Das Rätsel um Tim Taylor und das U-Boot, das mit 80 Leuten verschwand!

Tim am 29. July 2021
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1. Im 2. Weltkrieg verschwanden U-Boote der Navy
Der Krieg forderte schon immer seinen Tribut. So war es auch während des zweiten Weltkrieges, als die „Grayback“ nicht zurückkehrte. Im September 1943 startete sie und im März 1944 meldete man sie vermisst. Bis dorthin hatte sie viele Einsätze erfolgreich absolviert. Dieses U-Boot war natürlich nicht das einzige, welches verschwand.

Es wurden 52 weitere U-Boote als vermisst gemeldet und im Rahmen des Lost 52 Projektes nach ihnen gesucht. Allerdings erregte das Verschwinden der „Grayback“ besonderes Aufsehen. Keiner wusste, wo sie zuletzt war und so war die Suche nach ihr besonders schwer. Die Forscher des Lost Projektes mussten all ihr Wissen zusammentragen, um das Verschwinden des U-Bootes aufzuklären. Ein sehr schwieriges Unterfangen, da man nur wenige Fakten hatte.

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2. Der letzte Funkkontakt zur Grayback
Man recherchierte, dass der letzte Funk Kontakt zur Navy am 25.Februar 1944 stattgefunden hatte. Sie teilten den Kameraden mit, dass sie einen Tanker versenken könnten, der vor ihnen in Sicht war. Nach diesem Einsatz musste die Grayback wohl zum Stützpunkt zurück, um neue Munition zu besorgen. Das waren die wenigen Fakten, die man hatte.

Allerdings kam das U-Boot wohl nie am Stützpunkt an, sondern verschwand auf dem Weg dorthin. Aber was genau war passiert? Warum erreichte die Grayback ihr angestrebtes Ziel nicht mehr? Man wartete einige Zeit, aber nach 3 Wochen, als das U-Boot noch immer nicht angekommen war und sich auch nicht mehr gemeldet hatte, wurde es als vermisst gemeldet. Die Hoffnung war natürlich groß, dass sie wieder auftaucht. Immerhin waren 80 Mann an Bord.

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3. Viele Fragen blieben ohne Antwort. Was geschah mit der Besatzung?
Als das U-Boot auch nach vielen Wochen noch nicht wieder aufgetaucht war und kein Kontakt zu ihr hergestellt werden konnte, blieb der US-Navy leider nichts anderes übrig, als es aufzugeben. Man hatte es auf hoher See verloren, inkl. der 80 Mann an Bord. Aber was war geschehen? Es war ein Rätsel und sollte es erst mal bleiben.

Die Navy war besonders betrübt über diesen Verlust, da die Besatzung der Grayback eine der besten war. Sie hatten viele Gefechte gewonnen und so war ihr Verlust natürlich schwer. Aber was genau geschehen war, konnte man nur erahnen. Noch dazu war die Grayback eines der besten und sichersten U-Boote, welche zu dieser Zeit existiert hatten. Aber auch die beste Technik und die beste Besatzung hatte offensichtlich den Tod und das Verschwinden der ganzen Mannschaft nicht verhindern können.

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4. Die Geschichte dieses U-Bootes
Die Firma, die am Bau der Grayback beteiligt war, war sehr beliebt und war für ihre hervorragende Bauweise bekannt. Die „Electric Boat Company“ hatte schon seit über 40 Jahren U-Boote für die Navy erbaut, sowohl für die USA als auch für die Briten. Sie bauten nicht nur die besten U-Boote, sie waren auch für den Einsatz des ersten U-Bootes überhaupt bekannt.

Zur Zeit des zweiten Weltkrieges baute die Firma über 75 U-Boote, darunter war die Grayback. Baugleich waren 12 weitere, 5 davon tauchten unversehrt nach dem Krieg wieder auf, 7 von ihnen wurden während der Gefechte vernichtet. Als der Krieg vorbei war, wurde keines der U-Boote, die von der Electric Boat Company erbaut waren mehr für Gefechte eingesetzt. Sie hatten nun andere Dienste zu erfüllen.

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5. Ein ganz besonderes U-Boot
Aber was war an der Grayback und ihren baugleichen Kollegen so besonders? Die Grayback war von 1941 bis 1944 für die Navy unterwegs und tat gute Dienste. Sie war über 93 Meter lang und ca. 8 Meter breit. Ihr Antrieb bestand aus 4 Motoren, die mit Diesel betrieben wurden und stolze 5.400 PS Leistung erbrachte. Das war aber noch nicht alles. Sie wurde auch durch 4 E-Motoren angetrieben, die nochmals über 2.000 PS lieferten.

Sie hatte zur Abwehr 10 Torpedo Rohre und hatte bis zu ihrem Verschwinden 10 erfolgreiche Einsätze während des Krieges absolviert. Als sie verschwand, stand die Mannschaft unter dem Kommando von J.A. Moore. An Bord waren weitere 6 Offiziere, 54 Unteroffiziere und der Rest waren Mitglieder der Besatzung. Keiner von ihnen kam wieder nach Hause. Alle waren auf hoher See verschollen und niemand wusste den Grund dafür.

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6. Zu viele Leute an Bord
Zum Zeitpunkt ihres Verschwindens waren an Bord der Grayback gesamt 81 Personen. Allerdings waren das deutlich zu viele. Denn eigentlich war das U-Boot nur für 60 Leute vorgesehen. Die Frage war, warum hatte man so viele Menschen an Bord geholt, ging es nicht anders? Waren es einfach zu viele Menschen und brachte das am Ende allen Unglück und den Tod auf See?

Die Grayback war schon öfter mit so viel Mann ins Gefecht gezogen. Zahlreiche Manöver wurden mit der großen Mannschaft absolviert. Sie konnte bis zu 76 Meter Tauchtiefe erreichen, was zu dieser Zeit wirklich beachtlich war. Alle Einsätze davor wurden problemlos durchgeführt und niemand kam zu Schaden. Warum sich das gerade in dem letzten Einsatz änderte, war eines der größten Rätsel.

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7. Auch bei Pearl Harbor dabei
Bei so einem massiven Schiff wundert es einen, dass der Bau, für die damalige Zeit gerade mal nur 10 Monate gedauert hatte. Aber alles ging Hand in Hand, alle, die am Bau der Schiffe beteiligt waren, gaben ihr Bestes, um die U-Boote so bald als möglich fertigzustellen. Am 31. Januar taufte die Frau des Admirals Wilson Brown das U-Boot und am 30. Januar trat die Grayback ihren Dienst bei der Navy an.

Nach ca. einem halben Jahr beteiligte sich die USA am zweiten Weltkrieg und die Grayback machte sich auf den Weg nach Pearl Harbor. Sie war also auch beteiligt an einer der größten Einsätze der Kriegsgeschichte und leistete gute Dienste gegen die Japaner. Danach ging es weiter nach Saipan, dort warteten die nächsten Aufgaben auf die Grayback und ihre Besatzung. Eine glorreiche Geschichte, die so tragisch enden sollte.

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8. Lange Zeit ging alles gut
Während der drei Jahre, die sie im Einsatz war, ging die Grayback immer unbeschadet aus ihren Einsätzen hervor, obwohl sie in starke Gefechte verwickelt wurde. Sie hatten eine schwere Schlacht gegen ein japanisches U-Boot, das war vor der Küste Saipans, wohin sie nach Pearl Harbor abkommandiert worden war. Die Grayback konterte alle Angriffe der Japaner geschickt und kam auch aus diesem Einsatz unbeschadet heraus.

Die Geschichte der Grayback ging noch eine ganze Weile gut weiter. Sie versenkten einen Gegner nach dem anderen. Später wurden sie abkommandiert in Richtung der westlichen Küste Australiens. Jetzt allerdings war die glückliche Zeit für die Grayback vorbei. Was vorher alles gut ging, sollte sich jetzt ins Gegenteil verkehren.

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9. Die guten Zeiten waren wohl vorbei für das stolze Wunderwerk der Technik
Die Einsätze der Grayback gingen weiter, sie wurden als Nächstes in das Meer südlich von China versetzt. Dort konnten sie feindliche Boote eliminieren und auch andere Gegner problemlos ausschalten. Als dieser Einsatz beendet war, wurden sie wieder Richtung Australien geschickt und hatten auch hier nochmals ein scharfes Gefecht mit der kaiserlichen Marine von Japan. Die Gegner erlitten einen schweren Verlust. Über 100 Mann mussten ihr Leben lassen.

Jetzt allerdings waren auch die Gegner besser aufgestellt. Bessere Technik und Späh Möglichkeiten sorgten dafür, dass die Grayback sich sogar verstecken musste, damit sie nicht von den Fliegern der japanischen Armee entdeckt werden konnten. Dennoch hielten sie sich wacker und beschossen weiterhin feindliche Schiffe und U-Boote. Aber am Ende traf es sie eben doch noch.

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10. Endlich hatte man Antworten
Trotz der Wirrungen des Krieges war immer alles gut dokumentiert. Man wusste, wo sich welches U-Boot befand und mit wie vielen Leuten sie besetzt waren. Bis zu dem Verschwinden war es auch bei der Grayback so. Man hatte den letzten Funkspruch notiert und man wusste, dass sie sich auf dem Rückweg befand, um neue Munition zu laden. Das waren die Fakten, die bekannt waren.

Es gelang der Navy, von der japanischen Marine Einblicke in ihre Dokumentationen zu erhalten und so wusste man endlich, was mit der Grayback passiert war. Die Dokumente waren zuvor falsch übersetzt worden. Das U-Boot war gar nicht mehr in der Lage, zum Stützpunkt zu fahren. Es wurde schwer beschädigt von der japanischen Armee und musste vor der Küste Okinawas bereits gesunken sein. Sie hatten ja keine Torpedos mehr. Jetzt war das Rätsel gelöst. Sie lag auf dem Grund des Meeres vor Japan.
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11. Jetzt mussten sie nur noch zum Wrack tauchen
Das Team rund um Tom Taylor, der das „Lost“ Projekt leitete, lokalisierte jetzt, wo das U-Boot liegen musste. Sie waren gespannt, was sie davon finden würden. In welchem Zustand sich das Wrack befinden würde. Sie waren wirklich erstaunt, als sie es in der Tiefe entdeckten. Es war fast völlig erhalten. Es war nicht zerteilt, sondern lag in seiner ganzen ursprünglichen Länge und Breite vor ihnen.

Weit unten im Meer, in einer Tiefe von über 400 Metern lag die Grayback. Man konnte erkennen, dass sie von mehreren Torpedos getroffen worden war. So schön es auch war, das lange vermisste Wrack zu finden, so betrübt war die Suchmannschaft dann doch. Denn es war klar, dass dieses U-Boot in der Tiefe des Meeres auch gleichzeitig das Grab war für über 80 Leute, die damals schmerzlich vermisst wurden und nie mehr nach Hause kamen. Aber zumindest konnte ihr Schicksal nach so vielen Jahren doch noch geklärt werden.