ja. Ab und zu schon. Sie denkt gern an ihre Zeit mit dem schönen langen Hals und an die bewundernden Blicke. Sie bereut nicht eine Sekunde, das gemacht zu haben. Es war eine für sie sehr wertvolle Erfahrung, die wohl kaum eine andere Frau an ihrer Stelle machen würde. Erst recht nicht, wenn sie erfahren, wie anstrengend das sein würde.
Nicht die Einzige
Allerdings würde Sydney andere auch warnen. Sie würde davor warnen, jedem Schönheitsideal zu folgen. Denn sie weiß jetzt selbst am besten, dass nichts ohne Preis geht. Das alles Folgen hat. Und wir alle kennen ja die Personen, die wirklich fast nichts auslassen, um gut auszusehen. Und wir wissen auch, dass das manchmal ganz schön daneben gehen kann.

Nicht nur, dass viele sogar ihr Leben ließen. Manche sind auch so entstellt, dass weitere Operationen alles nur noch schlimmer machen würde. Wir selbst sagen, nehmt euch doch einfach an wie ihr seid. Jeder ist für sich etwas Besonderes. Die Natur denkt sich schon was dabei, wie sie einen formt. Jeder sollte also so glücklich sein, wie er oder sie ist. Man muss nicht künstlich nachhelfen. Natürlich ist immer noch am Schönsten.